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Auffällig ist die Unauffälligkeit

Im dreijährigen Turnus findet der international ausgeschriebene Wettbewerb "Linolschnitt heute" statt. Gestern Abend wurden in der Städtischen Galerie die Ergebnisse des Wettbewerbs präsentiert und die drei ersten Preisträger vorgestellt.

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Während einer Presseführung gestern Vormittag gab die Leiterin der Städtischen Galerie, Isabell Schenk-Weininger, die Namen der Preisträger bekannt. Den ersten Preis erhält der in den Niederlanden lebende Künstler Cees Andriessen, den zweiten der Düsseldorfer Wolfgang Pilz und der dritte geht an Volkhardt Müller, der seit 2002 in Großbritannien lebt.

Die Galerieleiterin berichtete, dass sich nach der Ausschreibung des Wettbewerbs 2013, der mit dem 150-jährigen Bestehen des aus Naturstoffen geschaffenen Fußbodenbelags Linoleum zusammenfällt, mehr als 500 Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt bewarben.

Nach einer Vorbesichtigung wurden 100 von ihnen aufgefordert, bis zu drei Werke einzureichen. Einen ganzen Tag lang hatte die Jury, bestehend aus dem Leiter des städtischen Kulturamtes Stefan Benning, ferner Nils Büttner, Martina Geist und Andreas Strobl sowie Isabell Schenk-Weininger, die schwierige Aufgabe, aus der Fülle an Werken die drei preiswürdigen auszuwählen. Die von der Stadt Bietigheim-Bissingen bereitgestellten Preisgelder belaufen sich auf insgesamt 10.000 Euro. Im Übrigen wird der Wettbewerb von den hier ansässigen Deutschen Linoleumwerken, heute Armstrong DLW GmbH, unterstützt.

Cees Andriessen wurde 1940 in Wageningen in den Niederlanden geboren und beteiligt sich am Wettbewerb "Linolschnitt heute" bereits von Anfang an. Im Katalog schreibt dazu Petra Lanfermann von der Städtischen Galerie unter anderem: "Das Auffälligste an Cees Andriessens Linolschnitten ist ihre Unauffälligkeit. Nicht bildgewaltig kommen sie daher, die zarten Notationen auf dünnem Japanpapier. Fast zerbrechlich erscheinen die reduzierten, linearen, abstrahierten und zugleich sehr anrührenden Bildkonzeptionen". "Eine kalte, metallische Farbigkeit dominiert die neuen Bilder von Wolfgang Pilz", meint Andreas Strobl in seinem Artikel im Katalog. Die drei ausgestellten Werke von Pilz fallen in ihren überdimensionalen Ausmaßen auf.

Der Künstler aus Düsseldorf, er wurde 1957 in Hamburg geboren, setzt darin seine Werkserie "Museum in progress" fort. Ungewöhnlich ist, dass er die Linoldrucke auf Leinwand auftrug. Sie zeigen splitterartige, häufig intensiv farbige, abstrakt ausgeführte Strukturen, die in einem Kontext zu eingefügten Schriften stehen. Eine immense Fülle von Anspielungen, beispielsweise auf kunsthistorische Entwicklungen, aber auch auf aktuelles, tägliches Geschehen auf den Straßen der Städte lässt sich neben vielen anderen assoziativ wahrnehmbaren aus den immer wieder auch kleinteiligen Formen oder Symbolen herauslesen.

Überaus originell erscheint die Serie von "Zwölf modifizierten Spieluhren mit Linolschnitten auf japanischem Kozopapier", von Volkhardt Müller, geboren 1972 in Plochingen, der aber in Exeter in Großbritannien lebt. An einer Wand hängend erblickt der Besucher gelb-rote, funktionierende Spieluhren, die in Kinderspielzeug-Fernseher eingebracht wurden.

In den "fein gearbeiteten Miniaturen in der traditionellen, betont handwerklichen druckgrafischen Technik des Linolschnitts", so die Ausführungen von Isabel Schenk-Weininger im Katalog, sind konkrete, in der Formensprache dennoch etwas reduzierte schwarz-weiß ausgeführte Szenen aus dem täglichen, urbanen Leben, das die heutige Gesellschaft umgibt, bewegt, zum Teil auch britisch ironisch gemeint, zu sehen.

Die Ausstellung enthält selbstverständlich auch Werke des Bietigheimer Künstlers Robert Würth. Dabei handelt es sich um drei Farblinol- und MDF-Schnitte auf Baumwolltuch und Gaze.

Rahmenprogramm der Ausstellung "Linolschnitt heute"

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