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Schräger Gitterrost ohne Durchblick

Im dritten Anlauf ist es endlich geschafft: Der Steg am Neckarhang bei der Friedrich-Schelling-Schule bekommt einen Gitterrost als neuen Belag. Er ist rutschfest und (beinahe) blickdicht, da schräg.

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Die Holzbohlen auf dem Steg beim Neckarhang in Besigheim müssen ersetzt werden. Drei Mal haben die Stadträte darüber beraten.  Foto: 

Mehr als ein halbes Jahr lang beschäftigt der kleine Steg am Neckarhang jetzt schon die Mitglieder des Technischen Ausschusses und das Stadtbauamt. Drei Sitzungen waren notwendig, bis sich die Stadträte am Dienstag endlich auf einen rutschfesten Gitterrost als Belag einigen konnte. Stadtbaumeister Andreas Janssen hatte zuvor umfangreiche Recherchen durchführen müssen, um dem Ausschuss Alternativen aufzuzeigen. Über den Zeitraum von mehr als einem halben Jahr waren nicht weniger als vier Beläge im Gespräch.

Dabei geht es lediglich darum, die Holzbohlen auf dem Steg zu ersetzen, die bei Regen oder feuchtem Wetter oder wenn im Herbst die Blätter fallen rutschig werden. Schulkinder nutzen den Weg unterhalb der Stadtmauer über den Steg, um aus der Altstadt zur Schule zu gelangen. Und viele Bewohner aus dem Schimmelfeld können über diese Verbindung relativ schnell und sicher zu Fuß in die Innenstadt gehen, um einzukaufen oder ihre Angelegenheiten auf dem Rathaus zu erledigen.

Erste Ansätze für die Gestaltung wurden bereits bei den Haushaltsberatungen zu Beginn des Jahres diskutiert. Im Sommer hieß es im Ausschuss zunächst, die Holzbohlen könnten auf der ganzen Länge durch recycelte Kunststoffbohlen ersetzt werden, was wegen der relativ geringen Kosten von 4600 Euro die Zustimmung der Stadträte fand. Bald ergaben sich allerdings Zweifel an der Rutschfestigkeit. Später wurde diese Lösung verworfen, weil die Kunststoffbohlen eine eigene Unterkonstruktion erfordern. Dazu aber hätte man umständlich erst ein Gerüst aufbauen müssen, der Kostenvorteil wäre dahin gewesen.

Die Alternative: engmaschige Gitterrost-Platten, die in die Unterkonstruktion eingebunden werden könnten. Kostenpunkt: 22 000 Euro. Doch auch das passte manchen Stadträten nicht. Fußgängern könnte es ja schwindelig werden, wenn sie durch den Rost nach unten blicken, argumentierten sie. Und umgekehrt würde man es von unten her manchen Voyeuren zu einfach machen, so die Befürchtungen. Also wurde der Stadtbaumeister beauftragt, bestimmte Platten unter die Lupe zu nehmen, die blickdicht sind.

Doch die sind nicht mehr aufzutreiben, hat Andreas Janssen durch einen Anruf beim Hersteller in Berlin herausgefunden. Ein ähnliches Produkt, das er in der Sitzung vorstellte und schließlich auch vorschlug, fand er selbst nicht besonders attraktiv: "Einen Schönheitspreis kriegt das nicht", sagte er. Prompt konnten sich auch einige Gemeinderäte mit diesem dritten Vorschlag nicht anfreunden. Unattraktiv, da glänzend, problematisch beim Winterdienst und möglicherweise doch nicht rutschfest genug - das waren die Gegenargumente. "Viel anderes Material finden wir nicht mehr", machte Janssen klar, dass jetzt eine Entscheidung her sollte. Vorsichtshalber hatte er noch einen vierten Belag mitgebracht: einen Gitterrost, dessen Gitter schräg verlaufen. Der Vorteil: Nur wenn man schräg draufschaut, hat man noch den Durchblick, so Janssen. Die Kosten können um rund 3000 Euro gesenkt werden. Denn ein kurzes Stück ist der Steg überdacht. Dort sollen die Holzbohlen belassen werden. So soll es jetzt endlich geschehen, beschloss der Ausschuss am Ende.

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