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Neue Seelsorger in der Bietigheimer Klinik

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Erneuter Wechsel in der Klinikseelsorge in Bietigheim: Am Sonntag ist die evangelische Pfarrerin Margrit Schlipf mit einem Gottesdienst in der Stadtkirche verabschiedet worden. Anders als bei den Katholiken, bei denen sich nach dem Tod der früheren Stelleninhaberin Edmund Zwaygardt und Ulrike Prießnitz den 75-Prozent-Auftrag teilen (die BZ berichtete), ist der Wechsel auf der evangelischen Seite nach der üblichen Zeit von acht Jahren geplant. Doch es ist nicht der einzige Wechsel unter den Seelsorgern: Seit Anfang März gibt es ebenso ein Angebot für Muslime.

Klinik bietet auch muslimischen Seelsorger an

Ismet Harbi, Vorsitzender des Türkisch Islamischen Kultur- und Sportvereins Sachsenheim, kommt seitdem regelmäßig und im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten als Ehrenamtlicher in die Bietigheimer Klinik. „Aber er kann bei Bedarf auch angefordert werden“, sagt Klinikensprecher Alexander Tsongas. Mit dem Angebot der muslimischen Seelsorger hat der Klinikenverbund bereits in Ludwigsburg gute Erfahrungen gemacht. Im Frühjahr 2015 hatte dort ein Ehrenamtlicher seine Arbeit aufgenommen, mittlerweile wird er von zwei weiteren und einem Imam unterstützt. „Wenn die Nachfrage in Bietigheim auch so groß ist, dann werden wir auch dort mehr Seelsorger anfragen“, so Tsongas.

Schlipf geht nach acht Jahren

Die Arbeit, die Harbi bevorsteht, hat die nun verabschiedete Margrit Schlipf acht Jahre lang hauptamtlich gemacht. Die 52-Jährige bedauert, dass sie nun gehen muss: „Ich habe mich sehr gefreut, dass diese Stellen neu besetzt wurden und hätte auch gerne länger mit Frau Prießnitz und Herrn Zwaygardt zusammengearbeitet, ebenso mit dem ehrenamtlichen muslimischen Seelsorger, der in Zukunft im Krankenhaus Bietigheim zuständig sein wird, Herrn Harbi.“

Von April an wird Schlipf als Studienleiterin am Pfarrseminar der Evangelischen Landeskirche mit einem Team und mit dem Schwerpunkt Seelsorge für die Ausbildung von Vikarinnen und Vikaren zuständig sein. Dabei handelt es sich um eine Vollzeitstelle. Denn die Söhne der 52-Jährigen sind mittlerweile 17 und 20 Jahre alt, sodass sie wieder in einem größeren Umfang arbeiten könne. In Bietigheim war sie nur mit 50 Prozent angestellt und hat zeitweise noch in einem Projekt der Landeskirche und der Universität Tübingen zum Thema „Ethische und interreligiöse Bildung in der Pflege“ mitgearbeitet. Zudem war sie schon in den vergangenen Jahren immer wieder als Praxisbegleiterin im Bereich Seelsorge für Ausbildungsvikare zuständig.

„Ich habe sehr viel Respekt bekommen“

Vermissen werde sie vor allem die engagierten Mitarbeiter des Krankenhauses. „Ich habe sehr viel Respekt bekommen vor dem, was Pflegekräfte und Ärzte, aber auch alle anderen Berufsgruppen Tag und Nacht leisten“, sagt sie. Vor diesem Hintergrund sei es aber „mittlerweile sehr beschämend, wie schlecht die Rahmenbedingungen für diese lebenswichtigen Berufsgruppen in unserer Gesellschaft sind“. Prägend seien für sie die vielen Begegnungen gewesen, auch mit Patienten, die immer wieder im Krankenhaus waren und für die das Haus und „ihre“ Pflegekräfte und Ärzte so vertraut gewesen seien, dass sie sich regelrecht gefreut hätten, einander zu sehen.

Viele schöne Erfahrungen gesammelt

Es gab aber auch sehr schöne Erfahrungen. Etwa an Heiligabend auf die Geburtsstation zu gehen und zu hören, wie viele Neugeborene schon auf der Welt sind, oder festliche Ereignisse wie etwa die Einweihung des Raumes der Stille. Und Gottesdienste in den Gemeinden des Kirchenbezirks, bei denen sie manchmal ehemalige Patienten traf, die sie fast nicht wiedererkannte, weil es ihnen wieder so gut ging.

Wer ihr nachfolgt, ist noch offen. Die Stelle wurde erst dieser Tage ausgeschrieben. Pfarrer Bernhard Ritter rechnet damit, dass vielleicht erst nach den Sommerferien ein neues Gesicht gefunden ist. Bis dahin seien die katholischen Seelsorger wie auch die evangelischen Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde verstärkt für die Betreuung mit im Boot.

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