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70 Minuten mit Josephine Baker

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  • Gerhard Wilpert, Vorstand des Stadtorchesters, dankte Josephine Baker für ihren mit großer Begeisterung aufgenommenen Auftritt. Foto: Stadtorchester 1/2
    Gerhard Wilpert, Vorstand des Stadtorchesters, dankte Josephine Baker für ihren mit großer Begeisterung aufgenommenen Auftritt. Foto: Stadtorchester Foto: 
  • Josephine Baker bei ihrem Auftritt zugunsten der Aktion Sorgenkind beim Stadtorchester Bietigheim. 2/2
    Josephine Baker bei ihrem Auftritt zugunsten der Aktion Sorgenkind beim Stadtorchester Bietigheim. Foto: 
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September 1967 traf Josephine Baker zu einem dreitägigen Deutschlandbesuch in Frankfurt ein. Auftritte vor dem Fernsehen des Südwestfunks in Stuttgart und Karlsruhe führten den Weltstar nach Deutschland. So zumindest die offizielle Begründung für die kurze Deutschlandtournee der weltbekannten Künstlerin. Insgeheim war Baker jedoch auch noch in einer anderen Mission, sozusagen einer Herzensangelegenheit unterwegs, die sie nach Bietigheim führen sollte. Josephine Baker unterstützte nicht nur die amerikanische Bürgerrechtsbewegung und protestierte gegen Rassismus, sie engagierte sich auch für Kinder. Die Künstlerin adoptierte nicht zufällig zwölf Waisenkinder unterschiedlicher  Hautfarbe.

Für „Aktion Sorgenkind“

Kein Wunder also, dass sie einer Journalistin in Frankfurt gleich bei ihrer Ankunft begeistert Fotos ihrer in Südfrankreich lebenden Adoptivkinder zeigte. Nach den offiziellen Fernsehauftritten hatte deshalb die politisch engagierte Künstlerin einen Auftritt bei der Großveranstaltung des Bietigheimer Stadtorchesters zugunsten der „Aktion Sorgenkind“  fest eingeplant. Josephine Baker stellte ihre Person ohne Gage oder Honorar aus Überzeugung in den Dienst der guten Sache.

Bürgermeister Lothar Späth empfing die Künstlerin und freute sich „eine so große Persönlichkeit aus der künstlerischen Welt in der Stadt und einem so guten Zweck begrüßen zu dürfen“. Als Geschenk überreichte er ihr einen Bildband der Stadt Bietigheim. Am Abend des 23. Septembers war es dann so weit. Ein echter Weltstar trat in der Sporthalle am Viadukt auf die Bühne und legte ein offenbar sensationelles Konzert hin.

Der damalige Bericht aus dem Enz- und Metterboten überschlägt sich förmlich: „Die angekündigten 40 Minuten mit Josephine Baker dehnten sich auf 70 Minuten aus, doch kam während dieser Zeit nicht eine Sekunde Langeweile auf, weil es die Sängerin brillant verstand, zu unterhalten. Nicht allein als Sängerin mit äußerst sympathischer Stimme entpuppte sie sich – nein, als ‚alter Hase im Show-Business’ wusste sie das Publikum zu Begeisterungsstürmen ohnegleichen hinzureißen. Zugabe auf Zugabe erfolgte, und als Josephine Baker unter brandendem Beifall die Bühne verließ, schien sie selbst zutiefst bewegt über die ihr dargebrachten Ovationen, sodass sie immer wieder stammelte „Jes suis très heureues, je suis très heureues, (ich bin sehr glücklich, ich bin sehr glücklich“). Für alle, die Josephine Baker so nah miterleben durften, wird es ein bleibendes Erlebnis sein, den so hell strahlenden Stern am Himmel der Gesangskunst persönlich kennengelernt zu haben“.

Baker auch in Sachsenheim

Bereits im Jahre 1945 war Josephine Baker schon einmal in der Gegend. Kurz nach Kriegsende, trat die Künstlerin vor alliierten Truppen in Kleinsachsenheim auf. Baker arbeitete während des Krieges für die Résistance und den Geheimdienst. Sie wurde Leutnant und machte den Pilotenschein. Nach Kriegsende wurde sie in die Ehrenlegion aufgenommen.

Der Weltstar Josephine Baker verstarb am 12. April des Jahres 1975 in Paris. Sie wurde in Monaco begraben und mit einem französischen Militärbegräbnis geehrt.

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