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Hilfe für Haiti: Erdgeschoss der Schule steht schon

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„Stellen Sie sich den schlimmsten Feldweg vor“, sagt Matthias Eigel, „ungefähr zehnmal so schlimm sind die Straßenverhältnisse in Haiti.“ Der Sachsenheimer war kürzlich zum vierten Mal auf der karibischen Halbinsel, denn Eigels Verein „Haiti wir helfen“ aus Bietigheim-Bissingen baut dort eine Schule.

Vor dem gewaltigen Erdbeben 2010 stand in der Stadt Dano ein marodes Gebäude, in dem mehrere Schulklassen in einem Raum unterrichtet wurden. Nach dem Beben waren die Mauern akut einsturzgefährdet. Matthias Eigel war wenige Monate danach dort, weil er gemeinsam mit Uwe Sindlinger und dem Deutschen Institut für Katastrophenmedizin ein Holzhaus aufbaute, das sie per Container dorthin verschifft hatten.

„Die Not der Menschen kann man nur schwer in Worte fassen, das muss man erlebt haben“, berichtet Eigel und erzählt von den dortigen Lebensumständen. Oder wie das bisschen Schule noch daran zu scheitern droht, dass es keine Kreide mehr für die Tafel gebe und Nachkaufen einer Odyssee gleichkäme. Die Menschen lebten weit entfernt von unserem Standard: kein Strom, keine sanitären Anlagen, eine enorm hohe Kriminalitätsrate, von Internet ganz zu schweigen.

Kalkulationen schwierig

Schon auf dem Rückflug im Mai 2010 sei klar gewesen: „Hier wollen wir helfen.“  An die 2000 Euro kostet Eigel jede Reise. Er finanziert jede aus eigener Tasche. Ein bisschen Bekloppt-Sein gehöre auch dazu, findet der selbstständige Betreiber einer Marketing- und Werbeagentur.

Verlässliche Kostenkalkulationen für Bauvorhaben in Haiti seien extrem schwierig, die veranschlagten 120 000 Dollar für den Schulbau hielt Eigel für realistisch. Zwei Jahre vergingen, bis sein Verein „Haiti wir helfen“ 60 000 Euro Spenden gesammelt hatte. Eigel wollte Ergebnisse sehen. Mit der Hälfte der kalkulierten Gesamtkosten wurde im Herbst 2016 begonnen, die Schule zu bauen. In 10 000-Euro-Rationen überweist er das Geld an Anneliese Gutmann, die vor Ort ein Auge darauf habe, dass das Geld auch wirklich ankomme.

Bei seinem achttägigen Besuch in Haiti, von dem er vergangene Woche zurückkam, hat sich Matthias Eigel nun den Baufortschritt angesehen. Das Erdgeschoss steht schon. Eigel ist zufrieden mit dem, was bisher erreicht wurde. Um die Schule fertigzustellen, fehlen aber noch 20 000 bis 30 000 Dollar. Auch die Folgekosten sind enorm. Eigel schätzt den jährlich notwendigen Etat auf 40 000 Euro, unter anderem für Lehr- und Küchenpersonal, Essen und Lernmittel. Damit die Schule baldmöglichst bezugsfertig ist, gibt Eigel alles. Werbung machen ist seine Domäne.

Info Den Reiseblog von Matthias Eigel gibt’s im Internet auf:
www.kaleidoskop.de/blog

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