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Abschied nach 33 Jahren

Mehr als drei Jahrzehnte hat Renate Rausch an der Bietigheimer Hillerschule unterrichtet. Nun wurde sie am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet - mit stehenden Ovationen und einem Lied des Kollegiums.

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Renate Rausch betrat 1969 das erste mal als ausgebildete Lehrerin ein Klassenzimmer. An der Bietigheimer Hillerschule unterrichtete sie seit dem Jahr 1980. Das Bild zeigt sie im Kreis ihrer Schüler im Jahr 2013.  Foto: 

Generationen von Schülern aus Bietigheim-Bissingen ist ihr Name ein Begriff, teilweise hat sie Anfang der 80er-Jahre Kinder an der Hillerschule unterrichtet, die in den vergangenen Jahren selbst ihre eigenen Kinder zu ihr in den Unterricht geschickt haben - die Lehrerin Renate Rausch geht jetzt in den Ruhestand. Diese Möglichkeit hätte sie bereits vor drei Jahren gehabt, doch Rausch, die mit 67 Jahren noch so viele Ideen und Projekte anstoßen will wie mancher 30-Jährige nicht, hat mehrfach "verlängert". Warum sie sich dafür entschieden hatte, noch drei Jahre länger zu unterrichten, wurde bei ihrer Abschiedsrede nach der Gesamtlehrerkonferenz am Donnerstag deutlich. Sie habe sich stets auf das "Leuchten der Kinderaugen" gefreut, so Rausch, und es war ihr anzumerken, dass sie über viele Jahrzehnte mit großer Leidenschaft unterrichtet haben muss. Hierauf stößt man auch, wenn man einen Blick auf die zahlreichen Projekte wirft, die Rausch an der Schule angestoßen hat. So erinnert sie sich noch gut daran, wie sie an der Einführung eines sogenannten griechischen Schulversuchs in Bietigheim-Bissingen mitwirkte. "Damals gab es sehr viele Kinder von griechischen Gastarbeiterfamilien in der Stadt, um die wir uns mit einem speziellen Unterrichtsangebot gekümmert haben", erklärte sie. Zudem hat sie sich intensiv um den Schüleraustausch mit Ungarn und Frankreich gekümmert sowie an einer Vielzahl von schulischen Projekten, wie beispielsweise Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt und der Musikschule, mitgewirkt.

Wenn sie den Unterricht der 70er und 80er Jahre mit der Gegenwart vergleicht, so kommen der Pädagogin deutliche Unterschiede in den Sinn. Damals habe sie bisweilen vor einer Klasse mit 42 Schülern gestanden, "und wenn ich gesagt habe, dass die Kinder ihre Mathebücher zur Hand nehmen sollen, dann waren diese binnen kürzester Zeit auf dem Tisch". Ganz so diszipliniert gehe es im Jahr 2013 zwar oftmals im Arbeitsalltag nicht mehr zu, dafür würden die Schüler im Vergleich zu den zurückliegenden Jahrzehnten weitaus stärker in Entscheidungen mit einbezogen. Mitbestimmung sei zu Recht ein immer wichtigeres Thema in den Schulen geworden, ist Rausch überzeugt.

Ihr Lehramtsstudium hat Rausch Mitte der 60er-Jahre an der Pädagogischen Hochschule Nürnberg absolviert, bevor sie 1969 an einer Nürnberger Grundschule mit ihrer Arbeit begann. Von dort aus wechselte sie nach Schwäbisch Hall und 1980 schließlich nach Bietigheim-Bissingen.

Zum Abschied wurde sie im Anschluss an die Gesamtlehrerkonferenz von ihren Kollegen mit einer abgewandelten Variante des Pur-Hits "Abenteuerland" überrascht, in der es heißt: "Deine Fantasie gibt dir ein Land, den Unruhestand." Dass die Sänger mit ihrer Einschätzung durchaus richtig liegen dürften, zeigen die zahlreichen Projekte, die die Ingersheimerin in naher Zukunft angehen will. So spielt sie unter anderem mit dem Gedanken, eines Tages an einer deutschen Schule in den USA weiter zu unterrichten. Doch bevor ihr ganz persönlicher "American Dream" eines Tages Wirklichkeit werden könnte, legt sie die Hände nicht in den Schoss, sondern wird bereits ab September als Dozentin für "Deutsch für Migranten" an der Volkshochschule in Marbach die Arbeit aufnehmen.

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