Partner der

Eine Stadt spielt die Hauptrolle

|
Kamera läuft: Vor dem Rathaus in der Bietigheimer Altstadt wird die erste Szene für den Imagefilm der Stadt gedreht. Als Statisten mit dabei sind Renate Storm und Svetlana Merklinger (Bildmitte, hinter dem Kinderwagen) sowie Ina Klein.  Foto: 

Eine weiße Drohne schwirrt durch die Luft, sie fliegt durch das Untere Tor in der Bietigheimer Altstadt, über den Kopf eines Mannes hinweg, der seinen Hund an einer orangefarbenen Leine spazieren führt. Gesteuert wird das Fluggerät, an dem eine Filmkamera befestigt ist, von einem jungen Mann über ein Tablet. Am Freitag fanden die ersten Dreharbeiten für den Imagefilm der Stadt Bietigheim-Bissingen statt.

Dreharbeiten gibt es hier nicht alle Tage, Passanten bleiben stehen und verfolgen die Abläufe. Vor lauter Neugier stolpert ein Schuljunge über sein Fahrrad mitten ins Set hinein, er steht auf, entschuldigt sich und lässt dabei die Augen nicht von der Filmkamera. „Die Reaktionen aller Leute waren positiv, es kamen viele Fragen“, sagt Ina Klein, Sprecherin aus dem Presseamt der Stadt. Die Verwaltungsfrau trägt ein cremefarbenes, kurzes Sommerkleid, dabei hatte es am Morgen noch fünf Grad in der Altstadt. Aber Ina Klein wirkt selbst als Statistin mit in dem Werbefilm, der die besten Seiten der Stadt zeigen soll.

„Der Film soll sommerlich wirken, deshalb ziehen wir die Daunenjacken nur in den Drehpausen über“, sagt die Stadtsprecherin. Im Vorfeld hat die Firma Artus Postproduktion  aus Ludwigsburg schon bei einem Playoff-Spiel der Bietigheim Steelers in der EgeTrans-Arena gefilmt, auch die städtische Galerie, die Musiker der Süddeutschen Kammersinfonie und die Bundesligaspielerinnen der SG BBM treten noch in Aktion. Im Spätherbst dieses Jahres soll der dreiminütige Film fertig sein.

Laut Martin Kuhnert, Geschäftsführer der Filmproduktionsfirma, wird kein Sprecher die einzelnen Szenen erklären, alle Abläufe und Bilder sollen für sich sprechen. „Das macht den Film internationaler“, sagt Kuhnert. Üblich sei es außerdem, dass wie in diesem Fall ausschließlich Laiendarsteller mitwirken. „Wir erstellen auch Filme für mittelständische Unternehmen, in denen wirken dann echte Mitarbeiter mit.“ Das wirke authentischer und die Angestellten identifizierten sich mehr mit dem Arbeitgeber. Beim Werbefilm über Bietigheim-Bissingen geht es eher um die Liebe zur Heimat oder zum Wohnort. „Ich lebe und arbeite seit 25 Jahren in Bietigheim und bin mit Herzblut dabei“, sagt Svetlana Merklinger. Die 44-Jährige genießt zwischen ihren Einsätzen als Statistin gerade die Sonne am Japangarten. Vor der Kamera zu stehen habe sie keine Überwindung gekostet. „Ich finde das lustig und kann dabei die Abläufe eines Filmdrehs beobachten.“

Mit dem Versprechen, dass ihr Po im Endprodukt noch knackiger aussieht, hat man die 65-jährige Renate Storm vor die Linse gelockt. „Heute Morgen sind wir sieben oder acht Mal die Stufen zum Rathaus hoch gestiegen, weil es mehrere Aufnahmen davon gebraucht hat“, sagt die Großsachsenheimerin. Renate Storm spielt Theater und ist die Wiederholungen daher gewohnt.

Mit einer Ausnahmegenehmigung der Stadtgärtnerei öffneten sich am Freitag sogar die Holzlatten-Tore zum Japangarten. Ein junges Paar wird dabei gefilmt, wie er ein Handyfoto von seiner Freundin knipst. Roswitha Ott, bald die Leiterin der Stadtgärtnerei, verfolgt das Geschehen mit kritischem Blick. „Immerhin besser als die Pokémon-Spieler, die heimlich über den Zaun geklettert sind“, murmelt sie und schaut noch kurz mit Interesse bei den Dreharbeiten zu.

Info Vor 17 Jahren wurde der letzte Film über die Enzstadt veröffentlicht, deshalb fand die Stadtverwaltung, es sei Zeit für eine Neuauflage. Der Kurzfilm wird bald in den Sozialen Medien und auf der Homepage der Stadt zu sehen sein. Einwohner, die gerne an einem der nächsten Drehtage mit vor die Kamera treten wollen, melden sich über die Facebook- oder Twitter-Seite der Stadt Bietigheim-Bissingen.

In jeder Einstellung präsent: Die Farbe Orange aus dem Logo der Stadt Bietigheim-Bissingen. Die Statisten tragen Ac­ces­soires in leuchtendem Orange, zum Beispiel eine Trinkflasche, eine bunte Hundeleine und eine Umhängetasche. „Wir wollten ein Motiv mit Wiedererkennungswert“, erläutert Ina Klein aus dem Presseamt der Stadt den Gedanken hinter diesem kleinen Detail. Wenn der Imagefilm der Stadt im Herbst fertig ist, kann man sich selbst auf die Suche nach orangefarbenen Farbklecksen machen. cri

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Wappen
Ludwigsburg

Bietigheim-Bissingen

Einwohner: 42968 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74321
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 211 m ü. NHN
Oberbürgermeister Jürgen Kessing (SPD)

www.bietigheim-bissingen.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Evangelische Kirche: 61 Millionen Euro an Steuereinnahmen im Kreis

Nur in Stuttgart hat die evangelische Kirche in Baden-Württemberg mehr Kirchensteuer eingenommen als im Landkreis Ludwigsburg, vermeldet das Statistische Landesamt. weiter lesen