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Auf der Suche nach neuen Zielen

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Reisen in die Türkei sind für Andreas Lung vom Reiseveranstalter „KulTours“ in Ludwigsburg derzeit kein Thema „Für die Türkei gibt es keine Anfragen mehr“, bestätigt Lung den Trend in vielen Reisebüros des Landkreises. Bei ihm wirkt die Abkehr vom einst so beliebten Reise- und Ferienland besonders schwer. „KulTours“ ist ein eher kleiner Veranstalter von Gruppenreisen, der sich schwerpunktmäßig auf Exkursionen mit christlich-religiösem Hintergrund spezialisiert hat. Und da war (und ist) die Türkei mit ihrer Fülle an kulturhistorischen Schauplätzen eine der bedeutendsten Adressen, etwa bei einer Themenreise auf Paulus’ Spuren.

Aber seit den Anschlägen in Istanbul und vor allem aufgrund der politischen Lage in der Türkei scheut die Kundschaft das Land. „Erdogan und seine Politik machen den Menschen Angst. Viele reagieren verunsichert und  wollen nicht mehr in die Türkei“, sagt Lung, der die emotionale Reaktion noch nachvollziehen kann, den Türkei-Boykott aber auch als zum Teil irrational empfindet. „Das Land und die Menschen sind nach wie vor dieselben.“

Überhaupt ist der gesamte Nahe Osten für Reiseveranstalter inzwischen eine äußerst  schwierige Destination. Für den Ludwigsburger Spezialveranstalter liegt dort sogar der wichtigste Markt. Die Kunden aber satteln um und suchen sich andere Ziele in Europa. Carlotta Dorner vom Reisebüro am Eck in Bietigheim-Bissingen nennt etwa Griechenland, aber auch Spanien und Portugal als Alternativen. Auch das Bietigheim-Bissinger Büro verzeichnet wie alle Anbieter einen deutlichen Rückgang bei den Türkei-Anfragen. Als Gründe nennen die Kunden auch dort die Sicherheits- und die politische Lage. Ähnlich ist die Situation im Spillmann-Reisebüro in Bietigheim

Doch ganz versiegt ist der Strom in die Türkei bei den Urlaubsreisen nicht. Der dramatische Rückgang der Buchungen hat für einen Preisverfall gesorgt. Die klassischen Reiseziele in der Türkei sind mittlerweile zum Schnäppchenpreis zu bekommen. Eine Woche hochwertiges All Inclusive für 600 bis 700 Euro sind durchaus drin. Für ein vergleichbares Angebot in Griechenland wird da schon mal schnell ein Tausender fällig.

Vor allem für junge Urlauber sei die Türkei deshalb noch interessant, registriert Carlotta Dorner.

Andreas Lung beobachtet die Entwicklung mit Sorge und verweist auf den für betroffene Länder wie die Türkei so wichtigen Wirtschaftsfaktor Tourismus. „Der Wirtschaftszweig ist überlebenswichtig für die Länder. Und wenn der wegbricht, kann das politisch nicht ohne Folgen bleiben.“ Veranstalter „KulTours“ hat den Fokus allerdings schon längst neu ausgerichtet und wird demnächst den Iran mit ins Angebot nehmen. „Da ging lange gar nichts. Jetzt wird es zunehmend für Reiseveranstalter interessant.“

Laut einer Erhebung von Traveltainment vom Dezember 2016 haben die Buchungen für den Zielflughafen Kos im Vergleich zum Vorjahr um 182 Prozent zu, Rhodos um 68 und selbst Hurghada um 34 Prozent. Der Zielflughafen Antalya verlor im selben Zeitraum 34 Prozent. Das auswärtige Amt weist darauf hin, dass in der Türkei landesweit mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen sei.  Reisenden wird empfohlen, große Menschenansammlungen an Orten, an denen sich regelmäßig viele Ausländer aufhalten, zu meiden. bz

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