Partner der

BZ-Krimi: 3. Fortsetzung 3 von Pauline Turrey

|
"Sag' a mal, warum hast du mir nicht gesagt, dass du Hasenhündl gekannt hast?", beschwerte sich Breitscheitl, als er mit seiner Kollegin das Museum verließ. "Ist das denn wichtig? Willst du mich jetzt verhaften? Ich stand mal neben ihm, ja und?" "Und warum verschweigst du mir das?" "Ich hatte eben vergessen, dass ich ihn schon mal getroffen habe!", fauchte sie und beendete so das Gespräch. Aber irgendwie glaubte ihr Breitscheitl nicht.
 
Ostberger saß nicht wie gewohnt hinter ihrem Schreibtisch, als er am nächsten Morgen ins Kommissariat kam. Ihr Wagen hatte auch nicht auf dem Parkplatz gestanden. Er fragte einen Kollegen nach ihr, aber anscheinend war die Kommissarin noch nicht aufgetaucht. Ungewöhnlich für sie, die sonst immer so überpünktlich und korrekt war.
Er versuchte, sie auf dem Handy zu erreichen, aber sie nahm nicht ab. "Wahrscheinlich ist sie gestern nach Feierabend noch unterwegs gewesen und kommt jetzt nicht aus dem Nescht", dachte er sich und wandte sich der Akte auf seinem Schreibtisch zu.
 
Gegen Abend klingelte sein Handy. Das Display zeigte die Nummer seiner Kollegin an, die bis jetzt immer noch nicht aufgetaucht war. "Auf die Ausrede bin ich gespannt", murmelte er und nahm das Gespräch an. "Fabienne, wo bist...", begann er, wurde jedoch sofort unterbrochen: "Schorsch, ich hab eine heiße Spur im Fall Hasenhündl! Wegen des Fotos!" "Was, wirklich, wo steckst du?" "Ich kann jetzt nicht, Schorsch", meinte sie und legte auf. Verblüfft saß Breitscheitl an seinem Schreibtisch und starrte das Handy in seiner Hand an, als würde es wissen, was in seine Kollegin gefahren war. Plötzlich fiel ihm etwas auf: Sie hatte ihn "Schorsch" genannt, obwohl sie sich sonst strikt dagegen sträubte, seinen schwäbischen Spitznamen zu verwenden. Und noch dazu zweimal. Irgendetwas stimmte da ganz und gar nicht. War ihr womöglich etwas zugestoßen? Und was hatte sie mit dem Foto gemeint? Das Foto zeigte sie und Hasenhündl, soweit er sich erinnern konnte, zusammen mit einigen Honoratioren der Stadt, und zwar vor dem Pulverturm. Wollte sie womöglich darauf hinaus? Einer plötzlichen Eingebung folgend nahm er seine Dienstwaffe aus der Schublade und verließ schnellen Schrittes die Polizeiwache.

Einige Minuten später stand er vor dem Pulverturm in der Innenstadt. Er kletterte mühsam über die Holzabsperrung und schlich mit gezückter Waffe die Treppen nach oben. Einige Tauben saßen im Treppenhaus und flatterten erschrocken auf. Irrte er sich oder war von oben eine Stimme zu hören? Vorsichtig blickte er um die Ecke, nachdem er alle Steintreppen bezwungen hatte. Sofort sah er den roten Haarschopf seiner Kollegin im Licht der untergehenden Sonne aufblitzen, sie saß auf dem Boden und soweit er erkennen konnte, war sie geknebelt. Dann erblickte er eine zweite Gestalt und ihm entfuhr ein leises: "Om Hemmels Willa!" Es war kein anderer als Harry Hasenhündl persönlich.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Blutspur in der Villa Visconti

Eine "Blutspur in der Villa Visconti", ein grausam zugerichtetes Opfer, ein Spaten als Waffe und der Tatort fast am anderen Ende der Stadt. Hauptkommissar Georg "Schorsch" Breitscheitl und Kommissarin Fabienne Ostberger sind im Bietigheim-Krimi ratlos. Über die Fortsetzung entscheiden die BZ-Leser.

mehr zum Thema

Wappen
Ludwigsburg

Bietigheim-Bissingen

Einwohner: 42968 (31. Dez. 2015)
PLZ: 74321
Regierungsbezirk: Stuttgart
Höhe: 211 m ü. NHN
Oberbürgermeister Jürgen Kessing (SPD)

www.bietigheim-bissingen.de/

Nachrichten aus Ihrer Gemeinde

Mehr aus der Region
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Großes kreatives Potenzial

In der Städtischen Galerie sind gleich drei neue Ausstellungen zu sehen. Zur großen Austellung des Künstlerbundes Baden-Württemberg kommen zwei Einzelschauen. weiter lesen