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Zehn Chöre singen in der Bietigheimer Stadtkirche

Musik der Romantik boten zehn Chöre des Kirchenbezirks Besigheim am Samstagabend zum Bezirks-Chortag in der Stadtkirche. Es sollte ein klangvolles Ereignis für die Besucher werden.

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Großen Anklang bei den Zuschauern fand das gemeinsame Konzert von zehn Chören aus dem Kirchenbezirk Besigheim in der Bietigheimer Stadtkirche. Im Fokus stand Musik aus der Epoche der Romantik.  Foto: 

Sie hätten eindeutig mehr Zuhörer verdient, die rund 120 Sängerinnen und Sänger aus zehn Gemeindechören aus dem gesamten Kirchenbezirk Besigheim: Nur gut zur Hälfte war die Stadtkirche in Bietigheim am Samstagabend gefüllt. Wer aber dort war, konnte sich von der klangvollen Kirchenmusik für Chor und Orgel mit Werken von Léo Delibes und Louis Lewandowski davon tragen lassen, auch dank der besonderen Akustik wurde das Konzert zu einem Hörgenuss. Der Chor selbst stand auf der Empore, zum einen wegen eines "Platzproblems", wie Kantor Andreas Willberg aus Lauffen im Gespräch mit der BZ erklärte: Vor dem Altar wäre zu wenig Platz gewesen. Zum anderen war dieser Aufbau jedoch dem besseren Zusammenspiel zwischen Orgel und Chor geschuldet.

Traditionell alle drei bis vier Jahre treffen sich die Sängerinnen und Sänger des evangelischen Kirchenbezirks Besigheim, um gemeinsam zu singen, zu proben und eine musikalische Aufführung zu gestalten. "Jeder Chor hat erst selbstständig geprobt, dann gab es am Freitag eine Hauptprobe und die Generalprobe vor Beginn des Konzerts", erklärte Bezirkskantor Tobias Horn aus Besigheim, der die Gesamtleitung inne hatte. "Wichtig war, einen homogenen Klang zu finden. Das ist ein Prozess, den kann man nicht forcieren, der muss sich einstellen."

Die Auswahl der Stücke sei, so Kantor Burkhard Pflomm aus Bietigheim, der die Orgel spielte, daran orientiert gewesen, dass die Chorliteratur auch über den Abend hinaus in den Gemeinden aufgeführt werden kann. Instrumental eröffnete den Abend eine Komposition von Edward Elgar.

Pfarrer Bernhard Ritter begrüßte die Gemeinde zu "einer besonderen Stunde der Kirchenmusik" und zitierte Martin Luther: "Singen ist die schönste Kunst und Übung."

In diesem Sinne stimmten Chor und Orgel den Psalm 23, "Der Herr ist mein Hirte", aus den "18 liturgischen Psalmen" von Louis Lewandowski an. Der deutsch-jüdische Komponist (1821-1894) schrieb die Psalmen ursprünglich für den Gottesdienst in jüdischen Synagogen, allerdings mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass sie auch im christlichen Gottesdienst aufgeführt werden sollen.

Dekan Eberhard Feucht wies darauf hin, dass es "einen großen Schatz an Kirchenmusik gebe" und der Kirchenbezirk auch weiterhin die Kirchenmusik pflegen wolle. Musik sei nicht nur Balsam für die Seele, sondern das gemeinsame Musizieren stärke auch das Gemeinschaftsgefühl in der Gemeinde. "Es ist schön, dass der Kirchenbezirk nicht nur als Verwaltung auftritt, sondern auch gelebt wird."

Ein besonderer Höhepunkt war dann die Aufführung der "Messe brève" von Léo Delibes (1836-1891). Als typischer Vertreter der französischen Romantik war Delibes bekannt für seine Opern- und Ballettaufführungen, deren Kompositionen sich durch eine einprägsame Melodik auszeichneten. Die "Messe brève" ist die einzige lateinische Messe, die Delibes geschrieben hatte. Stimmungsvoll und voller Kraft interpretierten hier die Sängerinnen und Sänger das "Kyrie", das "Gloria" und besonders das "Agnus Dei", in tragender Rhythmik und sehr schönem Wechselspiel zwischen Frauen- und Männerstimmen.

Auch den Besuchern gefiel "die gewaltige Kraft" der Stimmen sehr gut, wie eine Besucherin sagte. "Wenn man sieht, wie die Chorsänger Feuer und Flamme sind, dann ist das eine sehr schöne Erfahrung", so Kantor Andreas Willberg.

Eine gelungene Aufführung, die Bezirkskantor Tobias Horn auf den Punkt brachte: "Der Kirchenbezirk sagt Ja' zur Kirchenmusik."

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