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Bosch AS, Betriebsrat und IG Metall einigen sich - Bietigheim: Ausbau zum Kompetenzzentrum

Die Robert Bosch Automotive Steering GmbH, der Betriebsrat am Standort Bietigheim-Bissingen und die IG Metall haben eine Einigung zu laufenden Sozialtarifverhandlungen erzielt. Betriebsbedingte Kündigungen wird es bis 2021 nicht geben.

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Am Standort der Bosch AS GmbH in Bietigheim-Bissingen wurde für die Beschäftigten ein Kompromiss ausgehandelt.  Foto: 

Bei den Verhandlungen zwischen der Bosch AS GmbH, dem Betriebsrat und der IG Metall standen, wie berichtet, die Konsolidierung des Pumpengeschäfts und die damit verbundene Zukunft des Standortes Bietigheim-Bissingen im Mittelpunkt.

Verhandelt wurden bis zum Montag die Rahmenbedingungen für die Verlagerung der Pumpenfertigung für Lenksysteme von Bietigheim-Bissingen nach Berlin. Zuvor hatte die IG Metall seit Februar zu Warnstreiks aufgerufen. Gefordert wurden dabei der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen, Abfindungen bei freiwilligem Ausscheiden sowie eine Prämie beim Wechsel an andere Bosch-Standorte.

Die Pumpenfertigung, die zurzeit in Bietigheim und Berlin angesiedelt ist, soll nun allein in Berlin konzentriert werden, um diese Fertigung zukunftssicher zu gestalten und am Standort Deutschland halten zu können. Das Werk in Berlin könne im Vergleich zum Standort Bietigheim deutlich günstiger produzieren, durch die Konsolidierung würden zudem doppelte Infrastrukturkosten entfallen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung zur Konzentration.

Man freue sich, dass die Verhandlungen zu einem guten Ergebnis geführt hätten und der Standort in Bietigheim jetzt eine langfristige Perspektive erhalte, so Christian Sobottka, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch Automotive Steering GmbH.

Das Ergebnis im Einzelnen: Das Unternehmen bietet 150 bis 170 Mitarbeitern die Möglichkeit zu Vorruhestand, Altersteilzeit und freiwilligen Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht vorgesehen, heißt es weiter. Für 120 bis 130 Mitarbeiter soll es ein Angebot zur Weiterbeschäftigung an anderen Bosch-Standorten geben, etwa in Feuerbach. "Das können wir nur bieten, weil wir eine starke und in der Region verwurzelte Bosch-Gruppe im Rücken haben", so Sobottka.

Hinzu kommt: Neben der Fortführung der Komponentenmontage für die Elektrolenkung mit 150 bis 200 Mitarbeitern wird Bosch AS nach eigenen Angaben eine Systementwicklung für Funktionen des automatisierten Fahrens mit rund 80 Entwicklern in Bietigheim ansiedeln. Darüber hinaus soll das Werk zum Kompetenzzentrum für die Nachserienversorgung für elektrische Lenksysteme ausgebaut werden - mit 50 oder mehr Arbeitsplätzen.

"Die Elektrolenkungen für Pkw sind seit etwa zehn Jahren im Serieneinsatz. Das Nachseriengeschäft nimmt nun deutlich zu. Bietigheim-Bissingen soll von diesem wachsenden Markt profitieren", so Christian Sobottka.

Konrad Ott, erster Bevollmächtigter der IG Metall, bewertete das Verhandlungsergebnis als "akzeptablen Kompromiss". Positiv sei die Absicherung der drei Standbeine Elektrolenkungen, Nachseriengeschäft und automatisiertes Fahren. Positiv sei ebenso, dass betriebsbedingte Kündigungen bis 2020/2021 ausgeschlossen seien. "Dies war eine Hauptforderung von uns", sagte Ott.

Für den Standort Bietigheim-Bissingen hätte sich Ott allerdings den Beibehalt von mehr produktiven Arbeitsplätzen gewünscht. Unter dem Strich sei das Ergebnis jedoch nur durch die Beteiligung der Beschäftigten möglich gewesen.

Die IG-Metall-Mitglieder der Belegschaft am Standort Bietigheim-Bissingen müssen der am Montag abgeschlossenen Vereinbarung noch zustimmen, damit sie Gültigkeit erlangt. Die Verhandlungspartner haben vereinbart, dass die IG Metall eine Abstimmung bis zum 27. April herbeiführt.

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www.bietigheim-bissingen.de/

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