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Störstoffe in der Tonne - Wieviel Metall oder Kunststoffe landen im Kreis in der Biotonne?

Gegenstände, die nicht in die Biotonne gehören, sind Teil der Debatte um das Bioanlagen-Projekt in Bissingen. Wie sauber halten die Bürger im Kreis ihre Biotonne?

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Wie bio ist der Biomüll, den die Bürger im Landkreis abholen lassen?  Foto: 

Mit der Müllentsorgung nimmt es bekanntlich nicht jeder so genau. So landen zum Beispiel immer wieder sogenannte Störstoffe wie Plastik und Metall in der Biotonne. Doch in welchen Mengen gelangen diese dort hinein und wer fischt sie wieder heraus, damit die wertvollen Rohstoffe entsprechend kompostiert werden können? Fragen an Dr. Andreas Fritz, den Sprecher des Landratsamtes Ludwigsburg. Die Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises (AVL) ist für die Entsorgung, aber auch Nutzbarmachung des Mülls zuständig.

Der Störstoffanteil im Biogut liege bei drei bis fünf Prozent, nennt Fritz aktuelle Zahlen, die sich auf ein längerfristiges Beobachten der Situation beziehen, wie er sagt. In der Hauptsache seien es Plastiktüten, die in der Braunen Tonne zu finden sind, Plastiktüten in die etwa das Biogut eingewickelt war. In der Biotonne landet aber auch immer wieder Metall, das von Konservendosen stammt oder von Deckeln. Recht selten komme es auch vor, dass Kleidungsstücke oder sonstiger Hausrat in der Biotonne lande, sagt er. Bei der Debatte um die umstrittene Biogutvergärungsanlage in Bissingen, über die an diesem Sonntag ein Bürgerentscheid abgehalten wird,  geht es immer wieder um diese Störstoffe, die nicht in die Biotonne gehören: Kritiker der Anlage befürchten unter anderem, dass diese letztlich auf den Äckern landen, wenn die Bauern später einmal den Kompost aus einer möglichen Bissinger Anlage auf die Felder streuen. Die Stadtwerke, Experten der Uni Stuttgart und zuletzt der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) im BZ-Interview hatten diese Anwürfe als unberechtigt zurückgewiesen.

Persönlich Hand anlegen muss niemand, um diese Störstoffe aus dem Biomüll wieder zu entfernen, erklärt Fritz weiter. Dazu gibt es technische Hilfe, Geräte wie Metallabscheider oder eine Siebtrommel leisteten hier wertvolle Abhilfe. Die Schadstoffe werden mit entsprechenden Maschinen an der Kompostierungsanlage – und dazu gehören der Metallschneider und die Siebtrommel – wieder entfernt. „Dazu sind keine Angestellten mit ihren Händen mit Aussortieren beschäftigt. Die Maschinen erledigen das“, betont der Sprecher des Landratsamtes.

Ob diese falsche Nutzung der Biotonne in manchen Gegenden stärker ausgeprägt ist als in anderen lasse sich für den Kreis nicht darstellen. Dafür lägen bislang noch keine belastbaren Untersuchungen vor, erklärt Fritz. Es sei allerdings vorgesehen – neben der Öffentlichkeitsarbeit –, einem zusätzlichen Mitarbeiter die Arbeit der kontinuierlichen Verbesserung der Biogutqualität anzuvertrauen.

Analysen, aktuelle Ergebnisse: Wie die BZ über den Bürgerentscheid berichten wird

Verhärtete Fronten Am nächsten Sonntag, 17. Juli, entscheiden die wahlberechtigten Bietigheim-Bissinger, ob auf dem Gelände des bisherigen Steinbruchs Fink eine Vergärungsanlage für den Biomüll aus dem Landkreis und anderen Teilen Baden-Württembergs gebaut werden soll. Die Bürgerinitiative „Weder Gut noch Bio“ hatte gegen den Standort 8000 Unterschriften gesammelt  und so den ersten Bürgerentscheid in Bietigheim-Bissingen erwirkt. Die Fronten von Befürwortern und Gegnern sind eine Woche vor der Abstimmung verhärteter denn je. Das Betreiberkonsortium argumentiert mit der Energiewende und der Notwendigkeit von derartigen Anlagen vor Ort, die Gegner mit einem für eine solche Anlage völlig ungeeigneten Standort.

BZ-Countdown Im Countdown zum Bürgerentscheid berichtet die BZ in dieser Woche täglich über alles, was die Bietigheim-Bissinger wissen müssen, bevor sie am 17. Juli zur Abstimmung gehen. Erklärt wird die Technik der geplanten Anlage. Dabei geht es noch einmal um die Frage, wie Biomüllvergärung funktioniert und was das Besondere an dem Verfahren ist. Auch wird noch einmal die Debatte um die Anlage beleuchtet: Was sind die Knackpunkte, worüber streiten Betreiber und Gegner? Die Argumente von Befürwortern und Gegnern der Anlage werden gegenübergestellt. Ebenso Gegenstand der Berichterstattung wird die Frage sein, wie der Bürgerentscheid funktioniert – und was beim Ausfüllen des Stimmzettels zu beachten ist. Am kommenden Montag lesen Sie dann natürlich die Abstimmungsergebnisse aus allen Stimmbezirken sowie Reaktionen und vieles mehr ganz aktuell in Ihrer Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung. Und schon am Sonntag verfolgen Sie alle wichtigen Nachrichten zum Bürgerentscheid aktuell auf Facebook und Twitter. In der Ausgabe an diesem Dienstag geht es zunächst um die Technik der Biomüllvergärung.

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Themenschwerpunkt

Bioanlage

In Bietigheim-Bissingen soll eine Biomüllvergärungsanlage entstehen. Über den Standort wird aber noch diskutiert. In diesem Schwerpunkt sind alle bisher erschienenen Artikel rund um die Bioanlage in Bietigheim-Bissingen zu finden.

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