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Selbst am Neckar kann die CDU ihre Hochburgen nicht halten

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Die Tendenz der Wahlen zum Bundestag am Sonntag ist auch in Besigheim und den Gemeinden am Neckar deutlich erkennbar. Sie waren bei der letzten Bundestagswahl eine Bank für die CDU und vor allem für ihren Kandidaten im Wahlkreis Neckar-Zaber Eberhard Gienger.  2017 sind Giengers Verluste an Erststimmen teils dramatisch hoch. Noch vor vier Jahren hatte er in den konservativen Hochburgen am Neckar häufig mehr als 60 Prozent der Erststimmen gewonnen: 60,01 Prozent waren es damals in Mundelsheim, 60,83 Prozent in Gemmrigheim und sogar 62,76 Prozent in Hessigheim. Ein relativ niedriges Ergebnis erzielte er damals in Walheim mit 51,07 Prozent. Im kleinstädtisch geprägten Besigheim waren es 52,58 Prozent.

 In keiner dieser Gemeinden kommt Gienger 2017 noch über die Marke von 50 Prozent. In Hessigheim ging es um knapp 14 Prozentpunkte abwärts auf 48,91 Prozent, in Gemmrigheim sank die Zustimmung sogar um etwa 16 Prozentpunkte auf 44,62 Prozent. Das niedrigste Ergebnis in diesen Gemeinden erzielte er in Walheim, wo ihm noch 39,06 Prozent der Wähler die Erststimme gaben, ein Minus von zwölf Prozentpunkten.

Besser als im Bund

Der Rückgang an Zweitstimmen für die CDU fällt ebenfalls zweistellig aus und bleibt hinter Giengers persönlichen Verlusten nur leicht zurück. In Besigheim sackte die CDU von 44,55 auf 32,80 Prozent ab, in Gemmrigheim fiel die CDU von 51,7 auf 36,39 Prozent zurück, in Hessigheim von 53,43 auf 41,59 Prozent. Das ist allerdings immer noch weit mehr als das Bundesergebnis der CDU von bekanntlich 32,9 Prozent.

 Wohin sind die Stimmen gegangen? Mit 10,97 Prozent und 11,77 Prozent der Zweitstimmen in Besigheim und Walheim bleibt die AfD in diesen beiden Gemeinden hinter ihrem Bundesergebnis zurück. Das gilt auch für Mundelsheim, wo sie 12,01 Prozent der Stimmen bekam. Einen Rekordzuwachs von mehr als zehn Prozentpunkten errang die AfD in Hessigheim, wo sie von 3,78 Prozent im Jahr 2013 auf 14,57 Prozent zulegte. In Gemmrigheim stieg sie sogar leicht über die Marke von 15 Prozent.

 Ein starke Position haben die Grünen in den genannten Gemeinden. Überall übertreffen sie das Endergebnis der Bundestagswahl von neun Prozent, und ihre Zuwächse sind auch deutlich stärker als im Bund. In Besigheim legen sie etwas mehr als zwei Prozentpunkte zu von 12,94 auf 15,12 Prozent. In Gemmrigheim steigen sie von 6,27 auf 9,30 Prozent, in Hessigheim von 7,94 auf 12,17 Prozent und in Walheim von 11,28 auf 14,38 Prozent – Ergebnisse, von denen die Grünen in Berlin nur träumen können.

Zuwachs im Stammland

Das Gleiche gilt für das Abschneiden der FDP. Wäre es vor vier Jahren nach den Ergebnissen im Wahlkreis Neckar-Zaber gegangen, hätten die Freidemokraten auch damals den Einzug in den Bundestag geschafft. Bei der aktuellen Wahl sind ihre Ergebnisse in den Gemeinden des Neckartals zweistellig: Besigheim 14,07 Prozent, Gemmrigheim 14,25 Prozent, Hessigheim 11,67 Prozent, Mundelsheim 16,95 Prozent und Walheim 14,33 Prozent.  Und die Sozialdemokraten? In einer Region, in der sie traditionell schwach vertreten sind, hat sie ein neuerlicher Niedergang gepackt. Das trifft auch auf ihren Kandidaten Thomas Utz zu, der drei und mehr Prozentpunkte hinter dem Ergebnis von Thorsten Majer, dem Kandidaten von vor vier Jahren zurückblieb.

 Mit 11,30 Prozent der Zweitstimmen errang die SPD in Hessigheim das niedrigste Ergebnis der genannten Gemeinden, das sind 3,73 Prozentpunkte weniger als 2013. Anderswo ist es nicht besser. Besigheim 15,8 Prozent (minus 4,44 Prozentpunkte), Gemmrigheim 16,05 Prozent (minus 1,46), Mundelsheim 11,86 Prozent (minus 3,63) und Walheim 14,27 (minus 4,96). Auffällig ist, dass Utz in allen diesen Kommunen deutlich über dem Ergebnis seiner Partei lag, und das um bis zu 3,5 Prozentpunkten.

 Die Linke hat es in der Region noch schwerer. In Besigheim (6,67 Prozent) und Walheim (6,4 Prozent) ist sie über die Fünf-Prozenthürde gekommen. In Gemmrigheim, Hessigheim und Mundelsheim hätte es nicht gereicht.

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