Partner der

Luisa Richter: Bekannteste Besigheimerin in Südamerika

Im Alter von 87 Jahren ist Ende Oktober die Besigheimer Künstlerin Luisa Richter in ihrer Wahlheimat Caracas gestorben. Sie war in Südamerika eine der bekanntesten Künstlerinnen. Dort, aber auch in Besigheim, lebt ihr künstlerisches Erbe weiter.

|
Vorherige Inhalte
  • Luisa Richters (geborene Kälble) Elternhaus in der Löchgauer Steige in Besigheim, in dem jetzt ihr Sohn Marcus lebt. Fotos: Martin Kalb 1/3
    Luisa Richters (geborene Kälble) Elternhaus in der Löchgauer Steige in Besigheim, in dem jetzt ihr Sohn Marcus lebt. Fotos: Martin Kalb Foto: 
  • Selbstbildnis der Künstlerin aus dem Jahr 1950. 2/3
    Selbstbildnis der Künstlerin aus dem Jahr 1950. Foto: 
  • Luisa Richter 2012 in ihrer venezolanischen Heimat. 3/3
    Luisa Richter 2012 in ihrer venezolanischen Heimat. Foto: 
Nächste Inhalte

2006 - zu einer Ausstellung ihrer Werke in der Bietigheimer Städtischen Galerie - wollte Luisa Richter in ihre alte Heimat kommen. Sie wurde krank und konnte nicht reisen. 2008, als ihre Heimatstadt ihr zum 80. Geburtstag eine Ausstellung bescherte, wollte sie endlich ihr Elternhaus, das sich immer noch in ihrem Besitz befand, wiedersehen. Doch es blieb bei einem langen Telefonat mit Bürgermeister Steffen Bühler, bei dem die BZ anwesend war. Weder zu einer Ausstellung ihrer Werke zu den Olympischen Spielen nach Peking konnte sie reisen, noch "in mein geliebtes Besigheim". Bis zu ihrem Tod am 29. Oktober diesen Jahres konnte sie leider ihr Geburtshaus in der Löchgauer Steige 21 in Besigheim, in dem mittlerweile ihr Sohn Marcus lebt, nicht mehr wiedersehen.

1955 war die Besigheimer Künstlerin, die bei Willi Baumeister in Stuttgart studiert hatte, ihrem Mann Joachim Richter, den sie in Berlin geheiratet hatte, nach Venezuela gefolgt. 1956 wird dort ihr Sohn Thomas, 1963 Marcus geboren. Dennoch verbrachte sie bis in die 1990er-Jahre hinein große Teile des Jahres in Besigheim im elterlichen Wohnhaus.

Seit sie zum ersten Mal in Caracas ausstellte, 1959, gehörte Luisa Richter zu den angesehensten Künstlern Südamerikas. Aber auch in Europa wird ihr Werk mittlerweile als bedeutend eingestuft. Ihre Gemälde wurden schon in allen großen Städten ausgestellt, zuletzt 2014 in Stuttgart.

Luisa Richters Werk zeigt europäische und lateinamerikanische Einflüsse. Während der Aufenthalte in Besigheim entstanden expressiv figurative Gemälde in der Tradition von Willi Baumeister und Hans Fähnle. In Caracas entwickelte sie unter dem Einfluss des hellen tropischen Lichtes abstrakt-geometrische "Flächenräume", deren prismatisch gebrochene Tiefenräumlichkeit für sie die Komplexität des Lebens spiegeln. Mit diesen "Flächenräumen", die 1978 als venezuelanischer Beitrag auf der Biennale in Venedig gezeigt wurden, gelang ihr der internationale Durchbruch. Neben den Ölgemälden konzentriert sich Richter auf das Medium der Collage. Gezeichnete und geklebte Partien verschränken sich zu vielschichtigen, assoziativen Gebilden. In diesen Collagen thematisiert sie die politischen und sozialen Zusammenhänge von Mensch und Umwelt.

2010 bekam Luisa Richter die Ehrendoktorwürde der Zentraluniversität Simón Bolívar, Caracas, was ihre große Beliebtheit in ihrer Wahlheimat beweist. In ihrer Heimat Besigheim hat mittlerweile Sohn Marcus das mütterliche Haus in der Löchgauer Steige mit seiner venezolanischen Ehefrau bezogen. Regelmäßig gibt es Führungen mit Stadtführerin Katrin Held zum Richterschen Haus, in dem viele Gegenstände und vor allem Gemälde an die große Künstlerin erinnern.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Evangelische Kirche: 61 Millionen Euro an Steuereinnahmen im Kreis

Nur in Stuttgart hat die evangelische Kirche in Baden-Württemberg mehr Kirchensteuer eingenommen als im Landkreis Ludwigsburg, vermeldet das Statistische Landesamt. weiter lesen