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Bessere Sprachkenntnisse: Grundschule im Buch an Pilotprojekt des Landkreises beteiligt

Wie kann man Sprachkenntnisse verbessern? Das haben vier Schulen mit einer neuen Methode getestet und nun die Ergebnisse präsentiert.

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Das Beispiel ist eindrücklich: Eine Grundschülerin sollte aufschreiben, was sie am Wochenende erlebt hat. Heraus kam ein Text voller Fehler, dessen Sätze nur aus einer Aneinanderreihung von zwei, drei Wörtern bestanden. Ein Raunen geht durch die Reihen der Grundschullehrer aus dem Kreis, die in der Buchschule sitzen. Sie kennen das: Immer mehr Kindern falle es schwer, zu verstehen. Und es gebe immer mehr Antworten in Ein-Wort-Sätzen, so die an die Leinwand geworfene These.

Abhilfe schaffen soll das am Mittwoch präsentierte Projekt "Sprachförderung gemeinsam verankern" von Bildungsregion Landkreis Ludwigsburg und dem Staatlichen Schulamt, das von einer Stiftung der Kreissparkasse mit einer nicht genannten Summe gefördert wird. Vier Schulen - die Grundschulen im Buch und in Benningen, die Schule auf dem Laiern in Kirchheim und die Schwieberdinger Hermann-Butzer-Schule, die seit Herbst 2014 dafür einen Verbund gebildet hatten - haben dabei mitgemacht. Ziel ist es, die laut Projektleiterin Andrea Thormählen "große Kluft" zwischen der Alltags- und der sogenannten Bildungssprache zu schließen. Theoretische Grundlage ist die Scaffolding-Methode, in der sich ein Team aus vier bis fünf Lehrern pro Schule fortgebildet hat. Scaffolding biete, wie das Wort auf Englisch bedeutet, den Schülern ein Gerüst, wie sie im Fachunterricht Textkompetenz erwerben können. Und auch die Lehrer lernen, sich selbst zu hinterfragen: "Drücke ich mich verständlich aus? Mache ich Pausen?"

In der Grundschule im Buch haben die beteiligten Lehrerinnen ebenfalls zunächst ein Gerüst erstellt - für sich. Darauf haben sie definiert, welche Wörter, aber auch welche grammatikalische Strukturen und Inhalte ihre Erstklässler zum Thema Straßenverkehr lernen sollen, erklären Birgit Renke und Sabine Keller. Begonnen wurde mit einfachen Begriffen, dann folgten Ortsbestimmungen, in weiteren Unterrichtsstunden sollten die Schüler dann komplexe Verkehrsszenen selbst beschreiben können. Gelernt wurde unter anderem mit selbst erstellten Karten mit Verkehrsschildern. Zudem gab es Experimente in verdunkelten Räumen. Getestet wurde es aus Sicht der Lehrerinnen erfolgreich an ersten Klassen - und dort war der Bedarf groß. Zehn Prozent der Schüler seien Flüchtlinge, 70 Prozent hätten einen Migrationshintergrund. Zwar seien viele Kinder hier geboren, die Deutschkenntnisse vieler dennoch schlecht. "Unser Material kommt nun im neuen Schuljahr auch in die Vorbereitungsklassen", erklärt Birgit Renke.

Und das ist ein weiteres Ziel des Projekts, das laut Thormählen für Baden-Württemberg "relativ singulär" sei und über dessen Ergebnisse sie "begeistert" sei. Nun sollen die vier Schulen, die sich bereits regelmäßig austauschen, als Multiplikatorenihre "guten Erfahrungen weitergeben". Dass es die gibt, zeigt das eingangs erwähnte Beispiel: Zwei Monate später lesen sich die Texte der Schülerin deutlich besser.

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