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Klinik-Defizite: Was machen die anderen?

Von der Privatisierung bis zur Schließung gleich mehrerer Häuser - die Reaktion anderer Kreise auf Defizite ihrer Kliniken sind sehr vielfältig.

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Wie soll es mit den Kliniken weitergehen? Eine hitzige Debatte, die auch andere Landkreise kennen. Auf die Defizite ihrer Kliniken haben sie sehr unterschiedlich reagiert - inklusive Teilprivatisierung und Schließungen.

Die Rems-Murr-Kliniken gGmbH mit ihren zwei Häusern in Winnenden und Schorndorf ist zu 100 Prozent in der Hand des Rems-Murr-Kreises. "Wir möchten, dass die Kliniken auch langfristig in kommunaler Hand bleiben", sagt Jan-Lennart Loeffler, Sprecher der gGmbH. Um das bei einem Defizit von 7,9 Millionen (2012) zu gewährleisten, wählte der Kreis einen zunächst drastischen Schritt: Gleich zwei Häuser wurden dichtgemacht - in Waiblingen und in Backnang. "Dafür haben wir in der Mitte, in Winnenden, ein neues Haus gebaut, das ist ungefähr doppelt so groß wie die anderen beiden." Dadurch habe man ein neues Versorgungsniveau erreicht, also neue Fachkliniken dazubekommen, unter anderem eine neue Klinik für Gefäßchirurgie. Umbaubedingt betrug das Defizit 2013 zunächst etwa 16,4 Millionen, allerdings hofft man vonseiten des Kreises, dass die neue, also größere und vielfältigere Struktur langfristig auch wirtschaftlicher ist. "Vor drei Jahren hatte man drei Kliniken mit identischen Angeboten", sagt Loeffler. "Wenn man überall das Gleiche anbietet, kommt man nicht sehr weit. Da ist weder den Patienten geholfen noch der Erlösstruktur." Um rentabel zu bleiben, müsse man über die Grundversorgung hinaus rentablere Behandlungen anbieten. Ziel sei: "Wir wollen die Patienten im Kreis halten", so Loeffler.

Auch im Kreis Biberach musste ein Krankenhaus dran glauben. Und nicht nur das: Seit 2013 sind die Kliniken größtenteils in privater Hand der Sana Kliniken AG - bis auf eine Sperrminorität des Kreises im Aufsichtsrat von 25,1 Prozent. Geschlossen wurde 2012 die Klinik in Ochsenhausen, sie hatte 50 Betten: ein Klinikum der Grundversorgung mit Chirurgie und Innerer Medizin. 2010 verzeichnete die Kliniken Landkreis Biberach GmbH ein Minus von 9,5 Millionen Euro. Ursachen waren unter anderem "nicht auskömmliche Leistungsentgelte", wie Kreissprecher Bernd Schwarzendorfer sagt, also zu wenig Lohn für teure Behandlungen. Dazu kam eine "relativ lange Verweildauer" der Patienten in den Häusern.

Dass der Kreis zu spät reagiert habe und deshalb die Privatlösung habe wählen müssen, will der Sprecher nicht gelten lassen: "Die Überlegungen, wie man die Kliniken aus dem Defizit führen kann, wurden bereits seit 2008 angestellt. Damals verzeichneten die Kliniken noch eine schwarze Null." Unter anderem wegen eines sich abzeichnenden Investitionsbedarfs von langfristig rund 200 Millionen und kurzfristig 50 Millionen Euro - ein Großteil entfiele auf den Brandschutz - sei klar gewesen: "Wenn wir nichts tun, laufen wir in ein Problem rein."

In ihrem Geschäftsbericht teilte die Sana Kliniken AG vergangenes Jahr mit, dass die Biberacher GmbH mit einem Negativergebnis von etwa 2,9 Millionen Euro in den Konzernabschluss 2013 eingeflossen ist. Aus Betriebsratskreisen heißt es auf Anfrage: "Die wirtschaftliche Situation hat sich in den vergangen beiden Jahren deutlich verbessert." Jedoch habe die Belastung für die Mitarbeiter zugenommen, auch habe es Personalabbau gegeben, allerdings ohne Entlassungen. Insgesamt, ist aus Betriebsratskreisen zu vernehmen, funktioniert die Zusammenarbeit mit der Sana AG "gut".

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