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Indiaca: Federleicht am Start

Am 23. Juli startet die Indiaca-Weltmeisterschaft in Bietigheim-Bissingen. Grund genug für die Redaktionsmitglieder der Bietigheimer, Sachsenheimer und Bönnigheimer Zeitung, die Sportart mit den Mitgliedern des TSV 1848 Bietigheim auszuprobieren.

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Klatsch! Schon kommt die Indiaca geflogen. Sie schlingert, taumelt und trudelt in der Luft auf den Spieler zu. Jetzt gilts: Arm ausstrecken und mit der Hand die Indiaca zurückschlagen. Leichter gesagt als getan. Zielen fällt schwer, schließlich ist die Fläche des Federkissens gerade mal so groß wie der eigene Handteller, eher noch kleiner. Die Indiaca fällt zu Boden - die Hand schlägt in die Luft, ohne auch nur im entferntesten in der Nähe gewesen zu sein. Spieler Helmut Jahnke hat den entscheidenden Tipp: "Immer auf das Gelbe schauen." Gemeint ist der Lederball, an dem die vier charakteristischen roten Federn befestigt sind.

Nächster Versuch. Beim Warmspielen - zwei gegen zwei - läuft es als Rechtshänder mit der Rechten schon ganz gut. Stefan Müller spornt an: "Man darf auch die andere Hand nehmen." Leichter gesagt als getan. Mit links ist es richtig schwer. Da fehlt es an Koordination.

Plötzlich gehts los. Die Aufwärmphase ist vorbei, Mannschaften werden aufgeteilt. Nun spielen fünf gegen fünf auf einem Spielfeld, das durch ein Netz getrennt wird. Klaus Neff erklärt: "So ist es regelgerecht." Zusätzlich gibt es maximal fünf Ersatzspieler. Der große Vorteil bei Indiaca: Neben Männern und Frauen gibt es auch die Kategorie Mixed. Bei dieser Disziplin dürfen beide gemeinsam in einer Mannschaft spielen. Die einzige Voraussetzung: "Es müssen mindestens zwei vom anderen Geschlecht dabei sein", sagt Klaus Neff.

Das erste Spiel geht los. Günter Krähling, Vereinsvorsitzender des TSV 1848 Bietigheim, macht die erste Angabe. Schnell fasst Brigitte Schmidtchen noch die Regeln zusammen: "Eigentlich ist es ähnlich wie beim Volleyball." Das heißt, die Spieler dürfen den Ball dreimal anspielen: annehmen, stellen, schmettern. Zwei Spieler stehen im hinteren Feld und nehmen die Indiaca an, drei stehen vorne am Netz. Der Mittlere von ihnen stellt, damit der rechte oder linke Spieler den Ball übers Netz schmettern kann.

Soweit die Theorie. In der Praxis kommen anfangs keine drei Spielzüge zusammen. Immer wieder verfehlt die Hand das Spielgerät. Doch die erfahrenen Spieler des TSV haben immer Tipps parat wie Hildegard Müller: "Am besten immer nach oben spielen, dann haben die anderen Spieler Zeit, hinzurennen und die Indiaca zu spielen." Beim ersten Annehmen der gegnerischen Angabe darf sogar mit beiden Händen gebaggert werden wie beim Volleyball, aber das ist die einzige Ausnahme.

Dann platzt der Knoten. Mit einem dumpfen Klatscher trifft die Hand die Indiaca, schleudert sie nach oben und Teamkollege Günter Krähling schmettert sie ins andere Feld. Punkt! "Super! Geht doch", lobt Brigitte Schmidtchen. Keine Zeit für eine Pause. Mit dem gewonnenen Aufschlagrecht rotiert die ganze Mannschaft im Uhrzeigersinn. So wandern alle Spieler im Laufe des Matches mal von hinten nach vorne ans Netz und wieder zurück - und auch auf die Bank.

Das Spiel geht weiter. Jetzt klappt auch die Annahme und schon fliegt das Federkissen wieder zu den Gegnern. Manchmal geht alles so schnell, dass man gar nicht reagieren kann. Da helfen nur klare Ansagen. "Kurz", warnt Günter Krähling Mitspielerin Brigitte Schmidtchen. Schnell streckt sie die Hand zur Indiaca - verpasst. Doch weiter geht die Partie. Man kommt ins Schwitzen. Ein Pfiff, die nächste Angabe kommt. Jetzt gelingt auch der erste Schmetterball. Mit dem Erfolgserlebnis kommt der Spaß. Doch Günter Krähling weiß: "Bei der WM würde ein Anfänger keinen einzigen Indiaca bekommen." Er grinst, geht hinter die Linie und mit einem dumpfen Klatschen fliegt die Indiaca wieder übers Netz.

Infos zur Indiaca-Weltmeisterschaft

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