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Jenaer Philharmoniker und der Geiger Yossif Ivanov im Kronensaal

Die Jenaer Philharmoniker waren zum ersten Mal im Bietigheimer Kronensaal zu hören. Ihr Konzert am Donnerstag war ein überraschendes und hochrangiges Erlebnis.

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Das Orchester der Jenaer Philharmoniker sorgte beim Publikum im Bietigheimer Kronensaal für Begeisterung.  Foto: 

Es gibt sie schon seit 80 Jahren, und zum Glück überstanden die Jenaer Philharmoniker das große Orchestersterben in der ehemaligen DDR, das nach der Wende dort eintrat. Seit 1989 erarbeitete sich dieser 80 Musiker umfassende Klangkörper einen herausragenden Namen im In- und Ausland. Am Donnerstag stand dessen seit 2012 dort tätiger Generalmusikdirektor Marc Tardue am Dirigentenpult.

Johannes Brahms komponierte nur ein einziges Violinkonzert, das seit seiner Uraufführung in Leipzig im Jahr 1879 zu den bedeutendsten Werken dieser Gattung zählt. Der 1986 in Antwerpen geborene Musiker Yossif Ivanov ist ein überaus impulsiver Könner auf seinem Instrument, der die zum Teil höchst anspruchsvollen Solopartien in den drei Sätzen mit jugendfrischem Elan und getragen vom Einfühlungsvermögen für das Wesen der Musik des die sinfonische Pracht in seinen Orchesterwerken liebenden Spätromantikers Brahms mit großer Intensität und perfekter Spieltechnik ausführte.

Es war atemberaubend, mit welcher Meisterschaft Yossif Ivanov beispielsweise die lang ausholende Kadenz am Ende des ersten Satzes ausführte. Auch im Adagio breitete der Künstler den weit gespannten Melodiebogen leuchtend aus. Im von ungarischem Klangkolorit geprägten, populären Finalsatz verbanden sich sowohl in der Gestaltung der Soli wie auch in der vom ersten Takt an in strahlender Fülle ausgeführten Begleitung durch die Jenaer Philharmoniker hochrangige Virtuosität mit betörender Klangschönheit. Yossif Ivanov erhielt tosenden Applaus, durchzogen von lauten Bravorufen, und bedankte sich dafür mit der Aufführung eines seine Virtuosität erneut herausfordernden Werks eines französischen Komponisten als Zugabe.

Elf Jahre nach der glanzvollen Uraufführung des Violinkonzerts aus der Feder des Komponisten Johannes Brahms erklang die achte Sinfonie, genannt "Die Englische", in G-Dur, von Antonín Dvorák in Prag zum ersten Mal und wurde dabei stürmisch gefeiert. Mit England hat das Werk nur etwas zu tun, weil es ein dort tätiger Verlag veröffentlichte. In glänzender Klangpracht kosteten Marc Tardue, der sich als eingebungsvoller, auf jeden theatralisch wirkenden Körpereinsatz verzichtender Dirigent erwies, und die Jenaer Philharmoniker den großen thematischen Aufbruch des ersten Satzes aus.

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