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Angriff mit zwei Küchenmessern

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Die Anklage gegen den 30-Jährigen lautet auf versuchten Totschlag, der gefährlichen Körperverletzung und Bedrohung. Ein Vorwurf, den der Somalier energisch bestreitet. Laut den Ermittlern soll es am Abend des 19. März zwischen ihm und einem anderen Flüchtling in der Bietigheimer Unterkunft in der Gustav-Rau-Straße zu einem Streit gekommen sein, bei dem der Angeklagte plötzlich ein Küchenmesser in der Hand hatte und auf den anderen einstach. Weil das Opfer auswich, hinterließen die Stiche nur Kratzer an seiner Lederjacke. Mitbewohner hatten zudem den Angeklagten vom Opfer getrennt, ehe Schlimmeres passierte.

Allerdings soll der 30-Jährige seine Absicht, den anderen zu töten, nicht aufgegeben haben. Mit der Ansage, er werde ihn jetzt und heute töten, soll er eine knappe Stunde später erneut mit dem Opfer gestritten und diesmal mit zwei langen Küchenmessern auf diesen los gegangen sein. Die Stiche zielten auf den Oberkörper. Diesmal traf eines der Messer die linke Schulter des Opfers und hinterließ eine drei Zentimeter tiefe und zwei Zentimeter lange Stichwunde, die in einer Not-Operation versorgt wurde. Auch diesmal waren Mitbewohner dazwischen gegangen und hatten weitere Stiche verhindert.

Über Oslo in den Landkreis

Der Vorsitzende Richter fragte den Angeklagten, wie er sich zu dem Vorwurf stellt und ob er dazu Angaben machen wolle. Die Antwort kam trotzig und wurde von einer Dolmetscherin übersetzt: Er habe nichts getan, alle Zeugen würden lügen und er wisse gar nicht, warum er in Haft sitzt. Er warte darauf, dass ihn jetzt jemand wieder herausholt. Allerdings belehrte ihn der Richter, dass die Stichverletzungen „ziemlich gefährlich waren“ und er bei seiner ersten Vernehmung  die Stiche schon zugegeben habe.

Der Angeklagte bleibt dabei, dass er unschuldig sei. Da er sich weigerte, weitere Angaben zu machen, musste der psychiatrische Gutachter einspringen, bei dem der 30-Jährige etwas gesagt hatte. Demnach sei er in Mogadischu aufgewachsen, besuchte dort eine Islam-Schule und verließ das Land mit 20 Jahren. Seine Reise habe ihn dann nach Uganda, den Sudan bis nach Indien geführt, dann weiter nach Bali, zurück nach Libyen. Dann, so der Gutachter weiter, landete er zunächst mit einem Boot auf der italienischen Insel Lampedusa, dann weiter in Oslo, wurde von dort wieder nach Italien abgeschoben, beantragte in Rom Asyl, das ebenfalls abgewiesen wurde, und kam Ende letzten Jahres über Österreich nach Deutschland. Seine Reise – ohne Papiere - endete im Dezember in der Gustav-Rau-Straße in Bietigheim.

Schwierige Kommunikation

Die Kommunikation mit dem Angeklagten scheiterte schließlich an der Dolmetscherin. Viele richterliche Rückfragen konnte er nicht verstehen und nicht einordnen, was schließlich dazu führte, dass das Gericht den Prozess unterbrach um eine etwas erfahrenere Dolmetscherin zu suchen. Zudem hatte es auch das Opfer vorgezogen, seiner Zeugenladung erst gar nicht zu folgen. Der Mann, der jetzt in einer Pleidelsheimer Unterkunft wohnen soll, wird nun per Vorführbefehl gesucht.

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