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Neues Ausstellungskonzept

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Das neue Ausstellungskonzept für das Römerhaus in Walheim kann nach dem Beschluss des örtlichen Fördervereins umgesetzt werden.  Foto: 

Als das Römerhaus Walheim 1991 eröffnet wurde, war die Ausstellung im Innern des Hauses modern und auf dem damals aktuellen Stand von Wissenschaft und Museumsdidaktik. Mit 150 000 D-Mark (rund 75 000 Euro) war sie für damalige Verhältnisse auch nicht ganz preiswert.

Heute, ein Vierteljahrhundert später, wirkt die Ausstellung angestaubt und etwas heruntergekommen. Fotografien und Bilder sind von der Sonne ausgebleicht, vieles wirkt provisorisch und zum schlechten Ende entsprechen manche Info-Tafeln auch nicht mehr dem heutigen Erkenntnisstand.

Im Förderverein Römerhaus Walheim, der zusammen mit der Gemeinde Walheim und dem Archäologischen Landesmuseum Konstanz (ALM) – das Römerhaus ist eines von sieben Zweigmuseen des ALM – für den Betrieb des Römerhauses verantwortlich ist, sieht man die Probleme schon länger. Seit dem Jahr 2010 beschäftigt man sich mit einer Neukonzeption der Ausstellung. Zusammen mit den Kon­stanzer Museumsmachern und einem Fachbüro wurde schon vor Jahren ein Konzept erarbeitet, dessen Umsetzung aber 150 000 Euro erfordern würde. Zu teuer für Gemeinde, Verein und ALM.

Mitfinanziers gefunden

Die Suche nach Mitfinanziers verlief weniger erfolgreich als erhofft. Zwar wurden Sponsoren gewonnen, auf der anderen Seite konnten aber zugesagte Fördergelder nicht abgerufen werden, weil die Gesamtfinanzierung noch nicht stand. Man kam einfach nicht voran. Nach Jahren des Stillstands sah sich Ursula Oswald, die Vorsitzende des Fördervereins, im März zu einem Brandbrief an die Gemeinde veranlasst. Ob die Kommune überhaupt noch an einer Modernisierung ihres Museums interessiert sei, fragte sie. Unter den Mitgliedern mache sich zunehmend Frust breit; es gebe Stimmen, die ein weiteres Engagement des Vereins und seiner Mitglieder in Frage stellten.

Und dann ging plötzlich doch alles ganz zügig. Dr. Martin Kemkes, beim ALM für die Zweigmuseen zuständig, legte nach Vorgesprächen mit Verein und Gemeinde im letzten Monat ein neues Konzept vor, mit dem sich alle Partner einverstanden erklären konnten. Er geht von einem Kostenrahmen von maximal 70 000 Euro aus. Die Finanzierung teilen sich die Gemeinde Walheim (20 000 Euro), das ALM in Konstanz (20 000 Euro), die Stiftung Kunst und Kultur der Kreis­sparkasse Ludwigsburg (15 000 Euro) und der Förderverein Römerhaus (15 000 Euro). Letzten Donnerstag stimmte der Walheimer Gemeinderat einmütig dem Konzept zu (die BZ berichtete).

Inhaltlich stellt das neue Konzept genau die Fragen in den Mittelpunkt, denen sich der Förderverein bei seinen Führungen und Aktionen seit jeher widmet: das Römerhaus und seine Funktion als Handelszentrum, römisches Leben in Walheim (Essen, Kleidung, Handel und Handwerk) und die gallo-römische Religion in Walheim (im Jahr 2009 wurde in Walheim ein Weihestein für die bis dahin völlig unbekannte gallo-römische Göttin Maesama gefunden).

Angebote liegen bereits vor

Für die Umsetzung des Konzepts liegen bereits Angebote des Reutlinger Büros Burkard Pfeifroth und der Böblinger Agentur Karl Jehle – für die Herstellung von Displays und Infotafeln – vor. Burkard Pfeifroth hat einen guten Namen in der Szene, hat er doch schon zahlreiche Ausstellungen für das ALM, das Württembergische Landesmuseum und andere Museen gestaltet.

„Inhaltlich stehen wir mit dem neuen Konzept ganz gut da“, erklärte Ursula Oswald in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend. Sie war notwendig geworden, weil laut Vereinssatzung Ausgaben von mehr als 10 000 Mark (5000 Euro) von einer Mitgliederversammlung beschlossen werden müssen.

Einstimmig nahmen die Mitglieder die Neukonzeption an und genehmigten die dafür vorgesehenen Ausgaben. Einige Mitglieder sahen einen Zusammenhang zwischen der Neukonzeption und der aktuell notwendig gewordenen Reparatur der Oberlichter und des Daches. Darauf angesprochen, erklärte Bürgermeister Albrecht Dautel, das neue Museumskonzept und die Gebäudeerhaltung durch die Gemeinde seien grundsätzlich zwei verschiedene Baustellen, die parallel laufen könnten. Jetzt sei erst einmal das ALM am Zuge.

Das Haus werde von der Gemeinde auf jeden Fall so hergerichtet, dass man es wieder für die Öffentlichkeit freigeben könne. Derzeit prüfe ein Gutachter, ob die jüngst beanstandeten Scheiben für die Oberlichter zum Zeitpunkt ihres Einbaus zulässig waren oder nicht. Bis zum Beginn der neuen Museumssaison im April 2018 muss die neue Museumskonzeption umgesetzt sein, denn im Mai 2018 endet die Förderzusage der KSK-Stiftung.

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