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Flussaufwärts in die Vergangenheit: Bessey feiert 125. Geburtstag

Zu ihrem 125. Geburtstag unternahm die Firma Bessey mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern eine Fahrt in die Vergangenheit. Mit dem Schiff ging es von Marbach bis kurz vor Stuttgart-Obertürkheim, wo Bessey 1889 gegründet wurde.

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Es war ein ungewöhnlicher Ort, den die Firma Bessey am Freitagnachmittag für die Feier ihres Firmenjubiläums gewählt hatte. Mit einem Ausflugsschiff starteten am Freitag Gesellschafter, Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter und Angehörige zu einer "innovativen Reise in die Vergangenheit, aber auch in die Zukunft". So kündigte Klaus Fuchs, geschäftsführender Bessey-Gesellschafter, die Schifffahrt aus Anlass des 125. Geburtstags an, die in Marbach startete und kurz vor Stuttgart-Obertürkheim endete, dort, wo die Firma Bessey im Jahr 1889 von Max Bessey und seinem Partner Friedrich Keck als Blankstahlzieherei gegründet wurde.

Mit "Innovation" hatte Fuchs bei der Begrüßung der Gäste das Stichwort gegeben, unter das Bessey seine Jubiläums-Schifffahrt gestellt hatte. Doch es sollte auch ein Abend der Überraschungen werden. Denn selbst die Firmenleitung wusste nicht genau, worauf sie sich bei dem Programm auf dem Deck des Ausflugsschiffes eingelassen hatte. "Wir sind ein mutiges Völkchen", gab der Bessey-Chef die Devise des Abends aus.

Und Mut braucht es, um sich auf die Megatrends einzulassen, die sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf Leben und Alltag auswirken werden. Das jedenfalls machte Trendbeobachter Matthias Haas deutlich, der die Reihe der durchweg anregenden und unterhaltsamen Vorträge eröffnete. Wichtig sei es, sich Zeit für die Beobachtung von Trends zu nehmen, meinte er. Hilfreich könnte schon sein, morgens die erste Stunde im Büro keine Mails zu lesen, sondern nachzudenken, was an diesem Tag wichtig sei. Oder drei Wochen auf eine Berghütte zu gehen oder auf ein Segelboot, sozusagen offline, um den Kopf frei zu bekommen.

Um innovativ handeln zu können, müsste man unvoreingenommen sein, man müsste "verlernen, was man gelernt hat", sagte Indre Zetzsche, Unternehmensberaterin aus Berlin. Sie verglich Entwicklung und Innovation mit der Reise auf einen fremden Planeten. Ein unverfälschter Blick sei notwendig, um eine andere Welt zu entdecken. Innovation sei "work in progress", sagte sie und machte Mut, früher als bisher üblich "mit Prototypen rauszugehen". Nichts sei anstrengender, "als Routinen zu ändern".

Dass Stahl nicht nur für den Werkzeugbau taugt, versuchte Thomas Wizemann, Komponist für Neue Musik, den Fachleuten zu verdeutlichen. Innovation ist ein Wert an sich, so seine Botschaft. Rund 12.000 Buchtitel tauchen in der Suchliste auf, wenn man das Stichwort bei Amazon eingibt. Wie man mit Stahl die "fernöstlichen Märkte zum Klingen bringt", demonstrierte er mit Stahlteilen, die er flugs zum Xylofon und sogar zum Schlagzeug umfunktionierte. Das nutzte Jürgen Kupke, der zuvor schon die Gäste mit seiner jazzig-schrägen Klarinette überrascht hatte, für den Einstieg zu einer gemeinsamen Improvisation. "Präzisionsstahl von Bessey klingt eben besser", stellte Wizemann fest.

Innovationen und Überraschungen haben die Firma Bessey in ihrer gesamten Geschichte begleitet. Das machte Ursula Mayer deutlich, die Witwe des langjährigen Geschäftsführers Dr. Theodor Mayer. Bereits ihr Schwiegervater Dr. Eugen Mayer habe mit seinen Patenten für Spannwerkzeuge für Überraschungen gesorgt. Mit der Geschäftsübernahme durch Theodor Mayer im Jahr 1966 habe ein wahres "Feuerwerk an Expansion" eingesetzt. Nach einer schwierigen Phase ab dem Jahr 2008 habe Karl Fuchs ab 2011 das Unternehmen wieder "stahlhart in den Griff bekommen" und für Überraschungen gesorgt. Ihm überreichte sie als Glücksbringer einen Vierkant-Stahl.

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