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Jugendliche informieren Jugendliche über Risiken im Netz

Für viele Jugendliche ist der Umgang mit Neuen Medien heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Um die jungen Nutzer vor Risiken zu schützen, wurden Medienscouts ausgebildet.

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Zertifikatsübergabe im BZ-Forum (v.l.): Elke Sauerteig (Aktion Jugendschutz), Stefan Schmied, Claudia Obele (Jugendhilfe Hochdorf), Nicole Korkisch (Ambulante Betreuung in Modulen), Daniel Wemhöner (ebenfalls ABM), Fabian von Krüchten, Henrik Blaich (Aktion Jugendschutz), Adrian Bier und Sidar Güclü.  Foto: 

Es ist ein spannender Ansatz, den die evangelische Jugendhilfe Hochdorf in enger Zusammenarbeit mit der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg verfolgt, um Jugendliche besser vor den Risiken zu schützen, die diese im Internet erwarten können. Unter Anleitung von pädagogischen Experten wurden in den vergangenen Monaten insgesamt sieben Jugendliche aus Bietigheim-Bissingen und der näheren Umgebung zu sogenannten Medienscouts ausgebildet. Nun sollen sie selbst zu Multiplikatoren werden - und ihr neu erworbenes Wissen über Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming und ähnliche Gefahren im Internet an andere Jugendliche weiterzugeben. Mit dem englischen Begriff Cyber-Grooming wird das gezielte Ansprechen von Personen im Internet mit dem Ziel der Anbahnung sexueller Kontakte bezeichnet. Es handelt sich demnach um eine besondere Form der sexuellen Belästigung im Internet. In Deutschland wird seit 2004 das Anmachen von unter 14-Jährigen besonders hart bestraft.

Am Montag wurde den Jugendlichen, die sich an dem Projekt mit großem Engagement und Eigeninitiative beteiligt hatten, im Forum der Bietigheimer Zeitung ein Zertifikat für ihre Arbeit überreicht. Claudia Obele, Vorstandsvorsitzende der evangelischen Jugendhilfe Hochdorf im Kreis Ludwigsburg, hob im Rahmen der Zertifikatsübergabe hervor, dass der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit den Neuen Medien insbesondere Jugendlichen vermittelt werden müsse. Erst vor Kurzem sei unter dem Titel "Anmache im Netz" im SWR-Fernsehen eine Dokumentation über den Fall der 13-jährigen Maria Brigitte Henselmann aus Freiburg gezeigt worden, die von einem 53-Jährigen im Internet angelockt und bei einem Treffen entführt wurde. Mit einer vergleichbaren Thematik beschäftigte sich auch ein kurzer, von Schülern produzierter Film, der bei der Abschlussveranstaltung präsentiert wurde.

"Kinder müssen wissen, was sie im Netz tun und was sie besser lassen sollten", sagte Obele. Henrik Blaich von der Aktion Jugendschutz berichtete von dem intensiven Diskussionen mit den Jugendlichen während ihrer Ausbildung zu Medienscouts. Hierbei ging es unter anderem um Sicherheitsvorkehrungen bei Facebook-Profilen, den Schutz von privaten Daten auf dem Smartphone oder die Planung eigener Projekte. Auch über strafrechtliche Fragen habe es einen intensiven Austausch gegeben, sagte Blaich und lobte die Teilnehmer für ihr Interesse und Engagement.

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