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Wahlkreis 14: Ein Abbild des Ländles

38,2 Prozent CDU, 25 Prozent Grüne, 24,1 Prozent SPD und 5,2 Prozent für die FDP - so hat der Wahlkreis 14 bei der Landtagswahl 2011 abgestimmt. Und war damit ganz nah dran am Landesergebnis.

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Würde man hiesige Politiker fragen, kaum einer würde die Region rund um Bietigheim-Bissingen als durchschnittlich bezeichnen. Doch das ist sie, zumindest, was die letzte Landtagswahl angeht. Was schon ein erster Blick auf die Ergebnisse der einzelnen Parteien im Wahlkreis 14 vermuten lässt, bestätigt schließlich das Statistische Landesamt. "Die geringsten Abweichungen vom Landesergebnis hatte der Wahlkreis 14 Bietigheim-Bissingen", so die Auskunft. Warum das so ist, das wissen die Statistiker aber nicht. Fest steht nur, dass der Wahlkreis stetig gewachsen ist und sein Zuschnitt oft geändert wurde.

Als ganz und gar nicht durchschnittlich könnte man auch die Amtszeiten früherer Vertreter bezeichnen. Denn es hatte doch ungewöhnlich viele Wechsel innerhalb der Legislaturperiode gegeben, etwa bei der CDU von Ministerpräsident Lothar Späth zu Manfred List, von Kultusministerin Annette Schavan zu Manfred Hollenbach, aufseiten der SPD vom ehemaligen Umweltminister Harald B. Schäfer zu Christine Rudolf sowie bei der FDP von Wolfgang Weng zu Doris Natusch. Den Landtag nicht verlassen, wohl aber ihre Partei, wollte Heike Dederer, erst Grüne, dann CDU.

Allein die Aufstellung dieser Wechselparlamentarier zeigt ein weiteres Charakteristikum des Gebiets, das lange als Prominentenwahlkreis galt. Dazu bei trug auch seine Größe, die es bis zur Reform nach der Wahl 2006 vergleichsweise vielen Kandidaten ermöglicht hatte, über ein Zweitmandat in den Landtag einzuziehen, denn es war die Gesamtzahl der Stimmen, die zählte. Mit der Wahl 2011 war aber das prozentuale Ergebnis entscheidend, und schon vorab wahrscheinlich, dass der Wahlkreis Bietigheim-Bissingen dann nicht mehr von vier Abgeordneten vertreten wird. Eines der Opfer dieser Reform - gepaart mit dem schlechten Abschneiden insgesamt - war die FDP-Abgeordnete Monika Chef, die kreisweit einzige für die Partei. Auch der Grünen-Abgeordnete Franz Untersteller hatte deshalb vorsorglich seinen Wahlkreis gewechselt.

Doch angesichts des guten Abschneidens der Grünen schaffte es 2011 auch sein Nachfolger Daniel Renkonen in den Landtag. Er holte für seine Partei 25 Prozent der Stimmen. Der gelernte Journalist tritt am 13. März erneut an, ebenso der bisherige Abgeordnete Thomas Reusch-Frey für die SPD. Der Bissinger Pfarrer hatte mit einem Ergebnis von 24,1 Prozent - etwa zwei Prozentpunkte weniger als 2006 - bei seiner ebenfalls ersten Landtagswahl aber lange um seinen Einzug ins Parlament zittern müssen. Auch für den Mundelsheimer Walter Kubach (Linke) ist der Kampf um den Wahlkreis 14 nicht neu, wenn auch bislang nicht erfolgreich. Mit 2,3 Prozent führten 2011 die Linken die Riege der Parteien im Wahlkreis an, die es nicht geschafft haben, gefolgt von Piraten und Republikanern.

Wechsel der Kandidaten gibt es jedoch bei den beiden Landtags-Oppositionsparteien: Bei der CDU, die trotz Verlusten mit 38,2 Prozent wieder das Direktmandat geholt hatte, hört Manfred Hollenbach aus Murr nach knapp zehneinhalb Jahren und zwei deutlich gewonnenen Wahlen auf. Neuer Kandidat ist Fabian Gramling aus Besigheim. Der erst 28-jährige Wirtschaftsprüfer hatte sich bei der Nominierung gegen den Vize-Landrat Utz Remlinger durchgesetzt. Die CDU hat 2011 vor allem im nördlichen Teil des Wahlkreises gepunktet: In Hessigheim erzielte sie mit 49 Prozent das kreisweit beste Ergebnis, gefolgt von Murr und Mundelsheim.

Für die FDP versucht es neben Reusch-Frey ein zweiter Bietigheimer Gemeinderat, der Arzt Dr. Dieter Baumgärtner. Wie auch im Land hatten es die Liberalen im Wahlkreis mit 5,2 Prozent knapp über die Hürde geschafft. Heraus stach das Ergebnis in Gemmrigheim (9,4 Prozent), dem die damalige Abgeordnete Monika Chef als Bürgermeisterin noch immer vorsteht. Spannend dürfte die Frage werden, wie sich angesichts jüngerer landesweiter Umfragewerte die AfD schlägt. Für sie tritt der Sachsenheimer Gemeinderat Dr. Roland Mackert an. Er hatte es mit 5,6 Prozent bei der letzten Abstimmung, der Kommunalwahl 2014, in den Sachsenheimer Gemeinderat geschafft. Für die von der AfD abgespaltene Alfa will es Franz Rapf aus Ludwigsburg versuchen.

Stete Veränderungen des Zuschnitts

Zum Wahlkreis Bietigheim-Bissingen (14) gehören Affalterbach, Benningen, Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Erdmannhausen, Erligheim, Freiberg, Freudental, Gemmrigheim, Großbottwar, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim am Neckar, Löchgau, Marbach, Mundelsheim, Murr, Oberstenfeld, Pleidelsheim, Steinheim und Walheim.

Eine starke Bevölkerungszunahme prägte zuletzt den Wahlkreis. 1992 wurde deshalb Tamm Ludwigsburg zugeordnet, zum Wahlkreis Vaihingen gehören seit 2006 Sachsenheim und seit 2011 Bönnigheim.

JSW

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Wappen
Ludwigsburg

Bietigheim-Bissingen

Einwohner: 42968 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74321
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 211 m ü. NHN
Oberbürgermeister Jürgen Kessing (SPD)

www.bietigheim-bissingen.de/

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