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Bürgergespräch im Wohngebiet Buch - Wartehäuschen ist fertig - Enge in Sucystraße

Im Wohngebiet Buch hat sich in den zurückliegenden Monaten viel getan, so das Fazit beim alljährlichen Bürgergespräch mit Oberbürgermeister Jürgen Kessing. Doch es könnte noch mehr getan werden, vor allem beim Thema Verkehr.

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Fast zwei Jahre hatten einige rüstige Seniorinnen immer wieder bei der Stadt vorgesprochen, um ein Wartehäuschen an der Haltestelle Sonderschule zu bekommen. 70 000 Euro investierte die Stadt in den Umbau.  Foto: 

Die Zahlen beeindruckten die Zuhörer: Detailliert listete Oberbürgermeister Jürgen Kessing am Donnerstag im BHTC-Vereinsheim auf, wie viel die Stadt seit dem letzten Bürgergespräch in das Wohngebiet Buch investiert hat. Etwa die 250.000 Euro in die neue Mensa für die große Grundschule, 30.000 Euro für Zaun und behindertengerechtes WC in der Förderschule, rund 50.000 Euro für neue Fenster im Sanitärtrakt an der BHTC-Sportanlage oder rund 38 000 Euro für die Weihnachtsbeleuchtung im Buchzentrum.

Mit 70.000 Euro tief in die Tasche greifen musste die Stadt auch für das passend zum Termin fertiggestelllte Wartehäuschchen für die nun dank Hochbordstein als behindertengerecht geltende Bushaltestelle im Gröninger Weg. Und für Straßensanierungen wurden insgesamt 150.000 Euro fällig. Aktuell kommen dazu noch die Reparaturkosten nach dem Wasserrohrbuch und der abgesackten Fahrbahn in der Buchstraße.

Und doch könnte die Stadt mehr tun, so der Tenor vieler der knapp 30 Gäste des Bürgergesprächs, wenngleich sich die meisten sehr zufrieden mit der Stadtverwaltung zeigten und zum Beispiel die Seniorenfeier sehr lobten.

Beklagt wurde etwa ein lückenhaftes Radwegenetz, zum Beispiel rund ums Buchzentrum. Zuvor hatte ein Bürger moniert, dass gerade dort Radfahrer einen nur für Fußgänger gedachten Weg nutzten - "es ist erstaunlich, wie viele Analphabeten es gibt", kommentierte das Kessing. Er unterstrich auch die Bedeutung gegenseitiger Rücksichtnahme, etwa dort, wo es im Gröninger Weg die neuen Fahrradschutzstreifen gibt (wir berichteten). "Es gibt aber auch wenig Alternativen für Radler", entgegnete ein weiterer Mann, und nannte neben dem Zentrum als Beispiel die Sudetenstraße, wo man nach kurzer Strecke vor parkenden Lastwagen stünde, oder die Gustav-Rau-Straße.

Doch auch Autofahrer hatten Kritik, etwa wegen der Parkplatznot rund um das Buchzentrum. Vielleicht könnte man die erlaubte Parkdauer von zwei auf eine Stunde reduzieren, schlug deshalb ein Mann vor. Denn einige Autofahrer würden einfach nur ihre Parkscheibe weiterstellen und so lange einen Platz blockieren. Ein Problem, das es auch anderswo gebe, so Kessing, der auf häufig gleichzeitig existierende viele freie Plätze verwies, die zwar einen kleinen Betrag kosten würden, den viele aber nicht bereit seien zu zahlen. Den Parkdruck in Bahnhofsnähe entlasten soll das neue Parkhaus, verwies Kessing auf die Pläne, und währenddessen Bau gebe es einige Ausweichmöglichkeiten auf dem Valeo-Areal. Dort wünscht sich auch Susanne Medrow von der örtlichen Carsharing-Filiale, die Werbung für ihr Angebot machte, einen Stellplatz für den möglicherweise dann dritten Leihwagen. Gerade an Bahnhöfen gebe es ein großes Potenzial.

Vielen Bürgern ging es an einigen Stellen auch zu eng zu. Spürbar sei das etwa beim Wasserrohrbruch geworden, als die Busse die gesperrte Buchstraße über die Gartenstraße umfuhren, und es dort im Begegnungsverkehr problematisch geworden sei. Das müsse man berücksichtigen, wenn auf dem ehemaligen Valeo-Areal Wohnungen entstehen sollen. Über diese Pläne soll, wie berichtet, im April der Gemeinderat diskutieren.

Eng gehe es beispielsweise auch in der Sucystraße zu. Das gelte ebenso in der Frimleystraße, sagte eine Frau, vor allem für Fußgänger und Müllfahrzeuge sowie für Autos in einigen, nur 1,68 Meter breiten Parkbuchten, ergänzte ein Anwohner. Eine Bürgerin schlug vor, von der Berliner Straße kommend eine Einbahnstraße zu machen - ein Vorschlag, der bei vielen Anwesenden auf wohlwollendes Nicken stieß. Die Straße beobachte man derzeit verstärkt aufgrund von gemeldeten Problemen, sagte Kessing.

Weniger Freude als bei der Stadt schien es dagegen wegen der angekündigten Erweiterung der Firma Basler zu geben, weshalb derzeit im Zuge des Bebauungsplanverfahrens ein Lärmgutachten erstellt werde. Ein Anwohner erwartet deutlich mehr Logistikverkehr, zudem würden generell einige Lastwagen nachts zu schnell fahren und wegen Bodenwellen laute Geräusche verursachen.

Doch der Wunsch eines Bürgers nach mehr elektrisch betriebenen Transportern beschied Kessing wenig Aussicht auf Erfolg - denn die Kosten für die Umrüstung würden viele Kunden eben nicht zahlen wollen.

Besorgnis wegen Flüchtlingen

Unterbringung Auch das Thema Flüchtlinge wurde angesprochen. Bislang gibt es wie berichtet in einer Fabrikhalle an der Gustav-Rau-Straße bis zu 200 Plätze, in die Rötestraße sollen demnächst rund 100 kommen und in die neuen Modulbauten an der Geisinger Straße 400. "Ich finde das extrem viel für uns als Stadtteil", so eine Bürgerin. Man versuche, schnellstmöglich die genehmigten Flüchtlinge in kleineren Wohneinheiten unterzubringen, sagte Kessing.

Belästigungen Es sei zwar noch nichts passiert, aber sie habe schon einige unangenehme Begegnungen gehabt, sagte die Bürgerin weiter. Sie wisse auch von mehreren Belästigungen am Bahnhof. Ein Mann ergänzte, ein Bekannter sei angetanzt, beschimpft und dann sein Geldbeutel gestohlen worden. Die Polizei zeige bei solchen Fällen kein so großes Interesse oder melde gar nicht alle, so die Kritik. Kessing entgegnete, dass es wie bei den Deutschen auch unter den Flüchtlingen solche gebe, die keine guten Absichten hätten. Und bat, der Polizei rasch Hinweise zu geben.

 

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