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„Ein hochgradig inklusives Projekt“

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Von links: Siska, Tamara, Schreibdozentin Ines Franzke-Stahl und Ioannis haben viel Spaß an der Schreibwerkstatt.  Foto: 

Äußerst motiviert, so Schreibdozentin Ines Franzke-Stahl, seien die Förderschüler der Gustav-Schönleber-Schule, die zum ersten Mal an „Deutsch geht gut“ mit einer eigenen Schreibwerkstatt teilnehmen. Seit 15 Jahren gibt es das Literaturprojekt, das aus Lesungen nichtdeutscher Autoren, Schreibwerkstätten in den Schulen sowie einer öffentlichen Abschlusslesung der Schüler besteht.

Vor ein paar Jahren, so erinnert sich Lehrer Stephan Dyballa, seien die Verantwortlichen von „Deutsch geht gut“ auf die Förderschule zugekommen und haben der Rektorin Sigrid Greule das Angebot gemacht, an dem Projekt teilzunehmen. „Anfangs haben wir nur bei den Autorenlesungen mitgemacht, wir dachten, das ist nichts für unsere Schüler, selbst zu schreiben“, so Greule. Doch dann nahmen im vergangenen Jahr zwei Schüler der Gustav-Schönleber-Schule auf eigenen Wunsch an der Schreibwerkstatt von Ines Franzke-Stahl an der Realschule im Aurain teil. „Und die waren so gut, dass keiner gemerkt hat, dass sie Förderschüler sind“, sagt sie.

Lehrer Stephan Dyballa war schon seit einiger Zeit der Meinung, dass die Förderschüler eine eigene Schreibwerkstatt im Rahmen von „Deutsch geht gut“ bekommen sollten und in diesem Schuljahr war es nun soweit. Ines Franzke-Stahl übernahm auch diesen Workshop. Bezahlt wird das Projekt aus dem „Deutsch geht gut“-Topf.

„Wir sind so stolz, dass sich sieben Schüler angemeldet haben“, sagt Sigrid Greule. „Deutsch geht gut“ ist für mich ein hochgradig inklusives Projekt, das nicht von oben befohlen werden musste“, sagt Stephan Dyballa und freut sich noch heute, dass der Anstoß von den Organisatoren des Projekts ausging. „Wir mussten nicht betteln, dass wir mitmachen dürfen, wie so oft. Ganz selbstverständlich sind wir ein Teil eines Schulprojekts in der Stadt.“ Für ihn ist das ein Ausdruck der Wertschätzung, „das merken auch die Schüler, die sich meist fühlen, als würden sie vergessen“. Inklusiv sei es für ihn, so Dyballa, weil es „dabei egal ist, von welcher Schule die Werkstättenteilnehmer kommen, sie werden ernst genommen von den Schreibdozenten“. Zudem sei es auch integrativ, fügt Ines Franzke-Stahl hinzu, denn in allen Werkstätten seien ausländische Schüler neben deutschen vertreten.

Liebeslied für Freundin

Die Förderschüler, so die Dozentin, bräuchten schon mehr Betreuung. Aber Ioannis hat  sogar ein Liebeslied für seine Freundin geschreiben, das er stolz zeigt. Er beschreibt darin, dass ihre Liebe wie ein Parfum sei, das ihn umhüllt. Tamara und Siska lassen sich nicht im Schreiben unterbrechen. Siska verfasst eine fantastische Geschichte über ein Einhorn und einen  „Baum der Freundschaft“. Tamara schreibt eine Liebesgeschichte nach der anderen.

Stephan Dyballa hofft, dass auch in den kommenden Jahren Schreibwerkstätten von „Deutsch geht gut“ an der Gustav-Schönleber-Schule stattfinden. „Durch Kontinuität des Projektverlaufs können sich die Schüler entwickeln“, und erzählt von Fortschritten in der Ausdrucksweise der Schüler. „Manche lesen sogar jetzt ein Buch, freiwillig“, sagt er. Und sie beobachten die Welt mehr.

Denn Ines Franzke-Stahl übt mit den Schülern, sich alles genau anzuschauen. Und sie müssen sich in andere Perspektiven hineindenken. „Das lenkt ab von eigenen Problemen“, sagt sie. Über die Motivation könne sie nicht klagen, auf den Wunsch der Schüler wurde die Schreibwerkstatt sogar um eine halbe Stunde verlängert.

Info Am Donnerstag, 1. Juni, 16.30 Uhr, findet im Musiksaal der Schule im Sand in Bietigheim die öffentliche Lesung der Schülertexte statt.

Anlauf steht hier Text für einen dreispaltigen Infokasten. bz

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