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Sonnengesang im Orgelklang

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Das Auftaktkonzert des Bietigheimer Orgelherbst gestaltete Jürgen Benkö, Dekanatskantor und Konzertorganist, an diesem Sonntag in der Laurentiuskirche in Bietigheim.  Foto: 

Der Orgelherbst in Bietigheim-Bissingen ist inzwischen Tradition und hat längst sein Publikum gefunden. Denn wer hier zu einem der drei stattfindenden Konzerte kommt, weiß, dass ihn Besonderes erwartet. „Schwerpunkt ist dieses Mal die deutsche Musik mit eher selten gespielten Werken“, so Dekanatskantor und Konzertorganist Jürgen Benkö, der das Auftaktkonzert gestaltete.

Zum Einüben der selten oder noch nie gespielten Stücke braucht auch der studierte Organist ein paar Monate. Auch, „weil das ja dann neben der Arbeitszeit passiert“, sagt Benkö. Dafür aber wird das Publikum mit seltenen Perlen der Orgelmusik belohnt. Seit zwei Jahren können die Zuhörer die großartigen Klangfarben der Pfeifenorgel mit dem Klang einer digitalen Orgel direkt vergleichen, die Benkö zum Anfang des Konzerts am Sonntagabend vor dem Altar spielt. „Die Zuhörer haben dabei auch die Möglichkeit, zu sehen, wie eine Orgel gespielt wird.“ Das sei nicht oft der Fall, da die Orgel meist auf der Empore ist.

So begann das anspruchsvolle Programm an der digitalen Orgel mit dem „Präludium und Fuge E-Dur“ von Johann Sebastian Bach und einer Choralbearbeitung über „Vater unser im Himmelreich“ von Dietrich Buxtehude. Die gute Akustik in der Sankt Laurentiuskirche trug dazu bei, dass das digitale Orgelspiel sphärisch den ganzen Kirchenraum füllte.

Wandlungsfähige Orgel

Anschließend wechselte Benkö zur eigentlichen Hauptperson des Abends: der klangvollen Pfeifenorgel auf der Empore. Die letzten Sonnenstrahlen, die sich in den bunten Kirchenfenstern brachen, schienen perfekt auf die raumgreifende, polyfone Komposition von Cesar Francks „Choral E-Dur“ abgestimmt zu sein.

Ein besonderer musikalischer Höhepunkt waren die Improvisationen von Benkö über den „Sonnengesang“ des heiligen Franz von Assisi. Das Gebet, das die Schöpfung preist und Gott dafür dankt, wurde im 13. Jahrhundert verfasst und gilt als ältestes Zeugnis italienischer Literatur. Vorgetragen von David Konopka, ergänzte Benkö mit fantasie- und gefühlvollem Spiel die alten Gebetsworte. Hier zeigte sich die große Wandlungsfähigkeit der Orgel, vom leisen Vogelzwitschern bis zu düsteren Klangteppichen. Ein meisterhaftes Spiel, das die Zuhörer in ihren Bann zog. „Bei den Improvisationen habe ich mich sehr wohlgefühlt“, meinte der Organist nach dem Konzert. Technisch am anspruchsvollsten war das letzte Stück des Konzertabends von August Gottfried Ritter mit der „Sonate Nr. 3 a-Moll“.

Es ist das Verdienst des Orgelherbstes, Außergewöhnliches und Unbekanntes zu bieten und die ganze Vielfalt und Pracht der Orgel aufzuzeigen. So empfanden es auch die Zuhörer. Ein Paar kam für den Orgelherbst extra aus Ludwigsburg angereist: „Wir sind immer begeistert von diesen Konzerten.“ Interessant sei es auch, Benkö anfangs direkt an der Orgel spielen zu sehen. Besonderes Lob gab es für die Improvisationen: „Das war einfach genial.“ Mit einer improvisierten Zugabe und viel Applaus endete der erste Teil der Konzertreihe, die mit zwei weiteren Aufführungen an den kommenden Sonntagen fortgesetzt wird.

Info Die weiteren Konzerte finden statt am Sonntag, 17. September, 19 Uhr, mit Alexander Fiseisky aus Moskau und am Sonntag, 24. September, um 18 Uhr mit Franz Hauk aus Ingolstadt, jeweils in der katholischen Kirche Sankt Laurentius Bietigheim bei freiem Eintritt.

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz

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