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Tatort Bahnhof: Mehr Vorfälle, aber kein Brennpunkt

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Die Unterführung im Bietigheimer Bahnhof. Im Umfeld des Bahnhofs ist es in diesem Jahr wiederholt zu Straftaten gekommen.  Foto: 

Die Kreuzung am Bahnhof, 15. November: Fassungslos bleibt eine 60 Jahre alte Mazda-Fahrerin zurück, nachdem sie von einem unbekannten Mann bestohlen wurde. Der hatte ganz unverfroren die Tür ihres Autos aufgerissen, während die Frau an der roten Ampel wartete, um auf die Bundesstraße 27 einzufahren. Es ist nicht der einzige Zwischenfall am Bahnhof: Das ganze Jahr über gibt registriert die Polizei immer wieder Straftaten im Bahnhofsbereich. Ist der Bahnhof zum Brennpunkt für Kriminalität geworden? Peter Widenhorn, der Sprecher des Polizeireviers Ludwigsburg, verneint das. Von einem Brennpunkt könne man nicht sprechen. Eine gewisse Häufung in diesem Jahr habe es aber gleichwohl gegeben.

Schlägereien und Raub

Bereits in der Nacht zum 1. Januar waren die Beamten des örtlichen Reviers zum Bahnhof gerufen worden. Ein 19-Jähriger und ein 22-Jähriger seien gegen vier Uhr von einer „größeren Gruppe ausländischer Männer“ leicht verletzt worden, hieß es hinterher im Polizeibericht. Im gleichen Monat nahmen Zivilbeamte der Bundespolizei dort einen Taschendieb fest, der jemand in der S-Bahn bestohlen hatte. Ein 27-Jähriger, der ausrastete, lautstark herumschrie und von der Polizei schließlich mit Handschließen abgeführt und in die Psychiatrie eingewiesen wurde, sorgte im Mai für Aufregung. Im Juli musste gar der ganze Bahnhof gesperrt werden, weil jemand das Ventil eines Kesselwagens geöffnet hatte, in dem sich Kerosin befand.

Ein Kopfstoß nach dem Besuch der Bahnhofsgaststätte, rechte Schmiererein, ein angetrunkener Gambier, der S-Bahnfahrgäste als Nazis titulierte, und ein Betrunkener, der Polizisten angriff, sind weitere Beispiele von Vorfällen, die im Polizeibericht auftauchten. Neben den Pöbeleien und Schlägereien sorgte insbesondere ein Raub für Aufsehen, bei dem der Täter eine Frau auf dem Kundenparkplatz einer Bankfiliale gegenüber vom Bahnhof überfiel.

Im Juni war das Thema auch im Gemeinderat von Bietigheim-Bissingen angesprochen worden. Zuvor hatte die SPD-Fraktion eine Videoüberwachung im Bahnhofsumfeld ins Spiel gebracht. Nach dem Bericht von Guido  Passaro, dem Leiter des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen, der dort keinen Kriminalitätsschwerpunkt erkannt hatte, war das Ansinnen dann aber fallengelassen worden.

An der damaligen Einschätzungen habe sich prinzipiell nichts geändert, sagt Polizeisprecher Peter Widenhorn, auch wenn es 2017 etwas mehr Vorfälle gegeben habe. Ein solches Auf und Ab sei aber nicht ungewöhnlich. Insgesamt bewege sich die Zahl der Straftaten noch im „normalen“ Bereich – normal für Bahnhöfe, in denen viele Menschen zusammentreffen, so der Sprecher. „Das ist an allen Bahnhöfen das Gleiche.“ Gleichwohl habe die Polizei den Bietigheimer Bahnhof wie auch andere Bahnhöfe immer verstärkt im Fokus.

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www.bietigheim-bissingen.de/

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