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„Wir müssen den Bundestagskandidaten auf die Füße treten“

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Die Referenten des Vortragsabends im Bären (von links) Dierk-Christian Vogt, Gottfried May-Stürmer und Jörg Schmid.  Foto: 

Wie soll der Protest weitergehen? Um diese Frage ging es am Vortragsabend der Bietigheim-Bissinger Ortsgruppe der Naturschutzorganisation BUND am Dienstag im Wirtshaus Bären. Wie soll es weitergehen, wenn der freigemessene Bauschutt aus dem Neckarwestheimer Kernkraftwerk jetzt doch weiterhin auch in den Deponien des Landkreises Ludwigsburg vergraben wird? Daran führt wohl kein Weg vorbei, das hat die Landesregierung wie berichtet jüngst klargestellt: Ministerpräsident Winfried Kretschmann überließ es seinem Staatsminister, dem  Landrat Rainer Haas eine Abfuhr zu erteilen. Der hatte im  Auftrag des Kreistages gebeten, eine andere Lösung zu finden, als den Landkreis in die Pflicht zu nehmen, auf dessen Gemarkung ein Teil des Neckarwestheimer AKW steht. Wie also soll es weitergehen mit dem Protest der „ Interessengemeinschaft Deponien Schwieberdingen und  Horrheim“, die gegen die Lagerung des freigemessenen Bauschuttes vor ihrer Haustür ist.

Dierk Vogt von der Bürgerinitiative forderte zunächst: „Das Material muss unter der Atomaufsicht bleiben“, es solle also nicht freigemessen werden und nicht auf Deponien landen. Denn es sei gefährlich, sich dauerhaft der zusätzlichen Niedrigstrahlung auszusezten, darauf hatte zuvor Jörg Schmid hingewiesen, wie Vogt ist Schmid von Beruf Arzt. Er engagiert sich für die Vereinigung „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges“. Moderator Daniel Gürlich befand: „Wir müssen den Bundestagskandidaten auf die Füße treten“.

Walter Kubach, der Bundstagskandidat der Linken für den Wahlkreis Neckar-Zaber, legte den Fokus auf eine andere Wahl: „Man muss die Kreisräte ansprechen. Denn 2019 wird der Kreistag gewählt.“ Kubach gehört wie der ebenfalls anwesende Bundestagskandidat seiner Partei für den Wahlkreis Ludwigsburg, Peter Schimke, der Linken-Kreistagsfraktion an, die sich früh gegen die Entsorgung des freigemessenen Bauschuttes im Landkreis ausgesprochen hatte. Aus dem 30 Zuschauer starken Publikum kam außerdem der Vorschlag, eine Oniline-Petition aufzusetzen, der breite Zustimmung fand.

Mit Blick auf die „Zwischenlagerung“ des unumstritten gefährlichen hochradioaktiven Mülls in Neckarwestheim, darunter auch Müll aus dem Kernkraftwerk Obrigheim, rief Gottfried May-Stürmer, der dritte Referent des Abends, dazu auf, sich an den Protesten gegen Castor-Transporte zu beteiligen. Der BUND ist der Ansicht, dass das zur Hälfte stillgelegte Werk in Neckarwestheim wegen seines Untergrundes nicht als Zwischenlager taugt.

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