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Protest: Rund 100 Mitarbeiter von Sozial- und Diakoniestationen demonstrieren

Mit 50 Fahrzeugen haben am Dienstag Mitarbeiter von Diakonie- und Sozialstation aus dem ganzen Landkreis in Bietigheim-Bissingen für eine bessere Finanzierung der häuslichen Krankenpflege demonstriert.

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Lautstarker Protest: Mit 50 Fahrzeugen machten sich am Dienstag 100 Mitarbeiter von Sozial- und Diakoniestationen auf den Weg zum Sitz mehrerer Krankenkassen in Bietigheim-Bissingen.  Foto: 

Im wahrsten Sinne des Wortes ohrenbetäubend war am Dienstagnachmittag der Protest von rund 100 Mitarbeitern zahlreicher Sozial- und Diakoniestationen vor dem Sitz der Krankenkassen AOK, Barmer und DAK in Bietigheim-Bissingen. Um kräftig Lärm für ihre Forderungen zu machen, mussten neben Trillerpfeifen und Drucklufthupen, Schüsseln aus Metall auch Spendenbüchsen und Plastikboxen herhalten. Auch das Alarmsignal aus einem Megafon dürfte noch mehrere Straßenzüge weiter zu vernehmen gewesen sein.

Doch bevor die Mitarbeiter im Aurain für mehr als eine Viertelstunde ihrem Ärger über die Positionierung der Krankenkassen in puncto Vergütung Luft machten, hatten sie sich in aller Ruhe auf dem Festplatz am Viadukt versammelt. Von dort aus sollte es gemeinsam im Autokorso hupend über die Auwiesenbrücke und schließlich über die B 27 in Richtung Aurain gehen.

Erst vor wenigen Tagen hatte an der selben Stelle die Punkband "Die Ärzte" vor 17.000 Zuhörern gesungen: "Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt." Und ähnlich wie die "Ärzte" ihrem Publikum machten auch die Teilnehmer der Protestaktion sich gegenseitig Mut und freuten sich sichtlich, einmal mit Nachdruck auf ihre gegenwärtige Misere hinweisen zu können. Mehrfach wurde von den Organisatoren betont, dass es sich bei dem Autokorso durch Bietigheim nicht um einen Streik, sondern um eine Protestaktion handle. "Viele Mitarbeiter haben am Morgen gearbeitet, protestieren jetzt während ihrer Mittagspause und gehen am Nachmittag wieder an die Arbeit", sagte Reinhard Ernst von der Sozialstation in Gerlingen, der via Megafon die Anliegen der Teilnehmer in Worte fasste. Die pflegebedürftigen Menschen, um die man sich tagtäglich kümmere, dürften nicht die Leidtragenden des Protestes gegen die Krankenkassen sein.

Nach der gemeinsamen Fahrt zum Sitz der drei Krankenkassen AOK, Barmer GEK sowie DAK, bei der lautstark gehupt wurde, überbrachten Reinhard Ernst und Ute Epple von der Sozialstation in Bietigheim-Bissingen Vertretern der Kassen einen Forderungskatalog. In diesem ist unter anderem die Rede davon, dass die Tariflöhne im Pflegebereich in den vergangenen neun Jahren um 17 Prozent gestiegen seien, während die Vergütungen von Seiten der Krankenkassen im gleichen Zeitraum nur um acht Prozent angehoben wurden. Aufgrund der Tarifbindung forderten die Mitarbeiter der Sozialstationen "fairen Lohn für gute Arbeit".

Hauptorganisatorin des Autokorsos war die Geschäftsführerin der Diakoniestation in Bietigheim-Bissingen, Ute Epple. Sie zeigte sich sehr zufrieden mit der großen Teilnehmerzahl. Unter anderem fuhren Fahrzeuge von Sozialstationen aus Bönnigheim, Vaihingen, Großbottwar, Ingersheim sowie aus Sachsenheim, Freiberg und Bietigheim-Bissingen gemeinsam durch die Stadt.

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