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Vorwurf: Handel mit Anabolika

In 40 Fällen sollen fünf Menschen aus Bietigheim und Ludwigsburg mit verbotenen Anabolika aus China gehandelt haben. Dafür müssen sie sich nun vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten.

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Einen gravierenden Fall eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz (AMG) wirft die Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft vor dem Landgericht einem 30-jährigen Ludwigsburger Ladenbesitzer und vier weiteren Helfershelfer aus Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen vor. Das Quintett soll in 40 Fällen verbotene Anabolika-Grundstoffe aus China besorgt und weiterverarbeitet an zahlreiche Kunden der Bodybuilder-Szene in Ludwigsburg und dem Kreis verkauft haben.

Zuerst fiel bei den zuständigen Zollbehörden auf, dass in der Zeit zwischen Oktober 2010 und Dezember 2011 auffallend viele Pakete aus China an eine Ludwigsburger Adresse geliefert wurden. Teils wurden die Sendungen direkt abgeholt, teils aber sollen sie laut der Anklage an Adressen geliefert worden sein, die fingiert waren oder einfach falsch. Die Ehefrau eines der fünf Angeklagten aus Bietigheim-Bissingen soll dabei als Empfängerin fungiert haben. Mitte 2011 entschloss man sich beim Zoll, einige der Sendungen zurückzuhalten und zu öffnen. Dabei stellte sich heraus, dass der Inhalt aus medizinischen Grundsubstanzen bestand, die zum einen nicht eingeführt werden dürfen, zum andern aber auch genehmigungspflichtig sind. Die Ermittlungsbehörden ordneten eine Überwachung der Telefone der Beschuldigten an. Am 13. September 2012 klickten allerdings erst die Handschellen bei dem 30-jährigen Ludwigsburger Geschäftsmann, gleichzeitig auch bei einer 34-jährigen Frau in Bietigheim.

Nach den Ermittlungen der Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsverbrechen und der am Freitag vor der 5. Großen Strafkammer am Stuttgarter Landgericht vorgetragenen Anklageschrift soll der Hauptangeklagte bis zu seiner Festnahme in 40 Einzelfällen die verbotenen Anabolika-Präparat-Grundstoffe über eine Internet-Bestellplattform in China in Auftrag gegeben haben. Um zu verschleiern, dass er der Empfänger der jeweils ein bis zwei Kilo schweren Pakete ist, wurden falsche Adressen und erfundene Namen verwendet. Dabei sollen ihm die drei 27, 30 und 34 Jahre alten mitangeklagten Frauen aus Ludwigsburg und Bietigheim Hilfe geleistet haben. Den Gesamtwert der Waren beziffert der Staatsanwalt auf rund 110 000 Euro.

Der 30-Jährige soll in seinem Ludwigsburger Geschäft die Substanzen weiterverarbeitet haben, um sie dann von den Frauen auf sogenannte Trägeröle aufzuziehen und dann in verkaufsfertigen Ampullen in Reinform mit hohem Gewinn an zahlreiche Abnehmer der Bodybuilding-Szene in und um Ludwigsburg zu verkaufen. Nachdem der Zoll mehrere der Pakete abgefangen hat, hat sich die Stuttgarter Staatsanwaltschaft in der Anklage auf diese 40 Einzelfälle beschränkt.

Zu den Vorwürfen selbst wollen die beiden Männer, deren Ehefrauen und eine weitere weibliche Beschuldigte vor der Stuttgarter Strafkammer uneingeschränkt Angaben machen. Der Staatsanwalt selbst hat bereits am ersten Tag bekannt gegeben, dass er mit dem Verteidiger des Hauptangeklagten telefonischen Kontakt hatte und man sich darin einig war, dass bei einem vollen Geständnis und der Anerkennung des geldlichen Wertersatz-Verfalls in Höhe von 110 000 Euro er eine Strafe im Bewährungsbereich beantragen werde. Doch darüber müsse man in einer sogenannten "Verständigungs-Phase" mit den Richtern hinter verschlossenen Türen reden und verhandeln. Unter diesem Aspekt könnten auch die übrigen Beschuldigten mit recht moderaten Sanktionen wegkommen. Dennoch hat das Gericht Verhandlungstage bis zum 23. Oktober festgelegt.

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