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Die Sprache ist der Schlüssel

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  • Zehra Cirak las schon 2012 bei „Deutsch geht gut“ in Bietigheim-Bissingen vor einer neunten Klasse der Waldschule. 1/2
    Zehra Cirak las schon 2012 bei „Deutsch geht gut“ in Bietigheim-Bissingen vor einer neunten Klasse der Waldschule. Foto: 
  • Foto: Deutsch geht gut 2/2
    Foto: Deutsch geht gut Foto: 
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Schon 2012 begeisterte die Schriftstellerin Zehra Cirak beim Literaturprojekt „Deutsch geht gut“ der Freundeskreise der Sandschule, der Realschule im Aurain und der Realschule Bissingen die Schüler. Cirak ist eine von fünf Autoren nichtdeutscher Herkunft, die ihre Bücher auf Deutsch schreiben, und während des Projektes in die Stadt kommen.

2012, als sie an „Deutsch geht gut“ teilnahm, war gerade ihr bislang letztes Buch „Der Geruch von Glück“ erschienen. In diesem stellte sie besondere Menschen in besonderen Geschichten vor.

Eigentlich, so sagt Zehra Cirak selbst, ist sie eine Gedichteschreiberin und so sind auch ihre Prosageschichten poetisch, sensibel und sehr feinsinnig. Die geborene Türkin mit dem Hang zur Lyrik weiß es, so sagt sie, ganz genau: Die Sprache ist der Schlüssel zu Gefühlen. Und so trifft sie in ihren Geschichten meist diese auf den Punkt. Wie ein Gedicht, in dem man ein Gefühl kurz und bündig in Bildern ausdrückt, so ist auch Ciraks Prosa. Nicht umständlich, aber schön. „Doch man fühlte sich leben“, ist einer dieser Sätze, die der Leser in sich einsaugt wie ein Schwamm und genau weiß, wovon die Autorin schreibt.

2013 erschien zwar wieder ein Buch von ihr, allerdings eines der ganz anderen Art und eines, das sie mit ihrem Lebensgefährten, dem Objektkünstler Jürgen Walter zusammen schrieb. „Die Kunst der Wissenschaft – Neun mal drei Stühle zu Ehren der Wissenschaften“ heißt es und befasst sich mit 27 Wissenschaften, die als Stühle dargestellt werden.

Mit Jürgen Walters kurzen, die jewei­lige Wissen­schaft erläu­ternden und zugleich einlei­tenden Sätzen, wird eine Brücke zu den lyri­schen Texten von Zehra Çirak geschlagen, die mit ihren eigenen Sprach-Bildern spie­le­risch auf die entsp­re­chenden Objekte und Wissen­schaften eingeht. „Ach die noch Kommenden, viel­leicht sitzt auf der Samen­bank mit den Geis­tes­bein­chen baumelnd, ein Genie neben dem anderen, und wartet auf seinen Aufruf“ schreibt sie beispielsweise in „Philosophie“. Zusammen mit Walters Kunstobjekten entstand so eine Verknüpfung von Kunst und Wissenschaft gleich in mehrerlei Hinsicht.

Jürgen Walters Serie von Kunst-Objekten, die verschiedenen Forschungsbereichen nachgeht – mal kritisch mal ironisch, aber stets mit respektvoller Achtung vor deren Ergebnissen - ermöglicht ganz eigene Einblicke in diese Wissenschaften. Durch Zehra Çiraks Texte entsteht ein nochmals anderer Blickwinkel darauf: .Auf der Suche, nach dem was hinter dem Rand. Auf der Suche nach der Kunde von der Welt“ (aus Geologie). Die Schüler begeisterte Cirak 2012 aber vor allem durch die Erzählungen aus ihrem bewegten Leben. Mit 20 ist sie von zu Hause „abgehauen“, sagte sie, für eine Türkin in den 1980er-Jahren unglaublich mutig. Sie sei nie gut in der Schule gewesen – und schon hatte sie die Schüler auf ihrer Seite. Kosmetikerin habe sie gelernt, aber immer auch geschrieben. Und noch einmal musste sie „abhauen“, als sie den Deutschen Jürgen Walter kennen- und lieben lernt und ihr türkischer Vater die Beziehung rigoros ablehnt. Sie geht mit Walter von Karlsruhe nach Berlin, wo sie noch heute lebt. Die Mischung aus schriftstellerischen Beispielen und Erzählungen aus dem eigenen Leben macht das Literaturprojekt „Deutsch geht gut“ so interessant für die Schüler, so dass auch im 15. Jahr der Reiz, in den sich anschließenden Schreibwerkstätten selbst zu schreiben, nicht verloren ging.

Info Dieses Jahr nehmen folgende Autoren teil, die in einer  Artikelreihe vorgestellt werden: Zehra Cirak, Nina Blazon, Artur Becker und Jaroslav Rudis. Am Mittwoch, 15. Februar, 20 Uhr, lesen die Schriftsteller in der Otto-Rombach-Bücherei.

www.deutsch-geht-gut.de

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