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Ausbildung zum Bademeister: Mit Schwimmen ist es nicht getan

Am Arbeitsplatz in kurzen Hosen herumlaufen, die Wärme genießen sowie manchmal ein Bad nehmen: Der Beruf des Bademeisters hat durchaus seine Vorteile, es müssen aber auch strenge Anforderungen erfüllt werden.

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Manuela Schumann sieht im Großsachsenheimer Schlossfreibad über den Sommer nach dem Rechten.  Foto: 

Im Becken tummeln sich zahlreiche Schwimmer, vom Sprungbrett stürzen sich Jugendliche mit wagemutigen Saltos ins Wasser, und gefährlich nahe am Beckenrand spielen Kinder ausgelassen Fangen. An warmen Sommertagen zieht das Sachsenheimer Freibad im idyllischen Schlosspark die Besuchermassen an. Da herrscht im und um das Wasser Gedränge.

Doch Manuela Schumann behält trotzdem den Überblick. Jeden einzelnen Schwimmer hat sie genau im Auge. "Wichtig ist, dass alle Köpfe immer wieder auftauchen. Natürlich trage ich in meinem Beruf auch eine große Verantwortung. Doch darüber mache ich mir nur vor der Freibad-Saison Gedanken. Da sage ich mir: Hoffentlich geht alles gut. Während des Sommers läuft alles in einer gewissen Routine ab, da denke ich nicht mehr darüber nach, dass auch einmal etwas Schlimmes passieren könnte", macht die Bademeisterin deutlich, die so nur noch im Volksmund so genannt wird, denn offiziell heißt die Berufsbezeichnung heute Fachangestellte für Bäderbetriebe.

Ursprünglich hatte Schumann eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel abgeschlossen, doch ihr Traum war immer, ihr Hobby, das Schwimmen, mit ihrem Beruf zu verbinden. "Schon mit 16 Jahren habe ich meine Prüfung zur Rettungsschwimmerin gemacht. Schließlich habe ich die Chance ergriffen und im Sportpark Rabenberg in meiner Heimat Sachsen eine Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe gemacht. Sie dauerte drei Jahre mit Berufspraxis im Sportpark und Theorie in der Berufsschule", erklärt Schumann. Besonders die praktischen Prüfungen waren für die junge Frau, die eine geübte Schwimmerin ist, eine große Herausforderung. "Ich musste eine Strecke von 35 Metern tauchen. 100 Meter in 1:30 Minuten und 800 Meter in Kleidern innerhalb von acht Minuten schwimmen", so Schumann. Natürlich gehörte auch ein Test in den notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen zu Schumanns Abschlussprüfung.

Seit 2010 arbeitet sie im Sommer im Sachsenheimer Schlossfreibad und im Winter im Hallenbad der Stadt. "Ich muss jährlich bei Tests unter Beweis stellen, dass ich im Schwimmen und in der Ersten Hilfe noch fit bin. Dieser Beruf ist und bleibt eine Herausforderung. Man muss einfach dafür geboren sein. Ich habe gerne Kontakt mit Menschen und mag die familiäre Atmosphäre in den Sachsenheimer Bädern. Dafür nehme ich auch die Arbeit an den Wochenenden in Kauf", sagt sie. Absolute Höhepunkte in ihrem Berufsleben sind ihre Schwimmkurse für Kinder. "Es gibt nichts Schöneres und Erfüllenderes, als einem Kind das Schwimmen beizubringen", schwärmt Schumann.

Diese Ansicht teilt auch Johannes Rudert, Fachangesteller für Bäderbetriebe in Bietigheim-Bissingen. Er hat sich 1983 bei der Stadtverwaltung um eine entsprechende Ausbildung beworben und den Zuschlag bekommen. Auch er war bereits Mitglied in der DLRG und hatte seine erfolgreiche Prüfung zum Rettungsschwimmer in der Tasche. "In meinem Beruf muss ich nun alle zwei Jahre die Tests zum Deutschen Rettungsschwimmerabzeichen in Silber bestehen. Aber wenn jemand gerne schwimmt, sind diese kein Problem", unterstreicht er. Auch Weiterbildungen in Aqua-Fitness gehören zu seinem Berufsbild dazu, um entsprechende Kurse leiten zu können. "Ich bin in allen Bädern in der Stadt im Einsatz. Es gibt viel Abwechslung, ich lerne nette Badegäste kennen und arbeite sehr eigenständig. Das Familienleben leidet jedoch manchmal unter meinem Job", erläutert Rudert. Er könnte sich auch vorstellen, später seinen Meisterbrief zu machen und zum Betriebsleiter aufzusteigen. Dafür muss er sich auch in der Wartung der technischen Anlagen von Frei- und Hallenbad auskennen. Auch eine Weiterqualifizierung zum Saunameister ist für Fachangestellte für Bäderbetriebe möglich.

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