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Mit Nachdruck für bessere Unterbringung

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Es sind um die 15 bis 20 Gäste, die im Laufe einer Woche in der Tages-Pflegestätte der Firma „Helpona“ im neuen Ärztehaus Gemmrigheims in der Ortsdurchfahrt betreut werden. Einer von ihnen forderte in den vergangenen Wochen die erhöhte Aufmerksamkeit von Claudia Göttfert, die in dem privaten Heim als Alltagsbetreuerin beschäftigt ist. Helmut G. (Name von der Redaktion geändert) sei abgemagert und stark vernachlässigt gewesen, als er Mitte Juli zum ersten Mal in der Tagespflege betreut wurde. Und für Claudia Göttfert steht fest, dass die Gemeindeverwaltung ihren Teil zum Zustand des Gemmrigheimers vom Jahrgang 1944 beigetragen hat.

Abstoßende Fotos

Denn G. war seit Dezember 2014 in einer Obdachlosenunterkunft der Gemeinde in der Wasenstraße  untergebracht, die Göttfert unumwunden als ­„Drecksloch“ bezeichnet. Mit ihrem Handy hat sie den Zustand des Gebäudes, in dem Helmut G. mit drei weiteren Männern hauste, dokumentiert: die Toiletten verdreckt, Küche und Herd ebenso, der Boden voller Kakerlaken, ein Klapp-Sofa samt Bettbezug voller brauner Ränder.   Für das Zimmer, dass G. zugewiesen wurde, verlangte die Gemeinde 122,50 Euro als Nutz­ungsentschädigung, wie der Beleg der Einweisung zeigt.

Was die 51 Jahre alte Pflegedienst-Beschäftigte allerdings am meisten ärgert, war die Reaktion von Gabi Wolf, der Leiterin des Haupt- und Ordnungsamtes in Gemmrigheim, auf ihre Beschwerde. Sie soll sehr gleichgültig ausgefallen sein, folgt man den Schilderungen Göttferts. Zwar sei ein Putztrupp durch die Obdachlosenunterkunft geschickt worden. Doch mehr als eine oberflächliche Reinigung sei dabei nicht herausgekommen, so Göttfert. Also griff sie selbst zu Putzlappen und Malerpinsel. Befreundete Handwerksfirmen spendeten Farbe und Stuckmaterial. Zwei Bewohner der Unterkunft und Nachbarn halfen mit, das Zimmer und die Gemeinschaftseinrichtungen Flur, Bad und Küche halbwegs wieder herzurichten. Der verdreckte Teppich wurde rausgerissen, Türen abgeschliffen und gestrichen, die Wände bemalt. Helmut G. bekam ein besseres Bettsofa und einen gebrauchten Fernseher. Der Kommentar auf dem Rathaus, laut Göttfert: „Alles, was Sie machen, ist Ihre Privatsache“.

Suchtprobleme, eine Unterschlagung und die folgende Scheidung sollen es gewesen sein, die Helmut G., der zuweilen desorientiert ist, in seine schwierige Lage brachten. Mittlerweile hat er eine gesetzliche Betreuerin, die sich um seine persönlichen Angelegenheiten kümmert und versucht sein soziales Umfeld abzuklären. So schildert Wilfried Beyer, der Geschäftsführer von Helpona die Lage von Helmut G., dessen Aufenthalt über eine Pflegestufe abgerechnet wird. Im Allgemeinen sieht er die Tages-Pflegestätte gut von der Gemeinde unterstützt, auch was den Fall von Helmut G. angeht. Helpona und Claudia Göttfert hätten jedoch „mit Nachdruck“ selbst dafür sorgen müssen, dass Helmut G. einen abgeschlossenen Raum und einen Platz zum Schlafen bekommt und deshalb kurzfristig soviel Hilfe wie möglich zusammengetrommelt.

 Von Seiten der Gemeinde selbst war auf Nachfrage der BZ keine Stellungnahme zu bekommen. Bürgermeisterin Monika Chef ließ von ihrer Hauptamtsleiterin Gabi Wolf lediglich ausrichten, dass sich die gesetzliche Betreuerin um die Belange von Helmut G. kümmere. Mehr könne und dürfe sie aus Datenschutzgründen nicht sagen.

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