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Ein Film, der keinen kalt lässt

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„Ich hätte jetzt nicht aufstehen können und gehen“, sagt eine Frau aus dem Publikum, die zur Gesprächsrunde nach dem Film geblieben ist. Wie zwölf weitere Besucher hat sie den Kinosaal nach dem Abspann von „Das Tagebuch der Anne Frank“ nicht verlassen. Christian Turrey vom Arbeitskreis „Kino & Kirche“ sowie Barbara Schüßler vom Pädagogisch-Kulturellen Centrum (PKC) Freudental standen im Anschluss für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Den Kinobesuchern war anzumerken, dass sie das Gesehene erst verarbeiten mussten. Einige strömten nach Filmende sofort ins Freie („Ich muss erst mal raus und das sacken lassen“), andere erhoben sich zögerlich und stumm von ihren Sitzen. Kalt gelassen hat der Film wohl niemanden. Die aktuelle Saison der „Kino & Kirche“-Reihe steht unter dem Leitgedanken „Freiheit“. Die gezeigten Filme sollen Aspekte dieses Themas aufgreifen, sagte Turrey. Außerdem wolle man verschiedene Genres anbieten. Am Mittwochabend war deutsche Geschichte dran. Um 17 und um 20 Uhr zeigte das Olympia-Kino in Bissingen die Neuverfilmung (2016) der Geschichte von Anne Frank. 71 Jahre nach Kriegsende ist sie der erste deutsche Spielfilm überhaupt, der sich dieser annimmt.

Die junge Jüdin Anne Frank, in Frankfurt geboren, musste sich mit ihren Eltern und ihrer Schwester vor den Nationalsozialisten verstecken. Gemeinsam mit vier anderen Juden lebten sie geheim in einem Amsterdamer Hinterhaus. 761 Tage ging das gut, dann wurden sie von der Gestapo verhaftet und auf Konzentrationslager verteilt. Anne Franks Vater Otto hat als Einziger aus der Familie den Holocaust überlebt. Nach Kriegsende veröffentlichte er die Tagebücher seiner Tochter, an denen er allerdings einige Veränderungen vorgenommen hatte.

Die Neuverfilmung blickt auf die Geschehnisse aus der Perspektive des pubertierenden Mädchens. Sie rückt in den Vordergrund, was einen Teenager in dieser Lage bewegt, zeichnet den persönlichen Kosmos Anne Franks. Über Aspekte der filmischen Umsetzung und Anachronismen sprachen die Interessierten nach der Vorstellung. Einige waren bereits am tatsächlichen Versteck-Ort in der Amsterdamer Prinsengracht gewesen und verglichen ihre Erinnerungen daran mit den nachgestellten Kulissen. Manche kamen, weil der Film zu ihrem Kino-Abo gehörte.

Eine Frau erzählte, dass sie das „omnipräsente Thema“ seit der Schulzeit begleite und fand: „Man sollte das Thema nicht fallen lassen.“

Info Als nächsten Film in der Reihe „Kino & Kirche“ zeigt das Olympia-Kino am 17. Mai um 17 und 20 Uhr „Toni Erdmann“. Eintritt: sieben Euro.

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