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Polizei: Ruhiger Pferdemarkt

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Gregor Kroner zeigt in der Pferdemarktwache in Containern neben der Halle am Viadukt eine Karte des Geländes.  Foto: 

Die Kinder werden Gregor Kroner die Bilanz schon nicht verhageln. Der Polizeihauptkommissar leitet auf dem Bietigheimer Pferdemarkt die Arbeit der 25 Polizisten, die während des großen Volksfestes im Einsatz waren. Am Dienstag zur Mittagszeit haben der 31-jährige Kroner und sein Team nur noch den Kindernachmittag zu überstehen, dann ist auch der 83. Pferdemarkt vorbei.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren so groß wie noch nie: Aus Sorge vor möglichen Lkw-Attentaten wurden Zugänge zum Pferdemarkt blockiert, mit Lastwagen und Betonsperren. Auch ein Polizeihubschrauber ist über das Festgelände gekreist – der sollte Bilder des Areals machen, um Schwachstellen im Sicherheitskonzept ausfindig zu machen (die BZ berichtete). Die Rede war im Vorfeld von einer „abstrakten Gefahrenlage“, was in etwa bedeutet: Konkrete Hinweise auf Anschläge gibt es nicht, aber man weiß ja nie in diesen Zeiten.

Es gab wenig Körperverletzungen. „Wir haben deutlich weniger Gewalt registriert als in den Vorjahren“, sagt Kroner. Er führt das auf das schnelle Eingreifen bei Rangeleien zurück, sowohl durch die Polizei als auch durch die Angestellten von Sicherheitsfirmen in den Festzelten. „Bei Gewalt wurde sofort eingegriffen“, sagt Kroner. Vergleichsweise viel zu tun hatten die Polizisten am Freitag- und am Samstagabend. Und am Montag, beim Höhepunkt des Pferdemarktes: „Der Umzug ist die größte Herausforderung“; sagt Kroner. Menschenmassen sind immer eine Aufgabe, erst recht, wenn Pferde dazukommen.

Dass es weniger Körperverletzungen gab, ist ebenso auf die höhere Präsenz von Polizei und anderen Sicherheitskräften zurückzuführen wie der deutliche Anstieg der entdeckten illegalen Drogen:  Am Eingang der Festzelte wurden die Gäste von den Security-Mitarbeitern durchsucht. Wenn illegale Drogen gefunden wurden, dann zumeist Cannabis.

Sexualdelikte wie Missbrauch oder Belästigung hat die Polizei bis zum Dienstagnachmittag nicht registriert. Eine detaillierte Polizeibilanz zum Pferdemarkt veröffentlicht das Präsidium an diesem Mittwoch.

16 Security-Mitarbeiter mehr als sonst waren auf dem Festgelände unterwegs, so sah es das Sicherheitskonzept vor.

Präsenz mit Pferden

Auch die Polizei hat viel Präsenz gezeigt, sogar mit zwei Pferden, mit denen Spezialisten auf dem Festgelände unterwegs waren. Der Einsatz der Polizeipferde auf dem Pferdemarkt war teilweise Marketing, wie Gregor Kroner bestätigt. Gebraucht wurden sie streng genommen nicht. Kroner betont aber: „Wir haben sie sinnvoll eingesetzt.“ Zwar sei es zu keiner Zeit nötig gewesen, Massen abzudrängen, wofür sich Polizeipferde sehr gut eignen. Allerdings habe es den Beamten geholfen, dass zwei ihrer Kollegen auf den Pferden einen besseren Überblick über die Menschenmenge hatten. „Und natürlich bieten die Pferde uns als Polizei schon auch die Möglichkeit, unsere Bandbreite zu zeigen“, sagt Kroner.

Rauschend und effizient

Jedes Jahr ist es beeindruckend, welch ein großes, rauschendes und abwechslungsreiches Fest diese relativ kleine Stadt zu stemmen vermag. Auch die 83. Auflage des Bietigheimer Pferdemarktes muss nach bisherigem Kenntnisstand als sehr erfolgreich bezeichnet werden. Die Stadt und die Vereine leisten hier Außergewöhnliches. Ein kleiner Wermutstropfen, ist, dass der schöne Festumzug etwas zerrissen wirkte. Stellenweise war keine Musik zu hören, weil die nächste Band oder Kapelle noch weit weg war. Stimmung kam nur dann auf, wenn teilnehmerstarke Gruppen kleine Darbietungen zeigten oder wenn gerade Musikgruppen vorbeiliefen.

Auch sieht es sehr danach aus, als hätte das Sicherheitskonzept gegriffen. Dass es zu weniger Gewalt kommt, wenn mehr Sicherheitspersonal da ist, ist bei richtiger Umsetzung des Konzeptes nicht unwahrscheinlich. Selbstverständlich ist das aber auch nicht. Nach allem, was bisher bekannt ist, wurde das Konzept von der Polizei, aber auch von den Security-Mitarbeitern auf dem Festgelände ziemlich effizient umgesetzt. Über den Pferdemarkt hinaus betrachtet, lässt sich sagen: Man wird sich in Zukunft wohl an diese starke Präsenz der Sicherheitskräfte gewöhnen müssen. Die schwer greifbare, abstrakt vorhandene Bedrohung durch islamistischen Terror, gibt diese Aufrüstung schon allein politisch vor.

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