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Neuer Gastgeber für Fasskeller-Party

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Die alten Holzfässer im Gewölbekeller unter der Stadthalle Alte Kelter in Besigheim. Hier geht beim Winzerfest spät in der Nacht die Party ab, in diesem Jahr unter neuer Regie.  Foto: 

Zu Zeiten des Winzerfestes in Besigheim ist der Fasskeller unter der Stadthalle Alte Kelter eine feste Anlaufstelle für die Feiernden. Unter den vielen Kellern, in denen gefeiert wird, ist er der bekannteste. Wenn der Betrieb am späten Abend auf der Straße nachlässt oder wenn das Wetter verregnet ist, drängen sich die Gäste in dem Rundgewölbe zwischen den alten Fässern bei Tanz und Musik.

 Über viele Jahre hat der „Neckar Enz Verein“ (NEV) den Fasskeller bewirtet und die Party bestritten. Damit ist jetzt Schluss. Der hohe Aufwand und ein bescheidener Ertrag haben im Verein mit veränderten Rahmenbedingungen dazu geführt, dass der NEV die Organisation aufgegeben hat, macht Marco Ziemer  vom NEV im Gespräch mit der BZ deutlich. Wenn deshalb am Freitag, 15. September, das diesjährige Winzerfest oben auf dem Kelterplatz eröffnet wird, wird unten im Fasskeller Gastwirt Bernhard Kobar vom Hirsch die Party anstelle des NEV schmeißen.

Eine der Regelungen, die dem NEV den Betrieb des Fasskellers schwer gemacht haben, ist die Festlegung der Sperrstunde auf zwei Uhr morgens. Sie wurde kürzlich vom Gemeinderat der Stadt bestätigt. Der Betrieb in den Kellern geht erst spät los, führt Ziemer dagegen an. „Der erste richtige Umsatz wird erst ab etwa 11 Uhr gemacht“, sagte er. In den verbleibenden zwei bis drei Stunden komme nicht genügend Geld in die Kasse, um den hohen Aufwand zu rechtfertigen.  Die Live-Band, die im Fasskeller spielt, „macht das nicht für einen Hungerlohn“, sagte Ziemer. Die Stadt erlässt dem Fasskeller wie den anderen Betreibern der Keller zwar das Korkgeld und zahlt auch einen Zuschuss, wenn Live-Musik angeboten wird. Nach langem Drängen dürfen die Bands in dem Gewölbekeller sogar bis 1.30 Uhr morgens spielen. Und trotzdem sei es unter den genannten Bedingungen schwierig, die Kosten allein mit dem Verkauf von Getränken  zu erwirtschaften. Da haben es die anderen Vereine, die in den Straßen ihre Stände betreiben, doch wesentlich einfacher, findet Ziemer: „Dort wird von morgens bis abends Umsatz gemacht, bis die Leute in die Keller gehen.“

Das Personal für die Bewirtung und die Organisation der Fasskeller-Party hat der Verein in seinen eigenen Reihen, bei Freunden und in den Familien rekrutiert. Da jedoch kein Geld in den Kassen des Vereins hängen bleibt, sei es immer schwieriger geworden, Helfer zu finden, räumt Ziemer ein. Am Festmontag habe der NEV zuletzt den Fasskeller nicht mehr geöffnet. Zu stark sei die Konkurrenz oben auf dem Kelterplatz gewesen, wo an diesem Tag die Party-Band „Blaumeisen“ spielt. Dass der NEV jetzt aufgibt, „fällt uns schwer“, sagt Ziemer, „es wäre uns ein Dorn im Auge, wenn der Keller sterben würde.“

Vorerst ist dies nicht zu befürchten, nachdem sich Bernhard Kobar des Fasskellers angenommen hat. Wie der NEV setzt er auf Live-Musik, um das Publikum anzulocken, in diesem Fall auf die Band „Cadillac Kolstad & The Flats“. Sie ist in Besigheim keine unbekannte Truppe, nachdem sie beim Winzerfest vor zwei Jahren vor dem Hirsch gespielt hat und danach noch bei mehreren Konzerten für ein volles Haus sorgte. Der praktische Nutzen: Vor dem Hirsch dürfte die Band nur bis Mitternacht spielen, im Fasskeller geht es anderthalb Stunden länger, erläuterte Kobar im Gespräch mit der BZ. Bar und Bühne wird es damit auch weiterhin geben, ansonsten werde er den Organisationsaufwand zurückfahren, sagte Kobar.

An allen vier Tagen des Winzerfestes von Freitag, 15. September, bis Montag, 18. September, gibt es Live-Musik im Fasskeller. Die Band „Cadillac Kolstadt & The Flats“ spielt am Freitag, Samstag und Montag jeweils von 21 Uhr bis 1.30 Uhr morgens. Für den Sonntag hat sich Hirsch-Wirt Berne Kobar etwas Besonderes einfallen lassen. Folks-Blues-Sänger, Gitarrist und Entertainer Papa John Kolstad bestreitet gemeinsam mit dem Besigheimer Dieter Schedy einen Abend unter dem Motto „Blues meets Wein“. Der Eintritt kostet 28 Euro. Karten sind im „Hirsch“ in der Kirchstraße erhältlich. sol

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