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Der Umstieg wird teurer

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Pendler Marcus S. ist sauer: Jeden Tag fährt er von seinem Wohnort im Kreis Heilbronn mit dem Auto zum Bietigheimer Bahnhof, um von dort mit der Bahn weiter zu seinem Arbeitsplatz zu kommen. Doch von Januar an wird das für ihn deutlich teurer. Denn dann kostet ihn die Halbjahreskarte für das Parkhaus am Bahnhofsvorplatz nicht mehr 67, sondern 102 Euro. Die Steigerung um 52 Prozent bezeichnet er als Abzocke und ungerechtfertigt. Zumal sich für ihn ja keine Verbesserungen ergeben. „Der Zustand des Parkhaus ist nicht gerade löblich“, sagt er. Es gebe „ständige Müllansammlungen, Geruchsbelästigung aus Hinterlassenschaften von Mitbürgern und Wassereintritte bei starken Regenfällen mit Pfützen“. Und weil es keine Schranke, vielleicht auch speziell nur für einen Bereich für Dauerparker, gibt, habe er keine Garantie für einen Stellplatz. „Ich finde es eine absolute Zumutung, auf Kosten der Pendler Kapital zu schlagen.“

Doch wer ist es, der davon profitiert? Das ist eigentlich eindeutig – kommuniziert wird aber etwas anderes. Denn in einem Schreiben des VVS, der als Dienstleister den Verkauf übernimmt, heißt es: „Aufgrund einer Entscheidung der Stadt Bietigheim-Bissingen werden die Parkentgelte für die P+R-Anlage Bietigheim Bahnhofsvorplatz zum 1. Januar 2017 auf 102 Euro kalenderhalbjährlich angepasst“.

Doch bei der Stadt wehrt man ab. Sie betreibt bislang sowohl das besagte Parkhaus, als auch das beim Valeo-Areal. Und dieses muss sie im Januar wieder abgeben, und zwar an Contipark. Das Tochterunternehmen habe ein anderes Preissystem, teilt die Deutsche Bahn auf BZ-Anfrage mit. Neben den Halbjahreskarten zu 102 Euro gibt es künftig einen Dauerparkvertrag über monatlich 25 Euro für diejenigen ohne Zeitkarte des VVS. „Das Unternehmen muss ja auch kostendeckend arbeiten“, heißt es.

Und weil die Bahn die Preise erhöht, müsse das auch die Stadt tun, weil sonst alle nur noch ins günstigere wollten, so Sprecherin Anette Hochmuth. Bislang habe man auf den Monatspreis von 17 Euro beim Halbjahresticket  Rabatt gewährt, weil man insgesamt nur wenig fürs Parken verlange.

Pendler Marcus S. kann das alles nicht nachvollziehen. Denn nicht nur die Preise erhöhen sich. Er kann künftig dann auch nur im Parkhaus am Bahnhofsvorplatz parken, und nicht noch auf das zweite Parkhaus ausweichen. Sollte er dort parken wollen, so der VVS, müsse er eine zusätzliche Parkmarke lösen, da es sich um unterschiedliche Betreiber handele. Marcus S. bleibt aber keine andere Möglichkeit, als das zähneknirschend zu akzeptieren. Denn: „Die Bahn selbst ist aufgrund verschiedener Punkte als keine gänzliche Alternative zu sehen. Ich bin bis 2012 nahezu zehn Jahre nur Bahn nach Stuttgart gefahren – was immer schlechter wurde sowohl bei den Fahrplänen als auch bei den Preisen. Vom Zustand der Fahrwaggons will ich gar nicht erst sprechen.“

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