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Werke zu Glaubensthemen

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Die Württembergische Philharmonie Reutlingen spielte ihre Reformationssinfonie am Samstagabend im Bietigheimer Kronenzentrum.  Foto: 

500 Jahre Thesenanschlag Luthers in Wittenberg – auch im November des Jubiläumsjahres werden Menschen nicht müde, dem Reformator ein würdiges Denkmal zu setzen: Die Württembergische Philharmonie Reutlingen verzauberte am Samstagabend hunderte Zuhörer im Kronensaal in Bietigheim mit der Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Es gibt wohl kaum einen passenderen Anlass, um die Reformationssinfonie Mendelssohns aufzuführen, als das Reformationsjubiläum. Das Werk gehört nicht zu den alltäglichen im Konzertsaal. Mendelssohn baute immer wieder Anklänge von „Vom Himmel hoch“ – dem Weihnachtslied schlechthin von Martin Luther – in seine Sinfonie ein, eine seiner bekanntesten Liedschöpfungen. Das plötzliche Auftauchen von Melodiefetzen aus dem bekannten Weihnachtslied in variierter Form lässt aufhorchen. Es fesselte auch am Samstagabend im Kronenzentrum ein Liebhaber-Publikum.

Dramatik der Reformation

Darüber hinaus sind die „Umwälzungsprozesse“ die Luther durchlaufen musste, in dieser Sinfonie Musik geworden. Die Streicher nahmen fingerfertig Anlauf und verausgabten sich in Sequenzen die klimatisch die Dramatik der Reformationszeit aufgreifen.

Dirigent Fawzi Haimor nutzte die Gelegenheit und baute charmant unterschiedlich sakral motivierte Werke von Richard Wagner und Franz Liszt um die Reformationssinfonie herum. Haimor gestaltete mit seinem motivierten Ensemble einen Abend im Kronenzentrum, der im Kopf bleibt. Den Startschuss setzte er mit dem Vorspiel zum Bühnenweihfestspiel Parsifal, eine sehr bedachten Auseinandersetzung Wagners mit mittelhochdeutscher Lyrik aus der Feder Wolfram von Eschenbachs. Die für Wagner typische „Erlösungsthematik“ mündet hier in den Glaubenskontext, motiviert durch die Suche nach dem heiligen Gral und den Abendmahlkelch Christis.

Wagners Schwiegervater Franz Liszt steuerte eine Fantasie über ungarische Volksmelodien für Klavier und Orchester bei. Der Solist war an diesem Abend Joseph Moog aus Ludwigshafen. Schließlich folgte vor der Reformationssinfonie Mendelssohns ein Werk von Liszt: der variationsreiche Danse macabre für Klavier und Orchester mit Anklängen an das Dies-Irae-Thema, ebenfalls aus einem Kirchenlied. Der Tag des jüngsten Gerichts (Dies Irae) erklingt als Anspielung auf katholische Glaubensgrundsätze direkt vor der Reformationssinfonie. Dirigent Fawzi Haimor schuf damit ein Nachempfinden der Chronologie der Geschichte.

Spannung im Saal

Die Württembergische Philharmonie Reutlingen gilt als besonders lebendiger Klangkörper, der auf hohen Niveau Raffinessen in der Orchesterliteratur schultern und sie lebhaft wiedergeben kann. Extreme Laut-leise-Kontraste bestimmten am Samstagabend die Szenerie und sorgten für Spannung im Konzertsaal. Minutenlang applaudierten die Zuhörer in Bietigheim-Bissingen nach der Zugabe von Mendelssohn.

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