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Ellental-Gymnasien bieten Seminarkurs mit praktischer Ausrichtung für die Oberstufe an

Im Schuljahr 2016/17 bieten die Gymnasien im Ellental mit den Bietigheimer Firmen Valeo und Elring-Klinger-Kunststofftechnik (EKT) für Schüler der Jahrgangsstufe 1 erstmals einen naturwissenschaftlich ausgerichteten Seminarkurs an.

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Die beiden Initiatoren der neuen Schüler-Ingenieur-Akademie an den Ellental-Gymnasien: Ingo Knesch (links) und Martin Schmidtgall.  Foto: 

Torwandschießen gibt es nur im Sportunterricht? Nein, das ist auch ein Betätigungsfeld für kleine Daniel Düsentriebs. Genauer gesagt, für naturwissenschaftlich interessierte Oberstufenschüler bei einem neuen Großprojekt, das es an den Ellental-Gymnasien erstmals geben wird. Beim sogenannten Ellentaler SIA-Wettbewerb (Schüler-Ingenieur-Akademie) im Schuljahr 2016/17 haben die Schüler Gelegenheit, ihrem Tüftelgeist freien Lauf zu lassen und eine Torwand zu bauen, die mit Sensoren gesteuert wird. Dabei soll eine Apparatur entwickelt und gebaut werden, die handelsübliche Tischfußbälle auf eine Torwand mit unterschiedlich großen Lochdurchmessern schießt. Die Ausrichtung und Auslösung der Apparatur müssen automatisch erfolgen.

Jugendliche sollen durch das Großprojekt einen praktischen Zugang zu Themenbereichen bekommen, die vorher nicht Gegenstand des Lehrplans an Gymnasien waren. So formulieren es Ingo Knesch, Abteilungsleiter für die Weiterentwicklung des MINT-Bereichs und zuständig für die Koordination differenzierender Lernformen und die Kooperation mit außerschulischen Partnern, und Martin Schmidgall, der stellvertretende Schulleiter von Ellental II. Um Kindern und Jugendlichen künftig gezielter zu zeigen, was sie mit ihrem theoretischen Wissen in Naturwissenschaften in der Praxis so alles anfangen können, soll ab dem Schuljahr 2017/18 an den Ellentalgymnasien neben der SIA auch eine JIA, eine Junior-Ingenieur-Akademie, ins Leben gerufen werden. Diese soll Schüler aus der Mittelstufe spielerisch mit technischen Inhalten vertraut machen, noch bevor Berührungsängste überhaupt aufkommen können, so die beiden Verantwortlichen.

"Bei der Schüler-Ingenieur-Akademie handelt es sich um ein Projekt, das es seit 15 Jahren im Land gibt", lässt Martin Schmidgall wissen, der am Gymnasium in Beilstein bereits gute Erfahrungen damit gemacht hat. "Es ist gedacht als mögliche Antwort auf den Ingenieurmangel und auf das Fehlen von Fachkräften im naturwissenschaftlichen Bereich allgemein. Das SIA-Projekt besteht aus einer Kooperation zwischen Schule, Hochschule und einer oder mehrerer Firmen", macht er deutlich. Die Initialzündung kam vom Arbeitgeberverband Südwestmetall.

Das Besondere beim Seminarkurs der Schüler-Ingenieur-Akademie? "Man muss sich darauf bewerben, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt", so der stellvertretende Schulleiter. Mehr als 15 Teilnehmer sollten es nicht sein. Gearbeitet wird in Dreierteams, die den teilnehmenden Firmen zugeteilt werden.

Die Schüler-Ingenieur-Akademie will auch die Studierfähigkeit verbessern, ein Zertifikat kann als Türöffner zum Ingenieur-Studium oder zum dualen Studium eine Rolle spielen. Der Seminarkurs soll neben der Teamfähigkeit auch die Gabe schulen, selbstständig Lösungen zu finden. "Die SIA bietet früh eine Orientierung. Es ermöglicht dem Einzelnen zu prüfen, ob diese Richtung etwas für ihn ist oder nicht, ohne dass er deshalb gleich einige Semester studieren muss, um das herauszufinden", so Schmidgall.

Inhalte des Bietigheimer Seminarkurses innerhalb der Schüler-Ingenieur-Akademie sind unter anderem das Steuern und Regeln mit dem Mikrocontroller Arduino, der Umgang mit Sensoren und Aktuatoren, das Anfertigen technischer Zeichnungen, der Umgang mit verschiedenen Arten von Elektromotoren und elektronischen Schaltungen. Die Schüler befassen sich mit Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens und machen Firmenbesichtigungen - so der Plan. Mechanische Bauteile können in der Lehrwerkstatt von Elring-Klinger gefertigt werden. Hilfestellungen bei der Programmierung bietet Valeo.

Auch die Jüngeren sollen mit Blick auf die für 2017/18 vorgesehene JIA schon mit dem Arduino-Set, dem Baukasten mit Ultraschallsensoren und einem Mikrochip, zu tun bekommen. Und sogar in der Unterstufe, in der Mach-MINT-AG, beginnt das Spiel mit der modernen Technik schon, sagt Ingo Knesch.

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