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„Man hat immer ein Wahl“

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Die Autorin Nina Blazon will in  ihren Jugendromanen aufzeigen, dass es auch in der ausweglos erscheinenden Situation Handlungsmöglichkeiten oder Hoffnung geben kann.  Foto: 

Den Deutschen Phantastikpreis und den Wolfgang-Hohlbein-Preis hat sie in der Tasche, ihr Markenzeichen sind Jugendromane. Mit „Liebten wir“ hat Nina Blazon auch einen Roman für Erwachsene vorgelegt. Im Interview mit der BZ erzählt die Autorin mit slowenischen Wurzeln auch, warum sie sich am Literaturprojekt „Deutsch geht gut“ an den Bietigheimer Haupt- und Realschulen beteiligt.

Frau Blazon, welche Themen sind es, die sie beschäftigen und die sie in ihren Büchern umsetzen und verarbeiten?

Nina Blazon: Jugendliteratur ist in gewisser Weise ja die „Literatur der ersten Male“. Und damit ist nicht nur die erste Liebe gemeint. Es geht auch um das erste Mal im Leben, dass man Verluste erleidet, Freunde verliert, dem Tod begegnet. Aber auch das erste Mal, dass man Mut beweisen kann, seinen eigenen Weg geht und dabei erlebt, wie viel in einem steckt. Diese Aufgabe der Hauptfiguren verbinde ich immer gerne mit dem Thema der Begegnung mit dem Fremden, Anderen, das erst einmal Angst macht. Es geht um Annäherung und das Zulassen von neuen Perspektiven.

Wie kamen sie selbst zum Schreiben und was hat sie bewogen, als Autorin in die Öffentlichkeit zu gehen?

Blazon: Ich bin über die Jahre ins Romanschreiben hineingewachsen. Beruflich geschrieben hatte ich lange Zeit schon als Journalistin und Texterin mit Schwerpunkten wie Automobiltechnik, Betriebsrentensysteme, Öffentlicher Personennahverkehr und Umweltberichte. Im Jahr 2003 nahm ich an einem Wettbewerb des Verlags Carl Ueberreuter teil. Es wurden unveröffentlichte Fantasy-Jugendbuch-Manuskripte gesucht. Und da ich Fantasy liebe und ich dringend eine Abwechslung von den Sachthemen brauchte, habe ich an Abenden und Wochenenden meinen Wettbewerbsbeitrag verfasst. Ich hatte das Glück, dass dieses Manuskript meine erste Veröffentlichung wurde. Im Laufe der Jahre verlagerte sich das Schreiben dann immer mehr von Technik zu Phantastik. Und heute bin ich hauptberuflich Schriftstellerin.

Sie wenden sich in ihren Büchern gern an die junge Generation. Was möchten sie Jugendlichen in ihren Büchern mitgeben?

Ich zeige gerne an meinen Figuren auf, dass es auch in der ausweglosesten Situation Handlungsmöglichkeiten oder Hoffnung geben kann. Dass man immer eine Wahl hat – und sei sie auch noch so klein und (scheinbar!) unbedeutend. Manchmal ist es nur ein Gedanke, der den Unterschied macht.

Welche Themen verarbeiten Sie in ihren Büchern für Erwachsene?

Im Grunde ganz ähnliche wie in den Jugendbüchern. Auch hier erleben die Figuren Brüche in ihrer Biografie, müssen neue Erfahrungen sammeln, ihre Perspektiven überdenken, sich neu finden. Im Erwachsenenbuch kann ich dabei natürlich mehr ausholen und zum Beispiel ein Thema wie den Zweiten Weltkrieg ganz anders thematisieren.

Beschreiben Sie doch einmal den Weg, den sie gehen von der Idee bis zum fertigen Buch.

Bevor ich anfange zu schreiben, reiche ich beim Verlag eine Idee mit ausführlichem Exposé ein, also eine Inhaltsangabe mit den wichtigsten Charakterentwicklungen. Manchmal entsteht das Exposé erst nach einem Vorgespräch mit dem Verlag. Schließlich muss ich wissen, für welchen Programmplatz, Altersstufe, Genre etc. das Buch passen soll. Wird die Idee angenommen, beginne ich zu schreiben. Nach Abgabe des Manuskripts bekomme ich Korrekturvorschläge und Rückmeldungen vom Lektorat und es geht in die Überarbeitungsphase. Parallel dazu gibt es Abstimmungen zum Klappentext, zum Cover und zu Marketingmaßnahmen, bei denen ich mitwirken soll. Schließlich bekomme ich die Druckfahnen zur Prüfung, parallel geht das Buch zum Korrektor. Und ein paar Monate später bekomme ich die Belegexemplare ein paar Tage vor dem Buchhändler und freue mich wie ein Schneekönig.

Frau Blazon wir bedanken uns für das Gespräch.

Info Die Aktion „Deutsch geht gut“ findet in diesem Jahr vom 15. bis 17. Februar in fünf Schulen der Stadt Bietigheim-Bissingen statt. Am Mittwoch, 15. Februar, gibt es um 20 Uhr eine öffentliche Lesung der Autoren in der Otto-Rombach-Bücherei in der Bietigheimer Hauptstraße. In einer Serie stellt die BZ alle fünf beteiligten Autoren mit ihren Werken vor.

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