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Streit um stockenden A 81-Ausbau

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Das Verkehrschaos in der Region Stuttgart geht den Autofahrern auf die Nerven. Der Streit darum, wer’s verbockt hat ließ die Kandidaten bei der Podiumsdiskussion der BZ zum ersten Mal laut werden. Zunächst bekam der direkt gewählte Vertreter des Wahlkreises Neckar-Zaber, Eberhard Gienger, von seinen Herausforderern vorgeworfen, bei der Infrastruktur keine Fortschritte in Berlin erreicht zu haben. Der CDU-Mann wehrte sich: „Wir haben Verkehrsminister Alexander Dobrindt davon überzeugt, dass er drei Millionen für den Ausbau des Standstreifens der A 81 nach Baden-Württemberg schickt.“ Gescheitert sei es am Planungsverfahren der Landesregierung. „Das Verkehrsministerium wird von Grünen regiert.“

Aufgrund der verzögerten Planung sei das Geld nicht geflossen. Hier krätschte Thomas Utz dazwischen: „Die Pläne sind fertig und müssen nur weitergegeben werden.“

Der SPD-Kandidat sieht die gesamte Landesregierung in der Pflicht: „Die Verwaltung muss schneller werden.“

Den Nord-Ost-Ring hält Utz für unrealistisch, generell zögen neue Straßen mehr Verkehr an. Stattdessen sieht der 28-Jährige die Zukunft im vernetzten Fahren und liegt hier mit Marcel Distl auf einer Linie. Der FDP-Kandidat formulierte seinen Vorschlag nur unglücklich – „schnelle Straßen, schnelles Internet“ – damit hatte Distl die Lacher des Publikums auf seiner Seite.

Die Grünen-Kandidatin machte sich keine Illusionen: „Mit Rädern lösen wir Verkehrsproblematik nicht.“ Ein Radschnellwegenetz mache nur einen Teil des Gesamtkonzepts aus.

Laut Catherine Kern lehnte Dobrindt den Antrag, die A 81 vierspurig mit Lärmschutz auszubauen, ab. Hier bezichtigten die Herren auf dem Podium die Grüne der Lüge: Das Regierungspräsidium in Stuttgart hätte die Pläne fertig, aber das grüne Ministerium blockiere. Kern konterte: „Fake news!“ Das ließ der SPD-Mann nicht gelten und sagte: „Unter Demokraten sollten wir nicht so schnell mit solchen Vorwürfen schießen.“ Der alte Bundestagshase Gienger holte die eifrigen Planer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück: „Der Ausbau kann frühestens 2022 beginnen, dann steht das Geld zur Verfügung.“

Subventionierte ÖPNV-Tickets

Weniger die Autobahn als den öffentlichen Nahverkehr fasste Walter Kubach ins Auge. Als es verbilligte Feinstaubtickets gab, seien viele Berufspendler auf den ÖPNV umgestiegen, erinnert sich der Kandidat der Linken. Die normalen Ticketpreise seien zu hoch: „Der Staat sollte zuschießen und damit mehr Wertschätzung für den ÖPNV zeigen“, sagt Kubach.

Für AfD-Kandidat Marc Jongen ist der Stau nicht mit besserem ÖPNV behebbar. „Wir brauchen eine Umfahrung für Stuttgart und billigere Tickets“, sagte er beim BZ-Wahlforum.

Auch auf Grund der beschwerlichen Anfahrtswege würden sich mittelständische Betriebe schwer tun, neue Mitarbeiter zu finden. Schlechter Breitbandausbau hingegen sei gar kein Problem im Wahlkreis Neckar-Zaber, sagt Jongen.

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