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Verspätete Antwort auf Gleis 5

Da ist doch mal ein echter Zug dahinter. Dachte man zunächst. S-Bahn-Fahrer sollen ihre Meinung äußern, und das gute zwei Wochen lang, hieß es in einer Mitteilung, die die Stadt Anfang Oktober verschickte.

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Da ist doch mal ein echter Zug dahinter. Dachte man zunächst. S-Bahn-Fahrer sollen ihre Meinung äußern, und das gute zwei Wochen lang, hieß es in einer Mitteilung, die die Stadt Anfang Oktober verschickte. Doch am fraglichen ersten Tag des Befragungszeitraums waren weder am Bahnhof noch am Haltepunkt Ellental Befrager zu sehen. Die Stadt war da wohl aufs falsche Gleis gesetzt worden. Vergangene Woche kam erneut eine Mitteilung, diesmal war als Befragungszeitraum der 27. bis 29. Oktober angegeben. Doch auch am Dienstag: nichts. Dabei hatte sich die Reporterin extra ihren Weg zwischen all den parkenden Autos hindurch gebahnt. Die üblichen Verzögerungen im Betriebsablauf? Weichen die Mitarbeiter der zu erwartenden Kritik genervter und von Weichenstörungen geplagter Menschen aus? Mit S21, so war im Samstagsschwerpunkt der BZ zu lesen, habe das alles nichts zu tun, so die VVS-Chefs - trotz gewisser zeitlicher Zusammenhänge ("seit vier Jahren dauerhaft Probleme").

Aber zurück aufs Gleis, beziehungsweise in die Spur: Man werde nur am Mittwoch Mitarbeiter abstellen, und aus Kapazitätsgründen auch nicht am Ellental, hieß es bei der für die Befragung zuständigen Firma. Gut, für S-Bahn-Fahrer ist das nicht ungewöhnlich, ist ja wie die zuletzt häufigen Zugausfälle.

Dafür ging es dann am Mittwoch zügig: eine Postkarte nach der anderen gab einer der Mitarbeiter am Bahnsteig aus, mit zahlreichen Fragen wie: welcher Abfahrtsbahnhof, welchen Weg und Verkehrsmittel dorthin genommen, welches Ticket usw. Mitmachen kann man auch online - und sogar etwas gewinnen. Nein, keine Pünktlichkeits- oder Sitzplatzgarantie, sondern ein "iPad". Mini, genauer gesagt, um Verwechslungen vorzubeugen.

Apropos. Mit den ganzen Begriffen ist auch die Stadt schon durcheinander gekommen. Teilte sie zunächst mit, der VVS lasse befragen, war es laut zweiter Mitteilung der VRS, der Verband Region Stuttgart. Ist halt ungewohnt, wo es in Bietigheim nur eine wichtige Abkürzung gibt: S5 und S5. Nein, kein verdoppeltes Angebot, sondern gemeint sind die Linie des Stuttgarter Verkehrsverbunds sowie die des Karlsruhers, mit gleicher Bezeichnung.

Doch nicht nur wegen solcher Doppelungen gibt es lediglich einstellige Zahlen bei den S-Bahn-Linien. Andernfalls könnte es ja auch - wie etwa in Hamburg - die Durchsage geben: S21 fällt aus. Zumindest die Gegner würden das als tollen Zug feiern.

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