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Zahl der Delikte steigt an: Kriminalstatistik 2014 von Besigheim

Laut der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2014 hat die Zahl der Straftaten in Besigheim im vergangenen Jahr gegenüber 2013 zugenommen. Insgesamt gab es 473 Delikte in der Stadt.

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Im letzten Jahr hat es nach Angaben der Polizei in Besigheim 66 Straftaten mehr gegeben als 2013. So steht es in der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2014, die Polizeihauptkommissar Mark Rathgeber vom Polizeiposten Besigheim im Gemeinderat vorstellte. Dies entspricht einer vergleichsweise hohen Zunahme von 16,2 Prozent. Das Polizeirevier Bietigheim-Bissingen hat im gleichen Zeitraum 14,5 Prozent mehr Straftaten registriert. Im Landkreis Ludwigsburg stieg die Zahl um 10,6 Prozent, in ganz Baden-Württemberg nur um 3,2 Prozent. Im Blick auf die Aufklärungsquote hat indes die Stadt Besigheim die Nase vorn. Dort konnte die Polizei im letzten Jahr 63 Prozent der Straftaten aufklären - etwas mehr als im Einzugsbereich des Polizeireviers Bietigheim-Bissingen (60,2 Prozent) sowie im Kreis Ludwigsburg (56,8 Prozent) und im Land (58,9 Prozent). Insgesamt gab es in Besigheim im vergangenen Jahr 473 Straftaten - 2013 waren es 407. Differenzierter betrachtet, zeigt die Kriminalstatistik aber nicht nur negative Tendenzen auf. Ein Raubfall in Besigheim ist darin für das Jahr 2014 nicht verzeichnet und die Zahl der Sachbeschädigungen hat im letzten Jahr gegenüber 2013 von 56 auf 51 abgenommen. Nur rund 20 Prozent der Fälle von Sachbeschädigung konnte die Polizei 2014 in Besigheim aufklären. Unter den Tätern befand sich kein Delinquent unter 21 Jahren. In 22 Fällen wurden Kraftfahrzeuge beschädigt, in fünf Fällen Wände mit Graffiti beschmiert. Eine Zunahme von 91 auf 135 Fälle gab es wiederum bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten. Davon gingen 72 Fälle auf das Konto von Schwarzfahrern, wie Rathgeber bemerkte. Die Polizei ermittelte in Besigheim 2014 in sechs Fällen von Sexualstraftaten und konnte alle aufklären.

Zugenommen haben in Besigheim 2014 gegenüber dem Vorjahr teilweise auch die Diebstahlfälle. Insgesamt gesehen zählte die hiesige Polizei mit 123 Fällen zwar nur einen mehr als in 2013. Genau betrachtet gab es indes mit neun (2013: fünf) Fällen von Wohnungseinbrüchen eine Steigerung um 80 Prozent und bei den Büroeinbrüchen mit fünf Fällen (2013: einer) sogar eine Steigerung von 400 Prozent. Sorgen bereitet der Polizei auch die Tatsache, dass im letzten Jahr keiner der Wohnungseinbrüche und nur 20 Prozent der Einbrüche in Büros aufgeklärt werden konnte.

Einen Anstieg der Fallzahlen offenbart die Kriminalstatistik auch bei den Körperverletzungsdelikten. Die Polizei registrierte 2014 40 Fälle von einfacher Körperverletzung (2013: 36 Fälle) und neun Fälle von schwerer Körperverletzung (2013: ein Fall). Diese Straftaten wurden fast alle aufgeklärt, so Rathgeber.

In elf Fällen von Gewalttaten ermittelte die Polizei 2014 gegen zehn Tatverdächtige, darunter acht Erwachsene. Von den insgesamt 221 Tatverdächtigen in Besigheim waren 166 im Erwachsenenalter ab 21 Jahren sowie 22 Heranwachsende, 28 Jugendliche unter 18 Jahren und fünf Kinder unter 14 Jahren. Straftaten mit rechtsradikalem oder religiösem Hintergrund gab es letztes Jahr in Besigheim nicht. Eine weitere positive Nachricht enthält die Kriminalstatistik bezüglich der Unfallzahlen. Alles in allem hat die Zahl der Unfälle in Besigheim 2014 abgenommen: Im letzten Jahr passierten 108 Unfälle, 2013 waren es noch 127 Unfälle. Autofahrer im Alter bis 24 Jahren verursachten 2014 weniger Unfälle als im Jahr davor. Eine "Unfallhäufigkeitsstelle" diagnostizierte Rathgeber am Kreuzungspunkt Riedstraße/Bundesstraße B 27. Dort krachte es seit 2012 zwölf Mal.

Ein Kommentar von Michael Krauth: Prävention dringend notwendig

Es sind vor allem zwei Aspekte der Kriminalstatistik, die aufhorchen lassen: In Besigheim ist in puncto Einbruchsdelikte derselbe Trend zu beobachten wie im gesamten Südwesten: Die Zahl steigt bereits seit längerer Zeit kontinuierlich an - und ein Ende dieser Entwicklung ist bisher leider immer noch nicht absehbar. Neben der Zunahme der Einbrüche ist es zudem insbesondere der deutliche Anstieg an Fällen von Körperverletzungen, der einem große Sorge bereiten sollte. Denn dieses Phänomen ist alles andere als für Besigheim spezifisch. Mit Blick auf 2014 wies beispielsweise erst im Februar dieses Jahres das Bietigheim-Bissinger Familienbüro auf einen deutlichen Anstieg von häuslicher Gewalt im Stadtgebiet hin. Auslöser sei hierbei häufig übermäßiger Alkoholkonsum oder heftiger Streit unter Familienangehörigen.

Die Bereitschaft zur Gewalt steigt laut dem Familienbüro immer weiter an - und oft seien es junge Täter, die die Gewalt ausüben. Deshalb sollte weiterhin intensiv in Programme zur Gewaltprävention investiert werden - um einem weiteren Anstieg von Gewaltdelikten aktiv entgegenzuwirken.

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