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Kulinarische Europareise: Monique Düren lebt seit 42 Jahren in Deutschland

1968 lernte die Französin Monique Düren ihren Mann Hans kennen und verliebte sich sofort. 1971 kam sie für immer nach Deutschland. Heute ist Bissingen ihre Heimat, aber gekocht und gegessen wird bei den Dürens französisch.

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Verliebt wie am ersten Tag: Monique und Hans Düren sind in Bissingen heimisch geworden, lieben aber die französische Küche.  Foto: 

Die Überraschung war groß: Nein, Monique Düren nennt kein Crêpe-Rezept. Die Bissingerin ist seit 20 Jahren in der Region bekannt als die Monique von der rollenden Crêperie Tricolore. Nicht nur ihre unvergleichlich guten Crêpes sind überall bekannt und beliebt, auffällig sind vor allem ihre beiden Gefährte - zwei Hy, genauer Citroen Typ H Lieferwagen in den französischen Landesfarben blau, weiß, rot lackiert.

Nein, Crêpes gibts bei Monique Düren zu Hause selten, ihr Lieblingsrezept ist eine richtige Hauptspeise, Blanquette de Veau", Kalbsragout. "Das Rezept ist noch von meiner Maman, das ist für mich Frankreich", sagt die 65-Jährige. Seit über 40 Jahren ist die Französin aus Dunquerque in Deutschland, genauso lange, wie sie mit Mann Hans verheiratet ist. Ihre Heimat, so sagt sie, sei Bissingen, da will sie alt werden. Wenn sie Sehnsucht nach Frankreich hat, sind es meist schöne Kindheitserinnerungen, die hochkommen. "Ich bin an der See groß geworden, das vermisse ich, und ich vermisse meine Familie", sagt sie.

Doch sie fühlt sich heimisch in Schwaben. Aber, und da pflichtet ihr Mann ihr bei, "gegessen wird bei uns französisch". "Beim Essen ist mein Herz durch und durch französisch", sagt sie. Das betrifft nicht nur die Speisen selbst, sondern auch die Anzahl: Aperitif, ein paar Nüsse für den Appetit, Vorspeise, Hauptspeise, Nachspeise, Käse, Baguette und Wein. Es betrifft aber auch den "Essrhythmus", wie Hans Düren es nennt. Die Dürens essen abends, "Mittagessen ist für mich eine Strafe", sagt die Französin. Außerdem essen sie mehrere Stunden lang, wie eben die Franzosen es tun. Ferngesehen wird selten bei den Dürens. Auch die Zutaten für ihre Speisen holen sie oft noch aus Frankreich. Gerade hat das Ehepaar das Wochenende bei Monique Dürens Bruder in Orange verbracht, zu seinem 60. Geburtstag - und das Kalbfleisch für ihr Rezept von dort mitgebracht.

Kennengelernt hat die junge Sprachenstudentin ihren jetzigen Mann, als sie 1968 für einen Ferienjob in München war. Hans Düren nahm seine Zukünftige beim Trampen mit. Zum Entsetzen ihrer Eltern blieb Monique ein paar Monate länger als geplant. "Ich war schon am Bahnhof, bereit für die Rückfahrt, da hab ich gesagt, ich bleib da." Zum Studienabschluss kehrte sie zurück nach Dunquerque, um es 1971 für immer zu verlassen.

Nach Stationen in Bonn, Lahr, Valencia, Sersheim und Tamm sind die beiden mit Tochter Isabelle und Sohn Jerome, die zweisprachig aufwuchsen, in Bissingen heimisch geworden.

Vor 20 Jahren machten sie sich mit dem Crêpe-Auto selbstständig, "das ist ein bisschen Heimat für mich", sagt Monique Düren. Ihre Tochter lebt mittlerweile in Paris, "da war es umgekehrt, sie hat sich in einen Franzosen verliebt", ihr Sohn in Berlin. Verliebt sind Monique und Hans Düren wie am ersten Tag, das spürt man deutlich, vielleicht, so meint sie, ist daran die französische Küche schuld.

Blanquette de Veau (Kalbsragout)

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