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Die Ärzte im Abenteuerland Bietigheim-Bissingen

In Horden fielen die Ärzte-Fans am Sonntag in Bietigheim-Bissingen ein, in Horden verschwanden sie wieder. Was bleibt, ist die Erinnerung an das Konzert des Jahres - und jede Menge knackiger Sprüche.

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Edward Snowdon ist ja in aller Munde. Auch an den Ärzten kommt der Enthüller der großangelegten Datenspionage des US-Geheimdienstes nicht vorbei. "Wir sind die Whistleblower aus Berlin", rufen sie am Sonntagabend 17.000 Fans unterm Bietigheimer Viadukt zu. Zu diesem Zeitpunkt liegt das Mobilnetz in der Stadt längst lahm. SMS, Telefonate? Fehlanzeige. Schuld ist offenbar die Band: "Wir haben die Handys angezapft."

Dann hallen die ersten Songs über die Köpfe der Fans hinweg. "Ich merk schon, hier sind einige zum ersten Mal auf einem Ärzte-Konzert", heißt es von der Bühne. Schon schließt das Trio die Wette ab, das Bietigheimer Publikum aus der Reserve zu locken. Erst gibts Sprüche, die den Ungeübten die Schamesröte ins Gesicht treiben, dann wird eine schwäbisch behäbige La-Ola-Welle gestartet. Ohnehin hat "Die beste Band der Welt" allerhand Gymnastik im Gepäck: Mal heißts hinsetzen, mal heißts lauter klatschen, mal sollen Kleidungsstücke wie im Fußballstadion durch die Luft gewirbelt werden.

"Und, wie sind wir so?", fragt Bela B. und ist zugleich schockiert: "Wie, nur okay?" Sein Bandkollege Farin Urlaub weiß Rat: "In Baden-Württemberg heißt okay sehr gut." Richtig gut finden die Ärzte die "Anti-Nazi-Demo" vom 6. Juli. Bela B. kommentiert die "Menschenkette gegen Rechts" mit " Applaus" und leitet zu "Schrei nach Liebe" über. Dann gibts kein Halten mehr: Ob Irokese auf dem Kopf oder spießiges Ringelhemd am Leib - 17.000 Fans gröhlen mit.

Unter ihnen: die Ludwigsburgerin Dorit Laasch van Schwartzenberg. Die 49-Jährige rockt am Sonntag samt der ganzen Familie unterm Viadukt ab. "Mann, Bruder, Vater, die Kinder und deren Partner - alle sind dabei", erzählt der eingefleischte Ärzte-Fan. "Ich habe alle CDs, war schon auf vielen Konzerten." Dass sie in Bietigheim dabei ist, für die Ludwigsburgerin Ehrensache: "Die Karten haben wir schon seit einem halben Jahr."

Auch für die 29-jährige Yvonne Schmitt aus Hockenheim ist ein Ärzte-Konzert Pflicht. Mit zwölf Jahren hat die Band zum ersten Mal spielen hören und danach noch viele Mal. "Ich habe aufgehört zu zählen." Das Trio findet sie witzig und die Musik immer noch gut. Vanessa Meierhofer aus Ludwigsburg ist dagegen zum ersten Mal dabei, und auch ihr gefällts: "Die Location ist cool."

Das Konzert endet, wie es begonnen hat: Mit einem spitzen Querverweis auf Pur: "Wir hoffen, wir konnten euch ins Abenteuerland mitnehmen." Denn die Ärzte wissen: "Morgen wieder schaffe, schaffe, Häusle bauen." Dann schließlich lassen die Whistleblower aus Berlin Bietigheim-Bissingen wieder hinter sich. Doch aus den Augen heißt nicht aus dem Sinn: "Wir haben eure Bewegungsprofile aufgezeichnet."

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