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Zwei Gegenstimmen aus Walheim

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Das alte Feuerwehrhaus in Ottmarsheim. Bald hat es ausgedient. Für das neue Gerätehaus zahlt der Zweckverband des Industriegebiets einen Zuschuss. Foto: Helmut Pangerl  Foto: 

Das neue Feuerwehrhaus in Ottmarsheim kommt die Stadt Besigheim teuer zu stehen. Wie in der BZ  berichtet, rechnet die Stadt aktuell mit Kosten von 2,23 Millionen Euro. Das aber ist nur eine Kalkulation, die möglicherweise überschritten wird, sobald die Ergebnisse einer Ausschreibung auf dem Tisch liegen. Denn der Baumarkt ist gut ausgelastet, die Preise ziehen weiter an, machte Architekt und Feuerwehrkommandant Jochen Feyerabend kürzlich im Gemeinderat von Besigheim deutlich.

 Knapp 20 Prozent der Einsätze der letzten fünf Jahre hat die Ottmarsheimer Wehr im Gebiet des benachbarten Zweckverbandes leisten müssen. Das dürfte künftig noch einfacher werden, denn das neue Feuerwehrhaus wird in unmittelbarer Nähe der Zufahrt zum Industriegebiet gebaut. Was also lag aus Besigheimer Sicht näher, als die Verbandsversammlung um einen Zuschuss für das Millionen-Projekt zu bitten? Dieser Bitte kam die Verbandsversammlung in ihrer Sitzung am Montag nach. Sie gewährte eine Beteiligung von 200 000 Euro als Investitionszuschuss.

Nicht klar geregelt

Während jedoch alle anderen Beschlüsse des Tages einstimmig gefällt wurden, hoben sich bei diesem Tagesordnungspunkt zwei Arme, um gegen den Vorschlag zu stimmen. Sie kamen von den beiden Vertretern aus Walheim, Bürgermeister Albrecht Dautel und Gemeinderat Uwe Blattert. Alle anderen Vertreter der Verbandsgemeinden Besigheim, Mundelsheim, Gemmrigheim, Hessigheim und Neckarwestheim stimmten für den Vorschlag.

In der Sitzung schwiegen Dautel und  Uwe Blattert. Sie waren in der Verbandsversammlung an den entsprechenden Beschluss des Gemeinderats gebunden. Gegenüber der BZ machte Dautel die Gründe für die Ablehnung deutlich. Die Finanzierung der Feuerwehr sei in Gesetzen geregelt, der Zuschuss des Zweckverbandes erfolge freiwillig. Das Feuerwehrhaus enthalte aber keine Einrichtungen, die eigens notwendig wären, um das Zweckverbands-Gebiet zu schützen. Auch ohne Zweckverband „wäre es genau in dieser  Größe gebaut worden“, argumentierte  Dautel. Die Walheimer trieb zudem die Sorge, dass Mundelsheim, als zweite Markungsgemeinde des Industriegebiets, einen ähnlichen Antrag stellen könnte, wenn das Feuerwehrhaus dort erweitert werden müsste. Er hätte sich zudem gewünscht, das die Finanzierung dieser Angelegenheit klar in der Satzung des Zweckverbandes geregelt werde.

Der Zweckverband selbst hatte bei seiner Gründung im September 1973 keinerlei Regelung für die Abrechnung der Feuerwehr getroffen. Anfang 1991 hatten Besigheim und Mundelsheim lediglich vereinbart, dass Besigheim die Aufgaben des Brandschutzes für die Mundelsheimer Markung des Zweckverbandes übernimmt. Hätte man damals über die Finanzierung gesprochen, „dann hätte es mehr gekostet“, warb der Mundelsheimer Bürgermeister Holger Haist für den Zuschuss. Was die Gründer möglicherweise damals noch gar nicht abschätzen konnten, war das Wachstum des Industriegebietes, glaubt der Besigheimer Bürgermeister Steffen Bühler. In etwa 80 Betrieben arbeiten heute mehr als 2600 Männer und Frauen.

Was Bühler angesichts der Einwände aus Walheim betonte: Der Zuschuss ist ein Einzelfall. Eine weitere Bitte um Geld für Fahrzeuge, Personal oder Energiekosten werde es nicht geben. Ebensowenig wird die Stadt Besigheim Anträge stellen, der Zweckverband möge Geld zum Bau von Einrichtungen der Besigheimer Wehr beisteuern. Denn die leistet ihren Ottmarsheimer Kameraden bei Bedarf Hilfestellung.

Mittlerweile ist auch klar, dass Besigheim weitere Zuschüsse für das Ottmarsheimer Feuerwehrhaus bekommen wird. Sie belaufen sich auf 175 000 Euro aus der Fachförderung und 200 000 Euro aus dem Ausgleichsstock des Landes. Diese Zahlen nannte der Besigheimer Beigeordnete und Kämmerer Klaus Schrempf auf Nachfrage der BZ.

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