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Wenn es für die Winterkleidung nicht reicht

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Natalie Vivaldi (links) und Claudia Dressler vom Familienzentrum der Caritas in Bietigheim-Bissingen.  Foto: 

Freitagvormittags im Caritas-Familienzentrum: Mütter mit Kinderwagen warten vor den Büros, Ehepaare diskutieren leise miteinander, Männer studieren ihre mitgebrachten Unterlagen. Ein gewöhnlicher Tag steht den Beraterinnen des Zentrums bevor.  Bei einem Klienten droht die Stromabsperrung, beim anderen steht die Scheidung im Raum. Alle haben sie etwas gemeinsam: Sie suchen Unterstützung. Das kann ein kurzer Rat sein, ein Blick auf den Bescheid des Jobcenters oder eine Begleitung in Krisenzeiten.

Notlage durch Krankheit

So wie das Ehepaar S. Frau S. verdient rund 300 Euro, dazu bekommt sie aufstockend Hartz IV, der Mann lebt von Grundsicherung im Alter. Da ihr Mann zunehmend pflegebedürftiger wird, muss Frau S. immer öfter zuhause bleiben. Das Geld ist ständig knapp, aber sie kommen über die Runden. Regelmäßig gehen sie im Tafelladen einkaufen, holen sich Kleidung im Sozialkaufhaus und benutzen nur selten den Bus. „Wenn mein Mann nicht krank wäre, würde ich gerne öfters vor die Türe gehen. Aber das lässt sich einfach nicht organisieren“, erzählt Frau S.. Für richtige Winterkleidung reicht es nicht, zumal ihr Mann etwas fülliger sei: „Da braucht es schon mehr Stoff“, gibt sie schmunzelnd zu. Das Ehepaar erhält von der Beraterin eine Beihilfe für zwei Paar Winterschuhe und robuste Jacken.

Finanzen werden geordnet

Die schwangere Frau N. lebt mit ihrem Mann und dem 6-jährigen Kind seit 2015 in Deutschland. Die Familie kommt aus Italien. Obwohl Herr N. arbeitet, lebt die Familie am Existenzminimum. Jetzt verlangt der Stromanbieter eine Nachzahlung von 700€. Nach einigen Überprüfungen wurde festgestellt, dass im Haus bei der Familie der Strom angezapft wurde. Als ob dies schon nicht ärgerlich genug wäre, wurden die monatlichen Abschlagszahlungen zeitgleich erhöht. Ein Zuschuss aus dem Caritas-Spendentopf half der Familie über den restlichen Monat. Mithilfe der Beraterin konnten sie außerdem ihre Finanzen neu ordnen.

In ähnliche Finanzschwierigkeiten geriet auch Herr K. Sein Vermieter drohte neben einer fristlosen Wohnungskündigung auch mit einer Räumungsklage. Herr K. hatte seine Miete nicht mehr bezahlen können, da ihm durch ein Meldeversäumnis seines 23-jährigen Sohnes das Arbeitslosengeld II gekürzt wurde. Ein Darlehen der Mietschulden wurde ihm verwehrt, da die Räumungsklage noch nicht amtlich war. Herr K. wandte sich an das Familienzentrum. Bei einem Telefonat mit dem Vermieter konnte eine monatliche Ratenzahlung vereinbart und somit der drohende Wohnungsverlust verhindert werden.

Kleine Erfolge

„Es sind die kleinen Erfolge, die motivieren, jeden Tag aufs Neue nach Lösungen zu suchen“, sagt Natalie Vivaldi, Sozialarbeiterin im Familienzentrum. Neben den Beratungsgesprächen bietet das Zentrum auch ein vielfältiges Programm rund um das Thema Familie. Ob Pilates und Sport am Morgen für Senioren oder die verschiedenen Angebote für Eltern und ihre Kinder - das Familienzentrum versteht sich als Ort, von dem sich alle Generationen angesprochen fühlen sollen. Dabei kann es auf langjährige und verlässliche Kooperationen zurückblicken, aber auch neue Ideen werden offen begrüßt. Ab Januar 2018 wird mit „fitdankbaby“ eine weitere Kursreihe starten. Christiane Grünenwald, Verwaltungskraft im Familienzentrum, ist für das Programm verantwortlich: „Wir sind sehr froh, dass unsere bewährten Kurse und Veranstaltungen so gut angenommen werden und sich trotzdem Neues etablieren kann.“ Alle Informationen zum Halbjahresprogramm und den Beratungsmöglichkeiten im Familienzentrum finden man im Internet.

www.caritas-ludwigsburg-waiblingen-enz.de

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www.bietigheim-bissingen.de/

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