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Grüne Berge sollen versetzt werden

Der Häckselplatz in Bissingen ist stark frequentiert. Nicht nur deshalb soll er in den Steinbruch und neben die Biovergärungsanlage verlegt werden.

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  • Auf dem Häckselplatz Schellenhof türmt sich Grüngut auf.  1/2
    Auf dem Häckselplatz Schellenhof türmt sich Grüngut auf.  Foto: 
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    Schilder geben Hinweise, was angeliefert werden darf. Foto: 
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Es ist ein ständiges Kommen und Gehen – beziehungsweise: Fahren. Kaum hat ein Auto das Gelände des Häckselplatzes Schellenhof in Bissingen verlassen, ist auch schon das nächste in Sicht. Seit Jahren betreibt die Stadt Bietigheim-Bissingen für ihre Bürger und die von Tamm am Rande des Rotenacker Walds einen Sammel- und Umschlagplatz für Grüngut wie Gehölzschnitt und Laub aus den öffentlichen Anlagen.

An diesem Vormittag ist es noch relativ leer auf dem Häckselplatz, auch wenn sich die Anlieferer quasi die Autotüre in die Hand geben. Doch das ist nicht immer so, heißt es aus dem Bietigheim-Bissinger Rathaus. Und das ist auch ein Grund, weshalb die Stadtverwaltung den Häckselplatz verlegen möchte, hin zum Steinbruch Fink und neben die geplante Biovergärungsanlage. Gerade freitags und samstags sei es besonders voll, sagt Stadtsprecherin Anette Hochmuth – ein Ingenieurbüro nennt Zahlen von bis zu 1200 Pkw-Fahrten an Spitzentagen, dazu kämen 80 bis 100 Lastwagenfahrten jährlich für die Abholung. Mit der Verlagerung könnte man diesen Verkehr nicht nur raus aus dem Landschaftsschutzgebiet Rotenacker Wald bringen, sondern auch noch „entzerren“.

Denn im ehemaligen Steinbruch ist eine Fläche von 1,2 Hektar vorgesehen, mehr als drei Mal so viel wie bislang am Schellenhof also. Dadurch gebe es für die Anlieferung mehr Platz, die Autofahrer müssten weniger rangieren, sagt Anette Hochmuth. Dass dadurch aber drei Mal so viel Verkehr entstünde, wie die Bürgerinitiative ableitet, sei „natürlich Unsinn“. Größer sei der Platz auch deshalb geplant, weil er dann unterteilt werden könnte, für Grasschnitt, Gehölzreste und Strauchwerk – auch das erleichtere, vor allem bei der späteren Verarbeitung. Zudem könnte ein großer Teil des Materials sofort in der Biovergärungsanlage direkt nebenan verwertet werden.

Auf dem heutigen Häckselplatz gibt es drei Bereiche. Einer ist abgesperrt für die Nutzung durch den Bauhof, in einem weiteren stehen große Container für Grasschnitt und krautiges Material, das seit Herbst nicht mehr auf dem Wertstoffhof im Ellental angenommen wird, sondern zum Schellenhof gebracht werden muss. Dort stünde eine größere Annahmefläche zur Verfügung, heißt es bei der AVL zur Begründung.

Auf dem restlichen Teil des Areals liegen mehrere große Berge. Aus einem können sich die Bürger bedienen, wenn sie Häckselgut für ihren Garten brauchen. Etwa 15 Mal im Jahr sind Arbeiter der AVL für jeweils zwei bis drei Tage vor Ort, um das von den Bürgern angelieferte holzige Material zu zerkleinern.

Und was sie bringen dürfen, darauf weisen die Schilder an den beiden Einfahrten hin. Tierstreu, Erde und Bauschutt, Floristenreste sowie Wurzelstöcke und vor allem Obst, Gemüse und Biomüll sind verboten. Denn Fremdstoffe müssen von den Kommunen entsorgt und die Kosten dafür von der AVL beglichen werden.

Nur die Hinweisschilder sind dem Unternehmen deshalb nicht genug. Es hat 2011 eine Mitarbeiterin eingestellt, die zu allen Häckselplätzen des Landkreises fährt und stichprobenartig kontrolliert, was die Bürger anliefern und sie gegebenenfalls darüber aufklärt. Sechs weitere dieser „Häckselplatz-Scouts“ gibt es nach Angaben der AVL mittlerweile, die jeweils etwa 25 Stunden im Monat arbeiten. Der Einsatz scheint sich zu lohnen: „Dieses System aus Beratung und örtlicher Kontrolle hat sich bewährt“, teilt die Pressestelle auf BZ-Anfrage mit.

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