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Stadt reaktiviert Brunnen

Landwirte und Wengerter haben in diesem heißen Sommer viel Wasser gebraucht. Die Entnahmestelle auf der Kläranlage in Besigheim ist deshalb an ihre Grenzen gestoßen. Jetzt soll ein längst vergessener Brunnen wieder reaktiviert werden.

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Mitarbeiter des Tiefbauamtes untersuchen den Brunnen unterhalb der Enzbrücke, der frühere von der Besigheimer Firma Emella genutzt wurde. Der Schacht ist in Ordnung, doch die Steigrohre sind verrottet.  Foto: 

Lange Schlangen von Pkw und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bildeten sich in diesem Sommer häufig auf dem Gelände der Besigheimer Kläranlage. Wengerter und Landwirte holten zum Preis von einem Euro pro Kubikmeter Wasser ab, dass sie dringend für die Bewässerung ihrer Weinberge und Felder benötigten. Die regulären Öffnungszeiten reichten nicht aus, um alle Landwirte zu versorgen, die Kläranlage musste an manchen Tagen länger offen bleiben. "Wir sind an unsere Grenzen geraten", beschreibt Stefan Maier, Leiter des Tiefbauamtes, die Situation.

Aus Maiers Sicht können Sonderöffnungszeiten aber keine Dauereinrichtung sein. Deshalb hat er sich auf die Suche nach einer Lösung gemacht und ist in alten Akten der 1990 abgerissenen Trikotfabrik Emella fündig geworden. Unterhalb der Enzbrücke der B 27 betrieb die Firma einen Brunnen, aus dem sie Wasser für ihre Produktionsprozesse zog. Diesen Brunnen, der lange Zeit vergessen war und laut den Unterlagen Maiers in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebaut wurde, möchte Maier jetzt reaktivieren, kündigte er in der letzten Gemeinderatssitzung an.

Technisch ist die Sanierung des Brunnens kein Problem. Das hat eine Untersuchung des Brunnenschachts ergeben. Der Schacht selbst sei in Ordnung. Die Steigrohre, die immerhin 19 Meter in die Tiefe reichen, und das Pumpengehäuse mit einer Länge von 2,40 Meter sind jedoch verrottet und müssten ersetzt werden. Dies wurde deutlich, als Maier und seine Mitarbeiter den Schacht ausräumten. Weil das Wasservorkommen so tief unter der Erde liegt, ist Maier sicher, dass es sich um eine abgeschlossene Grundwasserschicht handelt und das Wasser nicht von der nahen Enz durchsickert. Aus den alten Genehmigungen, die von der Firma Emella beantragt worden waren, geht auch hervor, dass es sich um ein relativ großes Wasservorkommen handelt. Es könnte weit mehr Wasser entnommen werden, als damals beantragt worden sei. Zuletzt hatte das Unternehmen im Jahr 1965 eine wasserrechtliche Genehmigung beantragt.

Maier schätzt die Kosten auf 80.000 Euro, die er für den Haushalt des kommenden Jahres anmelden möchte. Mit diesem Geld will er den Brunnen sanieren und eine Leitung auf die andere Seite der Enz nahe dem Norma-Supermarkt verlegen, wo die Landwirte dann das Wasser abfüllen könnten. Das Gelände dort sei wesentlich leichter zugänglich als die direkte Umgebung der Quelle, die über den Parkplatz bei der Firma Layher und einen Feldweg angefahren werden müsste. Um sie zu reaktivieren, müsste die Stadt einen erneuten Antrag beim Landratsamt stellen.

Maier hofft mit der Sanierung der Quelle "zwei Fliegen mit einer Klappe" schlagen zu können. Denn sollte die Umgestaltung des Enzufers, wie sie kürzlich bei einer Bürgerversammlung in der Stadthalle Alte Kelter vorgestellt wurde, in den kommenden Jahren verwirklicht werden, dann sei viel Wasser für die neu angelegten Pflanzen notwendig. Es könnte aus dem neuen Brunnen entnommen werden und müsste nicht gefahren werden.

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Besigheim

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PLZ: 74354
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www.besigheim.de/

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