Partner der

Omas und Opas auf Zeit gesucht: Aktive Senioren werben um Ehrenamtliche

Rentner, die für fremde Kinder als Oma oder Opa einspringen, werden händeringend gesucht. Bei Aktionen wie dem Weißwurstfrühstück am Samstag werben die Aktiven Senioren Bietigheim um Freiwillige.

|
Leihomas und Leihopas beim Weißwurstfrühstück am Bietigheimer Enzpavillon (v.l.): Karl-Heinz Peter, Helmut Sautter, Dorit Steiner, Christl Stelzer und Wolfgang Gleissner.  Foto: 

Sind Mama und Papa beruflich eingespannt oder wollen einmal einen Abend zu zweit verbringen, geht es für die Kleinen oft ab zu Oma und Opa. Doch was, wenn die Großeltern Hunderte von Kilometern entfernt wohnen oder nicht mehr leben? Um das Dilemma dieser Familien kümmert sich der mobile Großelterndienst der Aktiven Senioren Bietigheim-Bissingen. "Leihgroßeltern" heißt das bundesweite Konzept, bei dem lokale Vereine den Kontakt zwischen Familien und Senioren herstellen, die bei ihnen zeitweise als Oma oder Opa einspringen wollen.

17 von ihnen sind derzeit in Bietigheim-Bissingen und Umgebung als Großeltern auf Zeit unterwegs - allerdings viel zu wenige für den Andrang, den die Aktiven Senioren erleben. "Wir haben derzeit rund 30 Familien, die wir betreuen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Ulrich Lusz. Und die Tendenz ist steigend. Teilweise springen die Senioren deshalb schon bei mehreren Familien gleichzeitig als Leihopa oder Leihoma ein, um den Bedarf zu decken.

Gründe für die fehlende Resonanz der Rentner sieht Lusz in geografischen Begebenheiten: Vor allem junge Familien zögen in die Gegend rund um Bietigheim-Bissingen, während viele Familien gleichzeitig aber auch hier blieben. Viele der ansässigen Senioren hätten deshalb ihre eigene Familie und Enkelkinder um sich herum und seien damit ausgelastet. Außerdem sei das Konzept noch nicht flächendeckend bekannt, so Lusz weiter.

Gerade deshalb hofft er, mit verschiedenen Aktionen, wie beispielsweise dem gemeinsamen Weißwurstfrühstück am vergangenen Samstag, noch mehr Senioren auf das Angebot aufmerksam zu machen. "Wir brauchen so viele Freiwillige, wie es nur geht", meint Lusz.

Neben einem polizeilichen Führungszeugnis müssen die potenziellen Leihgroßeltern vor allem Zeit, Lust und die Motivation mitbringen, sich auf vielfältige Art und Weise mit den Enkeln auf Zeit zu beschäftigen. Außerdem müssen sie Mitglied bei den Aktiven Senioren werden. Sind diese Bedingungen erfüllt, können motivierte Senioren direkt als Leihopa oder Leihoma starten. "Wir machen alles, was richtige Großeltern auch machen", erklärt Lusz. Dazu gehört neben gemeinsamen Ausflügen und Spielnachmittagen auch, die Kleinen einmal vom Kindergarten abzuholen, mit ihnen gemeinsam zu backen oder ihnen bei den Hausaufgaben zu helfen.

Ein gezieltes Programm gibt der Verein allerdings nicht vor, die Aktivitäten werden zwischen den Familien und den Senioren jeweils individuell abgesprochen und auf ihre Vorstellungen hin abgestimmt. Wichtig sei dabei vor allem, eine langfristige Beziehung zum Leihenkelkind aufzubauen. "Wir sind kein Ersatz für einen Babysitter, der anonym kommt und geht", sagt Lusz. Oft habe die Betreuung über Jahre hin Bestand. Meist ende sie zwar, wenn das Kind einmal in die Schule komme, doch manchmal reiche sie auch darüber hinaus bis in die Schulzeit der Leihenkel hinein.

Der zeitliche Aufwand, den die Leihgroßeltern betrieben, sei ebenfalls unterschiedlich und müsse sich zwischen den Bedürfnissen der Familie und den Kapazitäten der Senioren einpendeln, so Lusz. Einen Kompromiss habe man bislang aber immer gefunden.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Bietigheim-Bissingen

Einwohner: 42968 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74321
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 211 m ü. NHN
Oberbürgermeister Jürgen Kessing (SPD)

www.bietigheim-bissingen.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Drehleiter-Einsatz nach Sturm-Schäden

Mehr als 30 Einsätze wegen eines Sturmtiefs verzeichnete das Polizeipräsidium Ludwigsburg am Donnerstagmorgen in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen zwischen 5.20 und 8 Uhr weiter lesen